Leben in der Gemeinschaft
Geduldig und im Vertrauen auf Gott
Die Deutsche Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester hat 2008 ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Man fühlt sich für die Zukunft gewappnet. Zu Recht: Der Blick
in die Vergangenheit zeigt, dass die Dehonianer in ihrer Geschichte immer wieder auf Widerstände gestoßen sind – und trotzdem ihren Weg gegangen sind.
Jubiläen sind immer etwas Zwiespältiges. Oft gerät man in ein Gefühl schwärmerischer Nostalgie. Zugleich verleihen Segenswünsche der Hoffnung auf eine gute Zukunft Ausdruck. Wie aber ist es, wenn eine Gemeinschaft Jubiläum feiert? Dann wird der Blick zurück noch wichtiger: Er ist zugleich der Blick voraus.
Der Blick auf die Vorgänger lässt die Gemeinschaft wichtige Lehren ziehen. Und: Der Blick zurück zeigt, wofür man angetreten ist. Er verpflichtet, dieses Ziel wieder in die Augen zu nehmen. 2008 wird die Deutsche Provinz der Herz-Jesu-Priester 100 Jahre alt. Anlass, sich der Vergangenheit und der Wurzeln bewusst zu werden. Der Schriftsteller Gorch Fock hat gesagt: „Ich weiß nicht, wohin mich Gott führt, aber ich weiß, dass er mich führt.“ Die Herz-Jesu-Priester haben dies in ihrer 100-jährigen Geschichte immer wieder gespürt. Und blicken nun darauf zurück.
Herbergssuche im Deutschen Kaiserreich
Pater Leo Dehon wollte von Anfang an seine Genossenschaft, die er 1878 in St. Quentin / Nordfrankreich gegründet hatte, auf internationaler Grundlage aufbauen. Die politischen Zustän de in Frankreich waren aber recht unsicher, und die junge Genossenschaft hatte von ihren Gegnern heftige Angriffe auszuhalten.
Pater Dehon wünschte sich ein Haus in Deutschland. Er versuchte zunächst über den Bischof von Metz Kontakte mit Berlin zu knüpfen und reiste schließlich nach Köln, wo ihm der Generalvikar Hoffnung machte.

- Die Christus-König-Kirche beim Missionhaus in Sittard
Sittard – die Wiege der Deutschen Provinz
Die Bemühungen, Niederlassungen (Schulen, Seminare und Seelsorgestellen) zu gründen, waren ein echtes Suchen, das sich oft als zähes Ringen mit der kirchlichen und der staatlichen Obrigkeit darstellte. Ebenso verhinderte das Ordensgesetz vom 31. Mai 1875 eine Neugründung, dem zufolge „alle Orden und ordensähnlichen Kongregationen der katholischen Kirche von dem Gebiet der preußischen Monarchie“ ausgeschlossen waren. Die einzige Ausnahme bestand für Gemeinschaften, die sich nur der Krankenpflege widmeten. Ihr Fortbestand war nicht infrage gestellt.
Die Aufteilung in eine westliche und östliche Provinz
Im benachbarten Holland bot sich 1883 die glückliche Gelegenheit, ein älteres Gebäude bei Sittard zu mieten. Dort wurde 1885 das Noviziat der Genossenschaft eingerichtet. 1888 wurde in der Nähe ein Bauerngut erworben, das in ein großzügiges Haus mit Ökonomiegebäuden und Klosterkapelle umgebaut wurde. So entstand das Missionshaus Sittard, das jahrelang als zentrale Niederlassung der Deutschen und später der Niederländischen Provinz der Herz-Jesu-Priester diente. Eine der Bestimmungen dieses Klosters war, in der Nähe der Grenze ein Ausbildungshaus für Studenten aus Deutschland zu etablieren. Die Priesterausbildung in Deutschland war durch den preußischen Kulturkampf in große Schwierigkeiten geraten.
Die Teilung der Ordensgemeinschaft in zwei Provinzen war schon seit längerer Zeit im Gespräch. Schließlich wurde durch das 7. Generalkapitel, das im September 1908 in Leuven tagte, der Beschluss zur Teilung in eine westliche und eine östliche Provinz gefasst.
"Wachstum und Wüste": Seite 2 über die Anfänge der Herz-Jesu-Priester in Deutschland
Prägende Personen I
Seelsorger, Märtyrer und Hausmeister
Prägende Personen II
Landwirt, Lehrer und Lastenträger
Geschichte der Mission
Herz-Jesu-Priester im Ausland
Aufbruch und Abschied
Ehemalige Projekte und Häuser
Leben in der Gemeinschaft
Das Archiv mit allen Geschichten

Druckansicht
Weiterempfehlen






