Leben in der Gemeinschaft

100 Jahre Deutsche Ordensprovinz | Pionierprojekte und Pfarrseelsorge

"Das erste Männerkloster seit der Säkularisation"

Das Kolleg St. Sebatian in Stegen

Seelsorge in Stadt und Land – Herz-Jesu-Priester in Osnabrück (1938-1999)

Am 15. Oktober 1938 gründeten die Herz-Jesu-Priester ihre erste Niederlassung und damit das erste Männerkloster seit der Säkularisation in Osnabrück! Eine Parterrewohnung in einer Villa beherbergte zunächst acht Patres und einen Bruder. Schon bald wurden sie aufgefordert die Wohnung zu räumen.

Im Jahr 1946 übernahmen die Herz-Jesu-Priester die Pfarrei Herz-Jesu im Stadtzentrum, deren zerbombte Pfarrkirche in den Jahren 1953-1955 wieder aufgebaut wurde. Der Bischof überließ der Ordensgemeinschaft ein Grundstück in der Klusstraße, wo in den Jahren 1950-51 ein neues größeres Haus gebaut wurde. 1961 wurde dieses Domizil aufgegeben, da nun ein neues Haus in der Schillerstraße in unmittelbarer Nähe zur Herz-Jesu-Kirche als Kloster diente. Die Patres betreuten seit 1942 das Altersheim "Paulusstift", das diözesane Jugendheim bzw. Lehrlingsheim "Hakenhof".

Darüber hinaus waren viele Mitbrüder als Pfarrer und Kapläne in den Pfarreien und Schulen der Stadt tätig und wirkten in der außerordentlichen Seelsorge durch Gemeindemissionen und Exerzitien. 1999 hat die Ordensgemeinschaft das Kloster an der Schillerstraße aufgegeben, das von der Diözese Osnabrück übernommen wurde, um dort das Projekt "Jugendbetreutes Wohnen" einzurichten.

Schulbildung und Pfarrseelsorge – Herz-Jesu-Priester in Stegen (1928-2005)

Im Dezember 1928 pachtete der damalige Rektor des Freiburger Studienhauses P. Franz Schuster den alten Adelssitz der Grafen von Kageneck in Stegen. 1930 wurden in Stegen Unterrichtskurse für Spätberufene eingerichtet. Die politischen Umstände führten bald zur Schließung der Schule. Im Herbst 1936 zog das Klerikernoviziat der deutschen Provinz aus Fünfbrunnen nach Stegen. Stegen wurde von der Wehrmacht beschlagnahmt und bis 1942 immer wieder belegt. P. Rektor Heinrich Middendorf nahm 1943 die fast 100 evakuierten Kinder des Schutzengel-Waisenhauses aus Hagen-Eilpe in Stegen auf.

Nach den schweren Bombenangriffen auf Freiburg am 27.November 1944 fanden weitere Flüchtlinge aus der zerstörten Stadt Aufnahme. In dieser Zeit brachte P. Middendorf auch einige jüdische Mitbürger unter, hielt ihre Identität geheim und rettete sie damit vor der Verfolgung. Am 15. September 1945 konnte er Schule und Heim zunächst für 12 Buben, neu eröffnen. Ab 1950 umfasste die Schule 6 Klassen (Sexta bis Untersekunda), die nach dem Lehrplan des Landes Baden unterrichtet wurden. Im Herbst 1952 wurde der Missionsschule der Charakter einer staatlich anerkannten Privatschule verliehen. Die Raumnot war groß, darum wurde 1953/54 ein stattlicher Neubau errichtet und 1960/61 um die Pfarrkirche und ein Pfarrhaus erweitert.

Die Kirchengemeinde wurde 1958 aus den damaligen Gemeinden Stegen, Wittental und Zarten gebildet und 1970 zur Pfarrei erhoben. Von Anfang an wurde sie von den Herz-Jesu-Priestern geleitet. Zur Pfarrei zählen heute 2700 Katholiken. Darüber hinaus waren Mitbrüder als Pfarrer in den Pfarreien Buchenbach und Eschbach tätig.
Zum 1. April 1966 erhielt man die Erlaubnis zur Führung eines Vollgymnasiums, nun konnten die Schüler endlich vor Ort das Abitur ablegen und brauchten dazu nicht mehr an andere Schulen wechseln. 1967 zählte die Schule 210 Schüler und 1979 bereits 624. Im Jahr 1998 übergab der Orden das Kolleg St. Sebastian an die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.

Pater Mario Kaufmann SCJ

Aufbruch, Abschied, Neubeginn: Seite 1 über die Häuser und Niederlassungen der Deutschen Provinz

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