Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ am Sonntag, den 07. April 2013 | "Bilder des Lebens" im Hospiz Oberhausen

„Farben des Lebens“ in Oberhausen  

Während der Kar- und Ostertage brachten im Hospiz in Oberhausen Menschen ihre Erfahrungen aus dem Hospiz zum Ausdruck. Pater Stefan Tertünte SCJ erzählt über die Bilder, die im Hospiz Oberhausen gemalt wurden, die die Kar- und Ostertage im Kirchenzentrum geprägt haben.

Farben des Lebens in Oberhausen (Foto:scj.de)
Farben des Lebens in Oberhausen (Foto:scj.de)

Wer einmal Kontakt zum Hospiz Oberhausen hatte, der weiß: Das ist ein starker Ort des Lebens – im Angesicht des Todes. Eine Erfahrung, die Menschen aus anderen Hospizen auch kennen. Seit Jahren geht die Kunsttherapeutin Carola Haferkamp jede Woche in das Hospiz in Oberhausen, um mit den Menschen dort zu malen. Entweder motiviert und hilft sie den Hospiz-Bewohnern, selber zu malen, oder sie lässt sich Bilder „diktieren“, wenn die Krankheiten das eigene Malen nicht mehr zulassen. Entstanden sind so viele Bilder mit unterschiedlichsten Stilrichtungen und Motiven.

Unter dem Titel „Farben des Lebens – Erfahrungen aus dem Hospiz“ haben uns die Bilder durch die Kar- und Ostertage im Ökumenischen Kirchenzentrum begleitet. Jeden Tag ein anderes Bild, biographische Informationen, ein meditativer Impuls, ein Segensgebet, etwas Musik. Jeden Tag eine zehn minütige Unterbrechung dieser Art mitten im Café-Betrieb unseres Hauses. Unsere Gäste haben mit großer Aufmerksamkeit die Impulse verfolgt, haben die Geschichte des 56-jährigen Herrn F. gehört, der nicht mehr sprechen kann, und mit wechselnden Farben einen geschlossen Kreis nach dem anderen gemalt. Oder die 40-jährige Frau P., eine leidenschaftliche Motorradfahrerin, die sich riesig darüber freute, dass ihr Bild neben einem Delphin auch noch ein knallgelbes Quietscheentchen enthält. Es sind Geschichten des Lebens, mitten im Sterben.  

In mir ist ein Leben,
das will leben!
In mir ist auch ein Tod,
der will Sterben.
Und Feuer ist in mir,
das brennt
so oder so.
Und Grenzen sind da,
die geben mir Halt und auch Schutz und Geborgenheit auch
Und Grenzen sind da,
die machen mich allein und hilflos und wütend auch.
Und Kreis um Kreis ziehe ich
und lerne Schritt für Schritt
und wachse und werde größer
bis ich nicht mehr bin.
Und dann...  

 

Die Gäste des Hospiz dürfen auch selber malen (foto:scj.de)
Die Gäste des Hospiz dürfen auch selber malen (foto:scj.de)

Am Karfreitag wurden dann die Gäste des Kirchenzentrums eingeladen, selbst ihre Farben des Lebens auf zwei große Leinwände zu bringen. Vom fünfjährigen bis zur 85-jährigen haben sich Menschen daran beteiligt, ihre Erfahrungen mit dem Malen und den Motiven auszutauschen. Entstanden ist ein farbenfrohes Bild, das das Tor zum Osterfest weit aufgestoßen hat.  

Unter den Texten, die Pfarrer Stefan Züchner, Pfarrerin Monika Elsner und ich verfasst haben, war auch diese Gebet, das uns durch alle Tage der Karwoche begleitet hat:  

Gott.

Bring Farbe ins Spiel
unseres Lebens.
Das Grau dieses Winters
hat uns zu lange schon gedrückt
Und das Grau unseres Alltags
ist manchmal eine kaum spürbare Zwangsjacke.
Bring Farbe ins Spiel
unseres Lebens.
Dass Lachen und Glück und Lust
schöner Tage auch dann noch wirken, wenn’s schwerer wird.

Bring Farbe ins Spiel
unseres Lebens.
Du willst doch,
dass wir das Leben haben,
das den Namen verdient,
schon vor dem Tod.
Du willst doch, dass wir das Leben haben,
Lachen und Glück
über den Tod hinaus.

Pater Stefan Tertünte SCJ


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