Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 28. April 2013 | Frater Martin Rasolofonia SCJ im Interview über seine ewigen Gelübde.

„Ich bin mir nicht allein vorgekommen!“

Frater Martin Rasolofonia SCJ legte am 27.02.2013 in Antsirabe in Madagaskar seine ewigen Gelübde ab. Im Interview erzählt der Mitbruder der Herz-Jesu-Priester über seine Entscheidung zum Ordensleben, die Besonderheit der Dehonianer und wie er den Tag des Gelübdes erlebt hat.

Frater Martin Rasolofonia SCJ bei seinen ewigen Gelübden in Madakaskar (foto:scj.de)
Frater Martin Rasolofonia SCJ bei seinen ewigen Gelübden in Madakaskar (foto:scj.de)

SCJ.de: Warum haben Sie sich für das Ordensleben entschieden?
Frater Martin Rasolofonia SCJ: Seit September 2000 habe ich mit der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester zu tun. Lange habe ich nicht überlegt, bis ich mich dafür entschieden habe, in deren Kleinseminar einzutreten. Davor schien mir alles fremd, was mit Kirche, Glaube, Ordensleben usw. zu tun hatte. Der Grund dafür war, dass ich in der Familie weder religiös noch christlich erzogen worden war. Die damaligen gesellschaftlichen Umstände hatte dies noch verstärkt. Das Ziel dieses „Aspirantat“ (Kleinseminar) besteht darin, dem interessierten Kandidaten durch Begleitung zu ermöglichen, seine wahre Berufung zu erfinden und sich dann orientieren zu können. Ich war in dem Kleinseminar vier Jahre lang und bekam neben dem Schulbesuch auch allgemeine Informationen darüber, wie sich ein Ordensmann bzw. eine Ordensfrau von einem Diözesanpriester unterscheiden lässt, wer die Herz-Jesu-Priester sind, und worin ihre Eigenart bzw. ihr Kerngeschäft besteht. Was mich besonders am Ordensleben fasziniert hat und noch bis heute fasziniert, ist das strukturierte gemeinsame Leben in der Kommunität. Dieser Aspekt hat dazu geführt, dass ich mich nach dem Abitur für diese Lebensform entschieden habe.

Wieso sind Sie dann ausgerechnet zu den Herz-Jesu-Priestern gegangen?
Wie schon erwähnt, erfuhr ich im Aspirantat neben der Schule auch eine religiöse und dehonianische Erziehung. Dadurch habe ich Pater Leo Dehon SCJ und die von ihm gegründete Ordensgemeinschaft kennengelernt. Von unserem Charisma, unserer Spiritualität und unseren Werken wurde bei Gelegenheiten gesprochen. Bei den Herz-Jesu-Priestern halte ich es für entscheidend, dass die Vereinigung mit Jesus Christus und dem Apostolat miteinander zusammenhängt. Von diesem Aspekt bin ich so stark geprägt worden, dass ich die Entscheidung getroffen habe, bei den Dehonianern zu bleiben und letztlich mit dem  ganzen Leben für immer mitzuwirken.

Frater Martin Rasolofonia SCJ bei einem der wichtigsten Momente in seinem Leben (foto:scj.de)
Frater Martin Rasolofonia SCJ bei einem der wichtigsten Momente in seinem Leben (foto:scj.de)

Was ist für Sie persönlich das Besondere an dem Orden der Herz-Jesu-Priester? 
Unsere Eigenart, als Herz-Jesu-Priester, lässt sich, nach meiner Meinung, zusammenfassen mit den Wörtern „ECCE VENIO“ und „ECCE ANCILA“, die für mich selbst ganz wichtig sind. Dem Beispiel Jesus Christi folgend und von der Heiligen Maria her, sollen wir auch das tun, was Gott von uns will. Unsere Profess verlangt nämlich, dass wir eine große Verfügbarkeit und Bereitschaft haben müssen, dahin zu gehen, wo wir gebraucht werden können. Und das ist unsere Besonderheit: wir haben kein bestimmtes und verschlossenes Gebiet, wo wir eingesetzt werden müssen, sondern wir bleiben für alle Realitäten ganz offen. Wir sollen dahin gehen, wo die Menschen sind.

