Leben in der Gemeinschaft

100 Jahre Deutsche Ordensprovinz | Geschichte der Mission

Deutsche Herz-Jesu-Priester im Ausland

Schon bald nach der Ordensgründung sandte Pater Dehon Mitbrüder in verschiedene Missionsgebiete aus, 1888 nach Ekuador und 1897 nach Belgisch Kongo (Zaire). An diesen Unternehmungen waren auch deutsche Herz Jesu Priester beteiligt. In Nordbrasilien übernahmen Patres aus den Niederlanden 1899 die Arbeiterseelsorge in Camaragibe und Missionsarbeit. Bis 1908 waren dort auch deutsche Patres.

Für deutsche Mitbrüder gab es in Europa eigentlich nur Arbeitsmöglichkeiten in der Ausbildung des Nachwuchses: Schule, Noviziat, Scholastikat. Man suchte nach weiteren Möglichkeiten. Mit Zustimmung Pater Dehons kamen 1902 mehrere deutsche Patres in Sittard zu einer Beratung zusammen. Sie beschlossen, um ein neues Missionsgebiet in Südamerika und um seelsorgliche Aufgaben in Österreich nachzusuchen.

Südbrasilien

1903 gingen deutsche Patres nach Südbrasilien. Zunächst kümmerten sie sich um die vielen deutschen Einwanderer, später auch um die einheimische Bevölkerung. Sie bildeten das Fundament der Südbrasilianischen Ordensprovinz, die 1934 errichtet wurde.

Gleichzeitig mit der Suche nach einer Niederlassung in Deutschland bemühte sich die Provinzleitung auch um ein Missionsgebiet in Kamerun, das damals deutsche Kolonie war.

Pater Gerhard Lennartz SCJ

Kamerun

Zunächst gab es lange Verhandlungen mit dem Werk der Glaubensverbreitung in Rom wegen der Abgrenzung der neuen Präfektur. Das Reichskolonialamt in Berlin gab seine Zustimmung, und mit Genehmigung Roms reisten im November 1912 die ersten Missionare ab. Sie waren Mitarbeiter der Pallottiner und unterstanden dem Apostolischen Präfekten, Bischof Vieter. Erst durch ein Dekret der Propaganda Fide vom 28. April 1914 wurde die neue Präfektur Adamaua errichtet und den deutschen Herz Jesu Priestern anvertraut. Erster apostolischer Präfekt wurde P. Gerhard Lennartz. 1914 waren neun Patres, acht Brüder und fünf Schwestern dort.

Nordamerika

Der Luxemburger, P. Matthias Fohrmann reiste am 31. Dezember 1919 nach Nordamerika. Durch seine bescheidene Art hatte er bald viele Freunde. 1922 suchte Bischof John Lawler Seelsorger für die Indianermission in Süddakota. Der deutsche Provinzial nahm dieses Angebot an. In seinem Auftrag verhandelte P. Fohrmann mit dem Bischof und übernahm schließlich am Palmsonntag des Jahres 1923 als erster residierender Priester die Indianermission in Lowler Brule in Süddakota. Es kamen noch weitere Missionare hinzu; so konnte man die Cheyenne Agence Reservation und La Plant mit mehreren Filialen übernehmen. Diese ganz neue Arbeit, die schwieriger und erfolgloser war als in Afrika, war der Beginn der Nordamerikanischen Ordensprovinz, die 1933 errichtet wurde. Pater Heinrich Hogeback gründete 1927 eine Schule in Chamberlain. Heute kümmern sich dort 200 Mitarbeiter um Mädchen und Jungen aus den Stämmen der Nakota, Dakota und Lakota - Indianer.

Erwähnt sei auch der Einsatz in den Skandinavischen Ländern. 1921 übernahmen deutsche Patres Seelsorgestellen in Dänemark; ebenso waren deutsche Patres von 1923 bis 1932 in Norwegen tätig.

"Spanien und Südafrika": Seite 2 der Geschichte der Mission

Prägende Personen I

Seelsorger, Märtyrer und Hausmeister

Prägende Personen II

Landwirt, Lehrer und Lastenträger

Aufbruch und Abschied

Ehemalige Projekte und Häuser

Im Vertrauen auf Gott

Gründung der Deutschen Provinz

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