Mittwoch, der 07. Dezember 2016
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Gruppenbild der dehonianischen Provinziale und Distriktleiter. (c) SCJ

Nach der Generaloberenkonferenz in Rom

Austausch und Begegnung auf hoher Ebene

Aufbruch, Vernetzung und Migration gehörten zu den wichtigen Themen des Treffens der Ordensoberen in Rom. Pater Heinz Lau SCJ, der Provinzial der Deutschen Ordensprovinz, war dabei. Auf dem Rückweg von Rom erzählt er voller Begeisterung, wie er die vergangene Woche erlebt hat.

„Ich kehre gestärkt und mit neuem Elan zurück nach Deutschland. Auch wenn wir zahlenmäßig weniger werden, so wollen wir Herz-Jesu-Priester doch nicht resignieren. Im Gegenteil, man merkt, dass ein neuer Aufbruch stattfindet“, sagt Pater Lau. Gleichzeitig wolle sich die Gemeinschaft stärker auf die Identität als Herz-Jesu-Priester besinnen und ihr Profil schärfen. „Dazu sehen wir die Notwendigkeit, gute neue Formen christlichen Lebens zu entdecken und somit unserer Spiritualität frischen Wind zu verleihen“, sagt Pater Lau. Die Oberen der Gemeinschaft wurden gestärkt, mutig neue Projekte anzugehen, auch solche, die in Zusammenhang mit dem Thema Migration stehen. „Wir sind überzeugt davon, dass Migration nicht nur ein Phänomen ist, das Europa für die nächsten zwei bis drei Jahre beschäftigt. Die künftige Gesellschaft wird eine Gesellschaft sein, die durch Migration geprägt sein wird“, glaubt der Provinzial der deutschen Provinz.

Das Jahr der Barmherzigkeit ist vorbei, nicht jedoch das Anliegen, das mit diesem außerordentlichen Heiligen Jahr verbunden war. Die Barmherzigkeit Gottes soll erfahrbar werden, in einer Welt, die oft unbarmherzig ist. Dies sei, so sagt Pater Lau, auch der Wunsch der Herz-Jesu-Priester, die Zeugen für Gottes barmherziges Handeln sein möchten, „besonders für jene Menschen, die sich an den Rändern der Gesellschaft befinden.“ Zu dem Thema „Geht zu den Rändern“ habe eine Professorin aus Neapel einen halben Tag lang referiert, zeigte sich Pater Lau beeindruckt. „Es ist notwendig, sich neu zu fragen, wo man den Armen heute begegnen und wie man als Teil der Kirche an ihrer Seite stehen kann“, sagt der Ordensmann. Ein anderes wichtiges Anliegen sei es, neue Missionen zu gründen in verschiedenen Ländern der Erde. Auch wollen die Herz-Jesu-Priester noch präsenter als bisher in Großstädten sein, so in Berlin, Paris, London und Amsterdam. „Wir wollen in den Metropolen mit einer kleinen internationalen Kommunität Präsenz zeigen“, erzählt Pater Lau.

Kein dolce vita in Rom

„Die gemeinsamen Tage waren sehr dicht. Wir trafen uns jeden Tag ab 8 Uhr bis 19 Uhr zum gemeinsamen Arbeiten“, erinnert sich der Ordensmann an die Tage in Rom. Mal am Morgen, mal am Abend feierte die Gemeinschaft Heilige Messe und hatte auch immer wieder eucharistische Anbetung und immer wieder gab es kleine geistige Impulse.  „Man kann sagen, dass dieses Treffen vom Gebet getragen war“, blickt Pater Lau zurück. Es seien zum Ende der Woche auch die nächsten großen Treffen bekannt gegeben worden. Zur großen Überraschung vieler würde das nächste große Treffen der Ordensoberen im Juli 2018 in Manila unter dem Motto „Barmherzigkeit leben mit den Armen“ stattfinden.

Künftig, so berichtet der Herz-Jesu-Priester, sollen diese Treffen regelmäßig stattfinden. Dabei sei eine noch bessere Vernetzung der internationalen Gemeinschaft ein wichtiges Anliegen. Man möchte untereinander im Gespräch bleiben und die Einheit auch durch persönliche Begegnungen über die Landesgrenzen hinweg fördern. „Die Generalleitung möchte zudem nicht einfach ‚von oben‘ Entscheidungen treffen, sondern sich mit den Verantwortlichen der Weltgemeinschaft beraten und auf die Erfahrungen zurückgreifen, die in den einzelnen Provinzen vorhanden sind“, erzählt der Ordensmann.

Die Generalversammlung wurde mit einem großen Konzert abgeschlossen. Der Chor der Gemeinde Christo Re hat in einer beeindruckenden Weise Lieder dargestellt, dazu auch getanzt. „Die Internationale Kommunität, die wir Herz-Jesu-Priester ja sind, wurde von dem Chor wiedergespiegelt, da sie Stücke aus den verschiedenen Ländern darboten, aus denen wir stammen“, erzählt Pater Lau begeistert. Alleine hat Pater Lau die Rückreise nach Deutschland nicht angetreten. Ihn begleiten drei Ordensobere aus Brasilien, Kamerun und Madagaskar. „Sie wollen uns besuchen und natürlich auch die Studenten aus ihren Heimatländern in Freiburg treffen“, erklärt Pater Lau.

Text: Regina Maria Schwarz

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