Herz-Jesu-Kloster Freiburg | Jahr des geweihten Lebens
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„Es ist Zeit, kreativ zu denken“

Mit dem Apostolischen Schreiben zum Jahr des geweihten Lebens hat Papst Franziskus ein „Jahr der Orden“ ausgerufen. Der Papst wendet sich mit seinem Aufruf direkt an seine Brüder und Schwestern, die wie er ihr Leben Gott geweiht haben. Welche Gedanken das Schreiben in ihm auslöst, davon erzählt Martti Savijoki, Novize im Herz-Jesu-Kloster Freiburg.

„Die Hoffnung, von der wir sprechen, gründet sich nicht auf die Zahlen
oder auf die Werke, sondern auf denjenigen, auf den wir unsere Hoffnung
gesetzt haben und für den 'nichts unmöglich' ist.“
Papst Franziskus

Ich bin Novize bei den Herz-Jesu-Priestern in einer Zeit, in der wir ganz wenige neue Berufungen in Europa haben. Es sieht so aus, dass auch unsere Kongregation in Deutschland noch viel kleiner wird. In meinem Heimatland Finnland ist die Entwicklung etwas anders: Dort wächst nämlich die kleine katholische Minorität, und es scheint auch einige Leute zu geben, die Interesse am Ordensleben haben. In Deutschland müssen wir wahrscheinlich von bekannten und bewährten Häusern und Werken noch weiter loslassen, auch können wir uns darauf nicht mehr verlassen, dass es uns wirtschaftlich immer gut geht. Ich sehe die Situation jedoch als einen Ruf, um unser Vertrauen noch mehr auf Gott alleine zu setzen: Er wird sich jeden Tag um uns kümmern, wie er sich um die kleinen Spatzen kümmert.

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Vielleicht ruft Gott uns zur wirklichen Armut, damit wir uns mehr auf die wichtigen Dinge, auf die „himmlischen Schätze“ konzentrieren. Und wenn wir in so einer Situation vom Alten loslassen müssen, können wir vielleicht etwas Kleines aber Bedeutendes beginnen, was wir auch mit wenigen Leuten und mit wenig Geld machen können. Es is Zeit offen und kreativ zu denken, es kann ein neuer Anfang sein! Wichtig ist, dass wir weiterhin leidenschaftlich in Vereinigung mit der Liebe Jesu leben und die
heilende und wandelnde Liebe seines Herzens zu den Menschen bringen, vor allem dorthin, wo sie am meisten leiden. Für Gott ist es eigentlich egal, wie viele wir sind und was wir haben. Er fragt nur, wie viel wir lieben.

Martti Savijoki

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