Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ Aktuell | 
Menschen bei einem Karnevalsumzug. (c) Fotolia/KarlGroße

Fastnacht bei den brasilianischen Dehonianern

Karneval in Deutschland? Viel zu kalt!

Die fünfte Jahreszeit erreicht dieser Tage ihren Höhepunkt. Faschingsfeiern, Karnevalsumzüge und Narrensitzungen stehen jetzt bei vielen als wichtige Termine im Kalender. Luftschlangen und Luftballons schmücken die Räume und das bunte Kostüm darf da auch nicht fehlen. Pater Levi Ferreira SCJ, Frater Max Candido SCJ und Frater Paulo Henrique SCJ kommen ursprünglich aus Brasilien. Als Ordensleute aus dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg feiern sie Karneval aber Deutschland.

Karneval und Kirche

Wenn man das bunte Treiben während der Karnevalszeit betrachtet, ist der christliche Brauch, der mit dem Karneval verbunden ist, nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Pater Levi Ferreira erklärt: „Das Wort ‚Karneval‘ kommt von ‚carne vale‘ und heißt übersetzt so viel wie ‚Fleisch, lebe wohl‘. Bevor mit dem Aschermittwoch die 40 Tage der Fastenzeit beginnen, hat man an Karneval nochmals die Gelegenheit zu feiern und gut zu essen, denn in der Fastenzeit wurde vor allem auf Fleisch verzichtet.“

Inzwischen ist der Verzicht auf Fleisch während dieser 40 Tage zwar durchaus auch noch üblich, doch gibt es auch viele individuelle Vorsätze, wie beispielsweise der Verzicht auf Sü-ßigkeiten oder eine Einschränkung der Zeit, die man im Internet verbringt. „Ursprünglich war Karneval ein Fest, das von Sklaven gefeiert wurde“, erzählt Pater Ferreira. „Auch heute noch ist der Karneval eine Feier der Armen. Allerdings gibt es während der Karnevalsfeiern auch immer wieder Spannungen, sowohl mit der Politik als auch mit der Kirche.“ Denn oftmals werde der Karneval genutzt, um Kritik an Kirche und Gesellschaft zu üben.

Die einen lieben ihn, die anderen sind genervt

Beim Karneval gehen die Meinungen auseinander. Während ihn die einen begeistert feiern, sind die anderen eher genervt und froh, wenn nach dem ganzen Trubel wieder zur Tagesord-nung übergegangen werden kann. „Manche machen während dieser Tage auch sehr bewusst Exerzitien oder eine Wallfahrt, um Stille und Besinnung zu finden“, weiß Pater Ferreira. Problematisch sei die Karnevalszeit dann, wenn man es übertreibt, wenn man seine Grenzen nicht kenne, zu viel Alkohol konsumiere und dann Dinge tut, die man hinterher bitter bereue, schildert der Ordensmann.

Frater Max Candido dagegen hat am aktiven Mitfeiern des Karnevals wenig Interesse, aber er sieht dem lustigen Treiben sehr gerne zu. „Ich verfolge den Karneval gerne im Fernsehen oder sehe mir einen Karnevalszug an. In Rio de Janeiro bereiten sich die Sambaschulen ein ganzes Jahr vor“, erzählt er. „Ich finde es deshalb schön, die viele Mühe anzuerkennen, indem ich hingehe, zusehe und klatsche.“ In Brasilien herrsche zur Karnevalszeit Hochsommer, in Deutschland hingegen ist es kalt, „es wird viel getanzt und leichte Kleidung getragen“, erklärt Pater Levi Ferreira.

Frater Paulo Henrique dagegen hätte in seiner Heimat sehr gerne Karneval gefeiert, es war ihm aber selten möglich, da er in dieser Zeit oft arbeiten musste. Mit vielen Leuten auf der Straße zu tanzen und zu fröhlich feiern, wäre ihm als gelernter Friseur, lieber gewesen, als im „Petshop“ Hunde zu frisieren. „Jetzt schneide ich hin und wieder meinen Mitbrüdern die Haare“, erzählt der junge Ordensmann und lacht.

Text: Regina Maria Schwarz


Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer