Leben in der Gemeinschaft

100 Jahre Deutsche Ordensprovinz | Von Pionierprojekten und Pfarrseelsorge

Aufbruch, Abschied, Neubeginn

In den zurückliegenden Jahrzehnten haben die Herz-Jesu-Priester von verschiedenen Orten und Einrichtungen Abschied nehmen müssen. Dazu gehören Pionierprojekte der Pfarr- und Diasporaseelsorge in Ahlhorn, Berlin, Brunsbüttel, Grimmen, Friesack, Heidelberg, Krefeld und Wattenscheid sowie einige große Häuser mit fordernden Aufgaben.

Die abnehmende Zahl der Mitbrüder und der Wandel der kirchlichen und gesellschaftlichen Bedürfnisse waren ausschlaggebende Faktoren dafür. Einige Niederlassungen werden heute im Sinne der Herz-Jesu-Priester als soziale Einrichtungen oder durch andere kirchliche Träger fortgeführt. In diesem Beitrag wird ein Fenster zur Geschichte von vier größeren ehemaligen Werken geöffnet.

Im Dienst an jungen Menschen – Herz-Jesu-Priester in Düsseldorf (1920-1991)

Seelsorgehaus Oberbilkerallee (1920-1929)
Die Anfänge in Düsseldorf gehen ins das Jahr 1920 zurück. Im April erhielt P. Matthias Nacken den Auftrag, die Seelsorge für das Kath. Waisenhaus in der Oberbilkerallee zu übernehmen. Gleichzeitig sollte er auf Wunsch der Ordensleitung die Gründung einer Niederlassung vorbereiten. 1920 konnten einige Patres ihre Arbeit aufnehmen und in Volksmissionen, Exerzitien, religiösen Wochen, Einkehrtagen und in der Jugendarbeit tätig werden.

Lehrlingsheim Kruppstraße (1929-1941 und 1946-1969)
In der Zeit nach dem 1.Weltkrieg sah sich die Leitung des Waisenhauses vor die schwierige Aufgabe gestellt, ihren Schützlingen nach der Schulentlassung eine sichere Existenzmöglichkeit zu eröffnen. Zur gleichen Zeit kamen viele Jugendliche aus den umliegenden ländlichen Gebieten, vor allem aus der Eifel, in die Ruhstädte, um dort Ausbildungsplätze und Arbeit zu finden.

Die wirtschaftlichen und sozialen Nöte der Zeit brachten es mit sich, dass nur wenige Handwerker in der Lage waren, ihre Lehrlinge unterzubringen. P. Nacken brachte die Idee eines eigenen Heimes für die betroffenen Jugendlichen zur Ausführung. Im April 1929 wurde das Lehrlingsheim in der Kruppstraße eingeweiht. Es bot mehrere Wohngruppen für je 20 Bewohner und verschiedene Gemeinschaftsräume. Für Gesellen, die nach Ablauf der Lehrzeit noch keine eigene Wohnung unterhalten konnten standen zusätzlich 60 Einzelzimmer zur Verfügung. Nicht ganz freiwillig wurde das Lehrlingsheim 1941 aus politischen Gründen geschlossen und erzwungener maßen an die Arbeiterfront verkauft.

Lehrlingsheim Eller (1946-1970)
Nach dem Krieg wandte man sich wiederum mit dem Vorhaben der Einrichtung eines Lehrlingsheims an den Orden. P. Franz Kremer gründete den "Verein zu sozialen Betreuung der Jugendarbeiter" und erwarb ein Haus im Stadtteil Eller. Als das Lehrlingsheim an der Kruppstraße wieder seiner Bestimmung zurückgeführt worden war, zeigten sich nun beide Heime als notwendig. Das Lehrlingsheim Kruppstraße wurde bis 1969 weitergeführt und dann verkauft. Das Lehrlingsheim Eller stellte 1970 den Betrieb ein und ist heute an die Gesellschaft für Psychosomatische Therapie (GPT) vermietet.

Seelsorgehaus Gerresheim (1945-1991)
Am 6. November 1941 bezogen die Herz-Jesu-Priester ein neues Heim in der Mozartstraße. Die Geschichte dieses Seelsorgehauses währte nur kurz, am 12. Juni 1943 wurde zerstört.
Kurz nach Einmarsch der Amerikaner in Düsseldorf wurde den Patres als Wiedergutmachung das frühere Hitler-Jugend-Heim in Gerresheim übergeben. Im Dezember 1945 konnte das Haus bezogen werden. Hier absolvierten in den Jahren 1960-1971 zahlreiche Mitbrüder nach der Priesterweihe durch Fortbildungen und praktische Einsätze als Kapläne in den Pfarreien der Stadt, die pastorale Einführung in die Seelsorge. 1991 wurde das Haus verkauft.

Die Pfarrkirche in Niederzier

 Gemeindeseelsorge und Bauernhof – Andreashaus in Niederzier (1946-1983)

Am 30. Juli 1946 vermachte eine Wohltäterin, ihr in Niederzier gelegenes Gut "Sophienheim" den Herz-Jesus-Priestern. 1953 wurde Niederzier unter dem Namen "Andreashaus" eine selbständige Niederlassung. 6 Brüder bewirtschafteten den Hof und versorgten die große Landwirtschaft.

Die Patres wirkten in erster Linie in der Aushilfsseelsorge in den umliegenden Gemeinden. Nach 37 Jahren wurde das Andreashaus aufgegeben und an die Gemeinde verkauft. Heute wird es in Teilbereichen als Kindergarten genutzt; einige Räume sind an die Hausmeisterin vermietet. Es ist beabsichtigt, dass Gesamtgebäude demnächst zu sanieren, damit es durch die Musikschule genutzt werden kann.

"Das erste Männerkloster seit der Säkularisation": Seite 2 über die Häuser und Niederlassungen der Deutschen Provinz

Prägende Personen I

Seelsorger, Märtyrer und Hausmeister

Prägende Personen II

Landwirt, Lehrer und Lastenträger

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Herz-Jesu-Priester im Ausland

Im Vertrauen auf Gott

Gründung der Deutschen Provinz

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