Deutsche Provinz | Das deutsch-brasilianische Projekt

Zu Gast bei Freunden

Seit 2006 Mitbrüder der Deutschen Provinz: Die Patres Jacinto Weizenmann (li.) und Levi dos Anjos Ferreira

„Wir wollen für die großartige Arbeit der deutschen Mitbrüder in unserer Heimat Danke sagen.“ Auch deshalb sind fünf brasilianische Mitbrüder nach Deutschland gekommen. Am 1. Juni 2006 wurden die Patres Jacinto Weizenmann und Levi dos Anjos Ferreira sowie die Brüder Marcio Auth, Cleber Sanches und Ademir Wickert offiziell in die deutsche Provinz aufgenommen. Im September 2006 berichtete die Ordenszeitschrift "Dein Reich komme"

In Johann Wolfgang von Goethes großem Bildungsroman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ bricht der gleichnamige Protagonist mit einem Mal aus der gewohnten Umgebung aus. Wilhelm ist auf der Suche nach seiner Lebensaufgabe. Er nimmt sich vor: Ich will „mich selbst, ganz wie ich da bin, ausbilden“.

So ähnlich dürfte es auch den fünf brasilianischen Mitbrüdern gegangen sein, die nun zum Teil schon seit mehreren Jahren in Deutschland sind und am 1. Juni 2006 offiziell in die Deutsche Provinz aufgenommen wurden. Dabei geht es den beiden Patres Jacinto Weizenmann und Levi dos Anjos Ferreira wie auch den Brüdern Marcio Auth, Cleber Sanches und Ademir Wickert um weit mehr als nur ihre persönliche Ausbildung. Pater Jacinto, der schon seit 2001 in Deutschland lebt, erklärt mit großem Nachdruck: „Wir wollen für die großartige Arbeit der deutschen Mitbrüder in unserer Heimat Danke sagen.“ Und Pater Levi ergänzt: „Zwischen uns gibt es eine Beziehung wie bei Mutter und Tochter.“

Die „Mission“ kommt zurück nach Deutschand

Bereits im Jahr 1903 gründeten deutsche Dehonianer in Brasilien eine neue Provinz. Das ungewohnte Klima, Krankheiten wie Malaria oder auch politische Krisen wie der Militärputsch 1963 – die Deutschen hatten immer wieder mit unzähligen und schwierigen Problemen zu kämpfen. Doch die Herz-Jesu-Priester sind geblieben und ganz im Sinne ihres Ordensgründers Pater Leo Dehon weiter zu den Menschen gegangen. Heute, nach über 100 Jahren, ist die brasilianische Provinz gefestigt, und die „Mission“ kommt zurück nach Europa.

Zum Beispiel auch deshalb, weil es in der deutschen Provinz an Ordensnachwuchs mangelt. Das hat auch Bruder Marcio Auth erfahren: „Wir hatten schon oft gehört, dass es hier wenig junge Mitbrüder gibt.“ Eines Tages wurde der nun 30-Jährige angesprochen, ob er sich nicht im Rahmen des Projektes „Brasilien-Deutschland“, bei dem brasilianische Mitbrüder in Deutschland in der Jugendseelsorge mitarbeiten, ein Leben in Deutschland vorstellen könne. Er konnte.

Als Erster kam jedoch Pater Jacinto in die deutsche Provinz. Der 49-Jährige ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt Priester. Jugendseelsorge und Ausbildung waren in Brasilien seine Berufung, Pater Jacinto liebt seine Arbeit. Als er um einen Wechsel nach Deutschland ersucht wurde, sträubte er sich zunächst. Doch die Oberen bewiesen Beharrlichkeit. Aus gutem Grund: Pater Jacinto ist deutscher Abstammung und konnte die Sprache schon. Auch die Mitbrüder Ademir und Marcio haben deutsche Wurzeln.

Für alle begann der neue Lebensabschnitt mit derselben weißen Überraschung: Schnee. Noch nie zuvor haben die Südamerikaner weiße Flocken gesehen. Alle fünf kamen in einem Januar, keiner von ihnen hatte jemals eine solche Kälte erlebt und die Natur so kahl gesehen. „Es war ein Schock. lch habe nur gegrübelt, warum die ganze Natur so kaputt ist,“ erinnert sich Pater Jacinto. Insgeheim befürchteten die Brasilianer, dass die Temperaturen im Januar nicht das einzige Kalte bleiben könnten.

Die Brasilianer haben gelernt, "deutsch" zu denken | Seite 2 des Berichts über das deutsch-brasilianische Projekt

Leo Dehon

Der Gründer der Herz-Jesu-Priester

Das Logo

So erkennen Sie die Herz-Jesu-Priester