Berufung?


Die Frage nach dem, was ich einmal machen möchte, wozu ich meine Kräfte einsetzen möchte, wo ich meinen Begabungen und Fähigkeiten einsetzen kann, ist die Frage nach der Berufung des Menschen.

Natürlich gibt es während der Schulzeit die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die einen Unterstützen möchte bei der Suche nach dem was einen auf den Leib geschnitten ist, aber die eigene Berufung zu finden bedarf es in der Regel mehr.

Die Frage nach der eigenen Berufung setzt voraus, dass ich mich selber kenne.

Vielleicht lachen Sie jetzt innerlich und denken, wer sonst als ich kennt mich am besten. Aber wie erstaunt sind Menschen, wenn sie sich einmal selbst entdecken, wenn sie erleben, welche Fähigkeiten in ihnen stecken, von denen sie nichts wussten. Vielleicht sind es Fähigkeiten, bei denen man sich die Finger schmutzig machen muss, Fähigkeiten, die keinen geregelten Tag zulassen, Fähigkeiten, die mich in meinen Denken und Handel neu herausfordern. 

Die Frage nach der eigenen Berufung führt zur Suche

Weshalb sind Sie diese Zeilen am lesen? Sind Sie auf der Suche nach einem neuen Leben? Haben Sie Altes zurücklassen müssen? Menschen auf der Suche orientieren sich am Leben von Anderen. Wo hat sie oder er sein Glück und seine Erfüllung gefunden im Leben? Wo kann ich mein Glück mit meinen Talenten finden? Nicht immer ist ein bestimmter Beruf die Antwort auf solche Fragen, sehr häufig findet sich die Antwort auch in meinen Lebenszielen. 

Die Frage nach der eigenen Berufung setzt voraus, dass ich Ziele habe und kenne.

Nicht nur ein Haus und eine Familie zu gründen können Ziele im Leben von Menschen sein, da ist noch viel mehr möglich. Gerade ein Leben für andere Menschen, motiviert aus dem Glauben an Jesus Christus, ist ein sehr spannendes und lohnendes Ziel, dass nicht nur Priester und Ordensleute verwirklichen können. 

Die Frage nach der eigenen Berufung führt zu Auseinandersetzung mit mir selber

Die aller wenigsten Menschen werden in einen Kontext hineingeboren, der sie direkt in ihre Berufung führt. Die Fülle der Angebote und Möglichkeiten ist heute schier unüberblickbar, aber dennoch fehlt es in vielen Berufen an Menschen, die bereit sind dort zu arbeiten. Der eigenen Berufung zu folgen erfordert, dass ich altes zurücklasse und neue Wege beschreite. Was bin ich bereit einzusetzen, zur Verwirklichung meines Weges. Da geht es nicht zuerst um Geld, sondern um mein Leben. Und darum muss ich ringen, denn nur wer kämpft kann auch gewinnen.

Die Frage nach der eigenen Berufung führt auf einen neuen Weg

Wenn ich einen Entscheidung errungen und getroffen habe, gilt es sie umzusetzen. Für den einen bedeutet dass, der Aufbruch in eine neue und eigene Wirklichkeit und für die andere, ein Weg, bei dem ich unterstützt werde von Menschen. Was mein, was dein Weg ist, muss jede/r selbst herausfinden. Einen Menschen an der Seite zu haben, der zuhört und fragt, ist sehr hilfreich, denn er wirkt wie ein Spielgel von mir selber. Ein geistlicher Begleiter ist ein guter Ratgeber, nicht nur in Fragen des Glaubens.

Die Frage nach der eigenen Berufung führt zu einem Neubeginn

Aufzubrechen ist nicht alles. Den Weg zu gehen und zu ertasten, erfahren und spüren, ob es passt ist wichtig. Das gilt für alle Berufe und Berufungen. Deshalb gibt es schon seit vielen hundert Jahren in geistlichen Gemeinschaften eine Zeit des Kennenlernens und der Probe, bevor ein Mensch sich einer solchen Gemeinschaft anschließt. Man nennt diese Zeit das Postulat und Novizat und es dauert mindestens 1,5 bis 2 Jahre. Das nimmt den Druck, jetzt eine Entscheidung treffen zu müssen, die ich mein Leben lang durchtragen soll. Aber es ist auch keine Garantie, dass alles funktioniert. Jeder Weg führt zu einem Ziel und nicht immer ist das Ziel das ich erreichen möchte auch das Ziel meines Weges.

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