Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 09. Juni 2013 | Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ über die Bedeutung des Herz-Jesu-Kreuzes

„Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rät (...)“

Am 07. Juni 2013 feiern die Herz-Jesu-Priester ihr Gründungsfest. Begonnen hat alles mit einem Fest der Jugendlichen in Handrup. Auch heute noch begeht die Schule den Tag feierlich und widmet sich dem Ordensgründer Pater Leo Dehon SCJ und seiner Kongregation. Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ mit einigen Gedanken zur Bedeutung des Ordenslogos: Das Herz-Jesu-Kreuz.

Das Gymnasium Leoninum in Handrup stellt das Ordenslogo nach (foto:scj.de)
Das Gymnasium Leoninum in Handrup stellt das Ordenslogo nach (foto:scj.de)

Zum Logo des Herz-Jesu-Kreuzes

I. Zur Geschichte

Das Logo des Herz-Jesu-Kreuzes, das aus einem beinahe gleichschenkligen Kreuz mit dem offenen Herzen in der Mitte besteht, geht in seiner Geschichte auf das Ende der siebziger Jahre zurück. Im Jahr 1978 feierte die Deutsche Ordensprovinz anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Kongregation der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein erstes "Fest der Jugend". Dieses erste Fest der Jugend fand in unserer Schule in Norddeutschland statt, im Gymnasium Leoninum in Handrup, das im südwestlichen Niedersachsen liegt, in der Nähe der Stadt Osnabrück. Unter anderem waren zu diesem Fest auch die Schüler unserer Schule in Süddeutschland, das im südwestlichen Bundesland Baden-Württemberg gelegene Kolleg Sankt Sebastian Stegen, eingeladen.Ein Jahr nach dem Handruper "Fest der Jugend" sollte im Kolleg Sankt Sebastian aus Anlass des fünfzigjährigen Ortsjubiläums in Stegen ein zweites Fest stattfinden, diesmal verbunden mit der Einladung an die Schüler des norddeutschen Gymnasiums in Handrup. Zur Vorbereitung dieses Stegener "Festes der Jugend", das im Sommer 1979 stattfand, wurde ein Wettbewerb zur Findung eines Logos veranstaltet. Die Schüler aller Klassen des Kollegs Sankt Sebastian in Stegen sollten im Kunstunterricht ein Logo zu folgendem Motto entwerfen: "Man sieht nur mit dem Herzen gut." Dieses Zitat war dem Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry entnommen. Die Leiter des Wettbewerbs waren die Stegener Kunstlehrer Alfred Erhard und Benedikt Schaufelberger. Der Sieger dieses Wettbewerbs war der Schüler Martin Hättich aus Sankt Märgen im Schwarzwald. Sein Logo "Kreuz mit Herz", das später durch den Kunstlehrer Alfred Erhard bearbeitet wurde, entwickelte sich nicht nur zum Logo für das Stegener Fest der Jugend, sondern in den Jahrzehnten darauf zunehmend zum Logo vieler Provinzen der Herz-Jesu-Priester und avancierte zunehmend zum Logo der gesamten Kongregation.

Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ und Pater Stefan Tertünte SCJ (foto:scj.de)
Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ und Pater Stefan Tertünte SCJ (foto:scj.de)

II. Zur Interpretation

Nur auf den ersten Blick erscheint das Kreuz mit dem geöffneten Herzen in der Mitte als symmetrisch. Auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter die Unregelmäßigkeit der vier breiten Balken dieses Kreuzes. Auch die herzförmige Öffnung ist unsymmetrisch. Von daher wirkt dieses Herz-Jesu-Kreuz auf den Betrachter nicht statisch, sondern dynamisch. So als pulsiere in der Mitte des Kreuzes noch das Herz. Unwillkürlich wird der Blick von der Form des Kreuzes zu seinem Zentrum, dem Herzen gezogen. So werden zwei Prioritäten im christlichen Leben veranschaulicht:

Die eine bezieht sich auf den Kontext der Entstehung des Logos. Der Schüler am Ursprung des Logos entwarf das Herz in der Mitte des Kreuzes, um das Wort von Saint-Exupéry zu veranschaulichen „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. In einer materialistischen und oft rationalistischen Welt, in der die Erkenntniswege von vermeintlich exakten Wissenschaften das Denken und Handeln vieler Menschen bestimmen, ist diese Darstellung ein Plädoyer für die alte biblische Vorstellung vom Herzen als Sitz des Verstehens und Erkennens, ein Aufruf, auch heute – trotz allem – die Erkenntniswege des Herzens, also ein ganzheitliches Verständnis von Erkennen, nicht zu vernachlässigen: „Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rät; denn du wirst keinen treueren Ratgeber finden. Denn mit seinem Herzen kann ein Mann oft mehr erkennen, als sieben Wächter, die oben auf der Warte sitzen“ (Jesus Sirach 37, 17f.).

Die zweite Priorität, die das Logo nahelegt, trifft nun den Kern unserer Spiritualität als Herz-Jesu-Priester: "Es gibt keine größere Liebe, als dass einer sein Leben für seine Freunde hingibt." (Johannes 15,13). Wir schauen auf das Kreuz und sehen das Herz. Wir sehen das Leid Christi und erkennen seine Liebe. Das Logo ist realistisch: Ja, das Leiden, der Schmerz, das Kreuz ist eine Realität in unserem Leben wie auch im Leben Jesu. Aber: Wir verkünden einen Glauben, der sich nicht einfach auf den Schmerz, das Leiden und das Kreuz fixiert. In der Mitte des Leidens entdecke ich nicht den dunklen Abgrund, sondern die immer größere Liebe Gottes und seines Sohnes, „der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“ (Galater 2,20). Von daher gehören für unseren Glauben – und insbesondere für die Spiritualität unserer Ordensgemeinschaft – das Kreuz und die Liebe zusammen, jedoch nicht auf Augenhöhe!

Diesen Zusammenhang drückt unser Gründer Pater Leo Dehon so aus: "Jesus Christus ist in den Mysterien seiner Passion ganz konkret das Buch, das von aussen und innen beschrieben ist, und welche Buchstaben sehen wir in diesem Buch aufgezeichnet? Allein diese: Liebe. Die Geißeln, die Dornen, die Nägel haben sie mit blutigen Buchstaben auf seinen göttlichen Körper geschrieben; aber geben wir uns nicht damit zufrieden, diese göttliche Schrift nur von aussen zu lesen und zu bestaunen; dringen wir bis ins Herz vor, und wir werden ein viel größeres Wunder sehen: die unerschöpfte und unerschöpfliche Liebe, die alles, was sie leidet, für nichts erachtet, und die sich unaufhörlich hingibt." (Oeuvres Spirituelles II, 305).

Im Logo ist das Herz in der Mitte des Kreuzes, nicht aufgemalt, nicht eingeritzt, sondern wird durch einen freien Raum, ein Loch gebildet. Darin ist die Einladung an uns, diesen freien Raum mit Leben zu füllen. Wir Herz-Jesu-Priester sollen aufmerksam sein für die Erfahrung des liebenden Vaters, den Jesus ‚Abba’ nennt, für jede Erfahrung von Liebe, die dem Leiden standhält. Und wir sollen Menschen zur Seite stehen, insbesondere in Situationen von Leid, Gewalt, Ungerechtigkeit, dass auch in ihrem Leben, in ihrer Gesellschaft die Herzensqualitäten, die Pater Dehon so wichtig waren, die Nächstenliebe, die Barmherzigkeit, die Gerechtigkeit Raum gewinnen.

Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ in Zusammenarbeit mit Pater Stefan Tertünte SCJ


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