Gemeinschaft
1938 – Gerechter unter den Völkern
Pater Heinrich Middendorf SCJ übernimmt als Rektor die Leitung des Hauses in Stegen. Während der Schrecken des Naziregimes zeigt Pater Middendorf ein beeindruckendes Beispiel christlicher Nächstenliebe: Er bietet mehr als 150 Flüchtlingen Schutz auf dem Klostergelände und versteckt unter ihnen neun Menschen jüdischer Abstammung. Für diese Tat erhielt Pater Middendorf 1994 als erster katholischer deutscher Priester von Israel den Titel „Gerechter unter den Völkern“. In der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem ehrt ihn eine eigene Tafel. Dabei hatte der spätere Generalrat und Missionar im Kongo nie von dieser Rettungsaktion erzählt. Erst durch Nachforschungen wurde der Mut des Herz-Jesu-Priesters bekannt.
Willkommen in Osnabrück
In Osnabrück gründen die Herz- Jesu-Priester am 15. Oktober 1938 eine neue Niederlassung, nach der Säkularisation das erste Männerkloster in der emsländischen Stadt. Eine Wohnung in einer Villa beherbergt zunächst acht Patres und einen Bruder. Doch schon bald werden sie aufgefordert, die Wohnung zu räumen. Erst Jahre später und nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges sollten die Dehonianer einen festen Platz in Osnabrück bekommen, sie übernahmen 1946 die Pfarrei Herz-Jesu, deren zerbombte Pfarrkirche in den Folgejahren wieder aufgebaut werden musste.

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