100 Jahre Deutsche Ordensprovinz | 1908

1908 – Die Gründung der Deutschen Provinz

Der Weg zur Gründung der Deutschen Ordensprovinz ist kein leichter. Das preußische Ordensgesetz verbietet nahezu allen Orden, Neugründungen durchzuführen. Der Kulturkampf hatte dazu den Klerus in große Schwierigkeiten gestürzt, so dass auch von dieser Seite her keine Hilfe zu erwarten ist. Deshalb mieten die Herz-Jesu-Priester 1908 zunächst einmal ein Gebäude bei Sittard in den Niederlanden. In den Folgejahren entsteht hier das Missionshaus Sittard mit Noviziat und Verwaltungsgebäuden. Von hier aus sollte später der entscheidende Impuls zur Neugründung auf deutschem Gebiet ausgehen. Die Entscheidung fällt beim 7. Generalkapitel 1908 in Leuven, wo der Beschluss zur Teilung in eine westliche und eine östliche Provinz beschlossen wird. Wenige Monate später am 13. Januar 1909 gibt Pater Leo Dehon SCJ in einem Rundbrief bekannt, welche Gebiete zu den Provinzen gehören sollen. Deutschland wird der Ostprovinz zugeordnet. Damit sind die Herz-Jesu-Priester zumindest offiziell auf deutschem Boden angekommen – wenngleich die tatsächliche Übersiedlung noch einige Jahre auf sich warten lässt.