Samstag, der 01. Oktober 2016
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Pater Sergio Rotasperti SCJ vor der Kulisse Jerusalems mit der goldenen Kuppel des Felsendoms. (c) Privat/scj

Neuer Mitbruder im Kloster Neustadt

Als Italiener in Neustadt

Seit Mai ist Pater Sergio Rotasperti SCJ im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt mit einer besonderen Aufgabe vertraut

Geboren wurde Pater Sergio Rotasperti SCJ am 15. Juni 1968 bei Bergamo, ganz in der Nähe des Geburtsortes von Papst Johannes XXIII. Sein Vater ist verstorben, aber seine Mutter lebt noch. Und er hat eine Schwester; sie ist verheiratet, hat zwei Töchter und arbeitet als Friseurin. Seine Schulausbildung hat er mit dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Monza bei Mailand abgeschlossen. Während seiner Zeit als Gymnasiast besuchte einmal ein Dehonianer die Pfarrei, um für den Orden zu werben. Bei Pater Rotasperti fiel dieses Unterfangen offensichtlich auf fruchtbaren Boden, denn er ist nach dem Abitur in das Noviziat in Trient eingetreten.

Wie in der Norditalienischen Provinz unserer Kongregation üblich, begann unser neuer Mitbewohner seine philosophischen und theologischen Studien in Bologna. Später ging er nach Rom und zum vertiefenden Studium nach Jerusalem, wo er sich auf Bibeltheologie spezialisiert hat. Das Studium hat er mit dem Doktortitel abgeschlossen. In seiner Dissertation geht es um das Buch der Sprichwörter. Darin werden viele Bilder und Metaphern verwendet, die uns so nicht mehr geläufig sind. Pater Rotasperti hat versucht, deren Bedeutung herauszuarbeiten und so diese Bilder verständlich zu machen – ein anspruchsvolles Unterfangen.

Wieso ist er aber nun in Deutschland? Schon seit mehreren Jahren ruft unsere Generalleitung auf zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit. Unser Haus in Berlin war beispielsweise von Beginn an als internationale Gemeinschaft konzipiert. Unser Studienhaus in Freiburg bietet Platz für Studenten aus den unterschiedlichsten Ländern. Und so lag der Gedanke nicht fern, dass, wenn wir hier in Neustadt die Veranstaltungen rund um die Bibel erweitern wollen, wir auch im „dehonianischen Ausland“ nach Fachkräften suchen. Bei den Überlegungen für eine Zusammenarbeit zwischen der Deutschen und der Norditalienischen Provinz wurde so schließlich der Gedanke geboren, Pater Rotasperti nach Neustadt zu holen.Zunächst für fünf Jahre, dann will man prüfen, ob das Projekt weitergeführt werden kann und soll.

Im August 2015 kam Pater Rotasperti zunächst nach Freiburg. Will man in Deutschland arbeiten, muss man Deutsch beherrschen. Und das war das erste, was er in Angriff genommen hat. Jetzt, ein knappes Jahr später, ist Pater Rotasperti in Neustadt. Hier will er im Bildungshaus Bibelveranstaltungen anbieten. Darüber hinaus ist vorgesehen, im Auftrag der Diözese etwas für die Bibelarbeit in den Pfarreien zu tun. Das kann heißen, dass Pater Rotasperti selbst in die Pfarreien zu Bibelabenden geht, aber auch, dass er Menschen, die solche Veranstaltungen anbieten wollen, gezielt vorbereitet. Klappt das, so scheint nicht ausgeschlossen, dass die Zusammenarbeit tatsächlich länger andauert, als die bislang geplanten fünf Jahre – vielleicht auch als Projekt mit Modellcharakter.

Und was macht Pater Rotasperti in seiner Freizeit? In den Abendstunden sitzt er manchmal an der Orgel, neben Wandern und Sport ist die Musik eines seiner Hobbys. Außerdem reist er sehr gerne. Er könnte deshalb auch als Reiseführer in Israel zum Einsatz kommen, was Hobby und Beruf verbinden würde. Und das Wichtigste für ihn? In Kontakt zu anderen Menschen kommen.

Text: Bruder Josef Faath SCJ

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