Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 03. März 2013 | Das neue Buch von Pater Dr. Heiner Wilmer SCJ

„Gott ist nicht nett“  

Gott ist nicht nett. Das klingt gar nicht nett. Besonders dann nicht, wenn das ein Pater sagt. Einer, der sein Leben doch gerade diesem Gott und seinem Sohn Christi gewidmet hat. Und doch ist das der Titel, den Pater Dr. Heiner Wilmer für sein neues Buch gewählt hat, das am 28. Februar im Herder Verlag erscheinen wird.

Pater Heiner Wilmer SCJ (Foto:scj.de)
Pater Heiner Wilmer SCJ (Foto:scj.de)

Liest man die Verlagsinformationen, die vorab veröffentlicht wurden, so steht dort: „Heiner Wilmer, Priester und Leiter einer Ordensgemeinschaft, stellt sich die provozierende Frage: Was bringt mir Jesus?“ Und dann werden Schlagworte aufgeführt: „Radikales und persönliches Lebenszeugnis“, „Authentisch und spannend erzählt“ und „Beispiellose Rechenschaft eines katholischen Priesters“. Und tatsächlich, bereits der Einstieg macht klar, dass es hier nicht um ein weiteres seichtes Glaubensbekenntnis-Buch geht: „Manchmal kann ich all das, was über Jesus gesagt wird, nicht mehr hören“, schreibt der Provinzial der deutschen Herz-Jesu-Provinz und fährt fort: „Ich höre meine eigenen Predigten schließlich jeden Sonntag und merke, wie ich Floskeln und Palaver irgendwohin, in den Himmel, in die Dunkelheit schicke. Das Anstrengende ist, dass mein ganzer Beruf, mein Lebenssinn auf diesem Jesus aufbaut, obwohl dessen Bedeutung mir manchmal abhandenkommt.“ Was hat den Priester und Ordensmann angetrieben, über diese und andere Fragen des persönlichen Lebens und Glaubens zu schreiben? „Dein Reich komme“ hat im Interview nachgefragt:

Pater Heiner Wilmer SCJ (foto:scj.de)
Pater Heiner Wilmer SCJ (foto:scj.de)

„Dein Reich komme“: Sie schreiben in Ihrem Buch anschaulich, direkt und erzeugen teilweise sogar ein bestürzendes Gefühl. Warum haben Sie sich zu solch einer kompromisslosen Form entschieden?
Pater Dr. Heiner Wilmer SCJ: Weil ich gespürt habe, das all die weichgespülten Gottes- und Jesus-Bilder mich nicht erfüllt haben. Wir haben alle Ecken und Kanten abgeschliffen. Die Struktur meines Buches wird durch das Gebet „Anima Christi“ vorgegeben. Anhand dieses alten Gebets kann man sehen, dass wir die Wucht und Eckigkeit unseres Glaubens vergessen haben. Das „Anima Christi“ aber ist wuchtig und eckig und das möchte ich ausdrücken. Das ist ein Grundduktus, der auch in meinem Kapitel „Der gekreuzigte Hund“ deutlich wird, wenn ich anhand eines drastischen Bildes sage: Wir haben uns an einen friedlich sterbenden Gekreuzigten gewöhnt. Doch wir haben vergessen, was wir Menschen mit Gott gemacht haben und was Gott an sich hat geschehen lassen.


Seit wann haben Sie die Idee gehabt, das Buch zu schreiben?
Seit etwa vier Jahren. Ich hatte ursprünglich ein anderes Buchprojekt im Sinn gehabt und dafür viele Gespräche geführt. Irgendwann wurde mir gesagt: Über all das, über das was wir gesprochen haben, darüber musst du schreiben. Das ist etwas, das es so nicht gibt, weil hier ein Ordenspriester darüber spricht, wie er selbst glaubt und welchen Schwierigkeiten er dabei begegnet.

Haben Sie diese Schwierigkeiten auch jetzt noch?
Ja, diese Momente, wie ich sie in meinem Buch beschreibe, kehren immer wieder. Aber durch das Schreiben ist mir vieles klarer geworden und ich kann anders damit umgehen. Vor allem kann ich nun noch besser verstehen, warum sich Menschen schwer tun, zu glauben.

Das heißt, dieses Buch ist vor allem für solche Menschen geschrieben.
Nein, nicht ausschließlich. Ich denke, jeder kann dort etwas finden. Aber mir lagen die Suchenden und Fragenden schon besonders am Herzen. Deshalb lautet meine Widmung auch so: „den Suchenden gewidmet.“

Interview Simon Biallowons


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