Messintentionen | Wichtige Hilfe für die Missionen
Messe am Aschermittwoch in Sao Paulo

Messintentionen

„Viele Missionare leben davon“

Sie haben eine lange Tradition: Messintentionen gibt es schon seit den Anfängen des Christentums. Manchen scheinen sie gerade deshalb ein wenig aus der Zeit gefallen.  Eine Messe für einen verstorbenen Menschen lesen lassen und dafür einen Obolus entrichten? Das sei kein Ablasshandel, entkräftet Pater Gerd Hemken SCJ den Vorurteilen. Im Interview erzählt der Provinzökonom, wohin genau die Gelder der Messintentionen fließen - und warum sie so wichtig sind.

Pater Hemken, was sind Messintentionen?

Gläubige können Heilige Messen mit einer besonderen „Intention“ lesen lassen. Diese Messintentionen können von unterschiedlichen Art sein. Die meisten lassen sie für einen Verstorbenen lesen. Sie erhoffen sich davon für den Angehörigen das Seelenheil. Manche tun es auch in Krankheitsfällen. Nur sehr wenige lassen eine Messe für gutes Wetter oder eine gute Ernte lesen. Als Spende für die Mission geben die Gläubigen durchschnittlich 5 Euro. Dieses Geld geht an unsere Missionare und dient hauptsächlich dem tägliche Auskommen der Missionare.

Was sagt denn die katholische Lehre zur Notwendigkeit von Messintentionen?

Um es vorwegzunehmen: Wir betreiben keinen Ablasshandel. Eine Heilige Messe kann man sich nicht einfach kaufen. Wir glauben, dass die Feier jeder Heiligen Messe Auswirkungen hat. Wenn wir für einen Verstorbenen beten, dann kommt dies dem Seelenheil des Verstorbenen zu Gute. Das ist katholische Lehre. Es geht aber auch nicht nach dem Motto: „Ich gebe zehn Euro, dann ist die Messe mehr wert und mein Mann rückt näher an das Himmelsreich heran, als wenn ich fünf Euro gebe.“ Das ist Aberglaube. Wenn jemand eine Messintention bestellt, kann er so viel geben wie er möchte. Und wenn einer mal nichts geben kann, ist das auch kein Problem.

Gab es schon immer Messintentionen oder gibt es sie erst, seitdem es Missionen gibt?

Das hat in der Kirche lange Tradition, die bis zu den Ursprüngen des Christentums und sogar noch weiter zurückreicht: Schon die alttestamentlichen Priester durften einen Teil der Opfergaben für sich selbst behalten. In den frühchristlichen Gemeinden war es üblich, zu den Gottesdiensten Speisen und Getränke mitzubringen, die unter den Gläubigen aufgeteilt wurden. Die Gaben, die übrigblieben, bekamen der Priester und die Armen, die davon leben mussten. Diese Opfergaben entwickelten sich im Lauf der Jahrhunderte zu den Messstipendien oder auch Messintentionen, die heute noch so eingesetzt werden wie zu Beginn der Kirche: für jene Priester, die nur wenig zum Leben haben. Auf diese Art tragen Gläubige mit ihren Messintentionen nicht nur ihr ganz persönliches Anliegen in einer Gemeinschaft vor Gott, sondern auch dazu bei, das wertvolle Engagement unzähliger Seelsorger in aller Welt zu fördern.

Wie funktioniert das genau?

Viele Missionare leben von den Messintentionen. Von den durchschnittlich 5 Euro, die für eine Messintention gezahlt wird, können die Missionare in Afrika und Asien ihren Lebensunterhalt für einen Tag bestreiten. Somit ist es gut, dass Messintentionen, die hier in Deutschland aufgrund des Priestermangels nicht gefeiert werden können, in die Missionsgebiete weitergeleitet werden. Die Missionare beten und feiern in den Anliegen der Spender und erhalten dafür etwas, was ihren Lebensunterhalt sichert. Da in den Missionsgebieten die Missionare oftmals kein Gehalt von den Diözesen bekommen, ist das Intentionsgeld oftmals das einzige Geld, das den Lebensunterhalt sichert. 

Wohin fließen die Gelder aus der Deutschen Provinz hin?

Wir geben die meisten Intentionsgelder an die Missionsgebiete unserer Ordensgemeinschaft weiter. Das reicht von Indonesien bis Paraguay. Die Deutsche Ordensprovinz gibt einen großen Teil direkt nach Südafrika zu unseren deutschen Mitbrüdern. Den größten Teil erhält das Generalat in Rom. Der Generalökonom verteilt dann die Messintentionen dorthin, wo Bedarf ist. Er hat dazu den besten Überblick.

Was wird das große Thema der Konferenz in Rom aller Ökonome im April sein?

Unsere Ordensgemeinschaft hat viele Missionsprovinzen, aber es gibt nur wenige Provinzen mit finanziellen Rücklagen. Kanada, Nordamerika, die USA, Spanien, Norditalien und Deutschland sind diejenigen, die in erster Linie die Möglichkeit haben andere Missionsländer zu unterstützen. Aufgrund der Säkularisation gibt es in diesen Provinzen immer weniger Priesternachwuchs. Zum anderen lässt in diesen Ländern das Interesse Missionsarbeit zu fördern und finanziell zu unterstützen nach. Das hat Konsequenzen für die Missionsarbeit, für die Priesterausbildung in der Mission, für das Leben unserer Missionare. Wir befürchten einen radikalen Umbruch in der Missionsarbeit. Es geht also um die Frage, wie in Zukunft die Missionsarbeit gefördert und finanziert werden kann.

Interview: Matthias Biallowons

Fotos: scj.de

Messintentionen können Sie in allen Klöstern der Deutschen Provinz der Herz-Jesu-Priester bestellen. Oder schreiben Sie einfach an:

Provinzialat der Herz-Jesu-Priester
Waldstr. 145
67434 Neustadt/ Weinstraße

Provinzialat(at)scj.de

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