Wann und wo sind Sie in das Noviziat eingetreten und was haben Sie währenddessen getan?
Nach dem Abitur, also im Oktober 2004, habe ich im Ausbildungshaus in Antsirabe Madagascar mit dem Postulat angefangen, und ein Jahr danach das Noviziat im selben Ort gemacht. Neben der geistlichen Übung, der Handarbeit und gewissen Einsätzen in den Pfarreien, habe ich vor allem die Geschichte des Ordenslebens sowie die Geschichte der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, unsere dehonianische Spiritualität und unsere Konstitutionen kennengelernt und vertieft. Außerdem wurde uns alles gelehrt, was die Gelübde des Gehorsames, der Armut und der Keuschheit angeht, wie diese für die Dehonianer verstanden werden sollen und was unsere Regeln und Konstitutionen dazu sagen. Nach dieser Zeit habe ich am 29. September 2006  die erste Profess abgelegt.

Frater Martin Rasolofonia SCJ legte in Madagaskar seine ewigen Gelübden ab (foto:scj.de)
Frater Martin Rasolofonia SCJ legte in Madagaskar seine ewigen Gelübden ab (foto:scj.de)

Was ist für Sie das Spezielle und Besondere am Ordensleben? 
Das Ordensleben ist in sich keine verschlossene Sache. Es bewegt mich, dass ich die Grenze meines Familienkreises, meiner Region, meiner Kultur, meiner Sprache und sogar meines eigenen Landes überschreiten kann, und auf anderen Menschen zukommen zu können, die meine Hilfe und meinen Einsatz brauchen können. Darüber hinaus ist das gemeinsame Leben für mich ein wichtiger Aspekt des Ordenslebens, ohne den ich schon wo anders gewesen wäre, als im Kloster. 

Was haben Sie an diesem Tag gefühlt?
Voll Freude war ich in diesem Tag, denn ich bin in einer entscheidenden Etappe meines Lebens als Ordensmann angekommen. Die Anwesenheit von meiner Familie, meinen Verwandten, Bekannten und Freunden und besonders von vielen Mitbrüdern, die nicht nur aus der Provinz Madagaskar, sondern auch aus den verschiedenen Provinzen, wie Kamerun, Kongo und Deutschland gekommen sind, hat mich sehr gefreut und ermutigt, diesen Weg immer weiter zu gehen. Ich bin mir nicht allein vorgekommen: Alle diese Leute stehen hinter mir.

Wie war der ganze Tag strukturiert?
Wir haben mit dem Morgengebet begonnen und um 10 Uhr hat die Messe angefangen. Sie hat fast zweieinhalb Stunden gedauert. Nach der Messe sind alle Teilnehmer zum Mittagessen eingeladen worden. Da ist das Moment des Festes: Begegnung und Austausch.

Frater Martin Rasolofonia SCJ legt seine ewigen Gelübde ab (foto:scj.de)
Frater Martin Rasolofonia SCJ legt seine ewigen Gelübde ab (foto:scj.de)

Welche Unterschiede gibt es bei dem Ablegen der Gelübde in Madagaskar im Gegensatz zu Deutschland?
Aus meiner Sicht bestehen keine großen Unterschiede, außer der Dauer der Messe und der Lebendigkeit des Feierns. Denn bei uns in Madagaskar wird immer viel getanzt und gesungen, sowohl während der Messe als auch beim Essen. Hinzu kommen die Stellungnahmen anderer wichtiger Personen, wie des Provinzoberen, des Familienvertreters, des Rektors des Studienhauses und von demjenigen, der die Gelübde ablegt. Deswegen wird bei solchen Gelegenheit mehr Zeit gebraucht als in Deutschland. 

Was möchten Sie im Orden der Herz-Jesu-Priester erreichen, welchen Beitrag möchten Sie leisten? 
Wir Herz-Jesu-Priester, können - wie schon gesagt- überall eingesetzt werden. Immer dort, wo es nötig ist. Das heißt, es steht mir nicht zu, zu bestimmen, wo ich was machen möchte, sondern ich möchte mich an der Mission unserer Kongregation beteiligen, egal wo ich gebraucht werden kann.

Interview Matthias Biallowons  


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