Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ am Sonntag, den 10. März 2013 | Eine Ausstellung zum Kreuzweg im Kloster der Herz-Jesu-Priester in Neustadt

Kreuzweg - eine Meditation

Im Herz-Jesu-Kloster Neustadt fand vom 24. Februar bis zum 10. März 2013 eine Ausstellung von 15 Stationen des Kreuzweges statt. Gefertigt aus Leinen, Wachs und Farbe statt. Die Künstlerin Birgitta Hüttermann stellt die Idee ihrer Ausstellung vor.

Die Ausstellung zum Kreuzweg im Kloster Herz-Jesu-Kloster in Neustadt (foto:Prof. Dr. Hüttermann)
Die Ausstellung zum Kreuzweg im Kloster Herz-Jesu-Kloster in Neustadt (foto: Prof. Dr. Hüttermann)

Der Kreuzweg hat in der katholische Kirche eine lange Tradition. Er geht wohl zurück auf Pilger, die in Jerusalem die Wege Jesu abgegangen sind und danach in ihrer Heimat auf ähnliche Weise seiner gedenken sollten. Bekannt sind die Bemühungen der Franziskaner seit etwa 1600, den Kreuzweg in Form von Stationen sowohl als Weg in der Natur (quasi in der Nachfolge der Wege in Jerusalem), als auch als Ausstattung in Kirchenräumen zu etablieren. Die Zahl der Stationen hat sich im Laufe der Zeit zu 14 stabilisiert, beginnend mit dem Haus des Pilatus und endend mit dem Grab. Vielfach wurde bei der Kreuzwegen in der Natur die Kirche als fünfzehnte Station angenommen. Verbunden mit der Begehung ist immer ein Gebet an jeder Station, so dass man von einer Volksandacht sprechen kann. Das Gebet kann in der Gruppe, unter Führung eines Priesters, oder einzeln gesprochen werden. Als zentrales Ziel der Volksandacht erscheint mir nicht nur das Gedenken sondern viel mehr die intensive Auseinandersetzung der Gläubigen mit dem Leiden Christi, seiner Schmerzen, seiner Verlassenheit und schließlich seines Todes und seiner Auferstehung. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, diesem Anliegen der Volksandacht gerecht zu werden. Die uralte, jedem Christen bekannte Geschichte der Passion Jesu soll meditativ auf neue Weise erfahren werden. Die hier vorgestellten Stationen enthalten keine figürliche Darstellung, sondern greifen auf die Symbolik von Form und Farbe zurück. Die Komposition von mit Wachs bearbeiteten textilen Elementen ergibt Strukturen, Flächen und Farben, die sich um das Kreuz als einzig erkennbares Element gruppieren und sich darauf beziehen. Es soll Raum bleiben für die Phantasie des Betrachters, die bekannte Passion für sich selbst nachzuvollziehen und aus Form und Farbe, Freude, Leid und Liebe der Stationen zu erschließen. Alle Stationen sind im gleichen Format gehalten und in schwarzem Blockholzrahmen gefasst. Eine Ausnahme bildet die in weißem Rahmen gehaltene Station der Auferstehung. Für mich war es wichtig den Kreuzweg nicht mit der Grablegung enden zu lassen, sondern die Auferstehung als XV. Station mit einzubeziehen. Neben der jeweiligen Station selbst habe ich mich auch um textlichen Anregungen zur Meditation bemüht. Jeder kann seinen eigenen Weg dabei gehen, kann ganz persönlichen Fragen auf die Spur kommen.

Die Künstlerin Birgitta Hüttermann bei der Arbeit (foto:Prof. Dr. Hüttermann)
Die Künstlerin Birgitta Hüttermann bei der Arbeit (foto: Prof. Dr. Hüttermann)

Die Idee nimm Gestalt an

Erste Gedanken einen Kreuzweg zu gestalten, hatte ich 2006, ausgelöst durch das „Erbe“ eines kleines Buches von Romano Guardini: „Der Kreuzweg unseres Herrn“. Der Wunsch wurde 2009 bei Exerzitien im Herz-Jesu konkreter. Schließlich zeigte mir Pater August Hülsmann SCJ 2010 - wiederum bei Exerzitien in Neustadt - bei einem Gespräch die Möglichkeiten auf, den Kreuzweg im Kloster auszustellen. Daraufhin habe ich begonnen, mich intensiver mit dem Thema „Kreuzweg“ in der Kunst, insbesondere der Malerei und der Musik auseinanderzusetzen. 2011 wurde das Thema bei Reisen nach Rom (Kreuzweg im Pantheon) und nach Santiago de Compostela vertieft und ich begann mit der Entwurfsarbeit und ersten Probeversuchen aus Stoff und Wachs. Schließlich wurden die Entwürfe im Juni 2011 beendet und bis September wurden vier Stationen soweit fertiggestellt, so dass ich sie in Neustadt Pater August Hülsmann SCJ und Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ im Oktober vorstellen konnte. Die Arbeiten fanden Zustimmung und es wurde ein Termin für die Ausstellung festgelegt. Mitte 2012 waren alle Stationen in die Endform gebracht und im November wurde der Meditationstext formuliert.

Brigitta Hüttermann in der Kirche (foto: Prof. Dr. Hüttermann)
Brigitta Hüttermann in der Kirche (foto: Prof. Dr. Hüttermann)

Zur Person der Künstlerin

Brigitta Hütterman ist 1946 in Karlsruhe geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin, arbeitet sie seit 1973 freischaffend im Bereich Textilgestaltung.
Von 1975 bis 1985 war sie Dozentin für Batik an der VHS in Regensburg. Sie war Mitglied unterschiedlicher handwerklichen und künstlerischen Gremien.
Derzeit lebt und arbeitet sie in Homburg an der Saar und Sacy, in Frankreich.

Zu ihren Themen und der Methodik

Ihre Arbeiten sind überwiegend textile Wandobjekte. Sie sollen aber weder als Bilder gelten, noch die mit textilen Wandgestaltungen vielfach verbundene Assoziation zu Wandbehängen darstellen. Sie bilden eine eigene Kategorie der textilen Wandgestaltung. Mit der Verknüpfung von Wand und Objekt soll im Wohnraum eine dauernde, insbesondere im Alltag sichtbare Gestaltung erzielt werden, die eine eigenständige Äthetik beinhaltet.
Dieser ergibt sich formal hautpsächlich aus der seriellen Anordnung einzelner, sich variierend wiederholender Elemente zu einem Gesamtobjekt.
Damit soll Ruhe und Entspannung aus Kontemplation und Meditation entstehen.

Methodisch stellen die Arbeiten eine eigene Entwicklung im Bereich der Stoff/Wachs Technik dar. Aufbauend auf einer jahrzehntelangen Erfahrung in unterschiedlichen Facetten der Batik wurde zunächst die Farbenvielfalt zur Monochromie reduziert. Von der Wachsreservierung werden die charakteristischen "Brüche" beibehalten, aber durch unterschiedliche Wachsstärken kontrolliert erzeugt. Neben der Färbung werden auch Prägung und Gravur eingesetzt.
Der Stoff wurde zum Träger der durch Wachs und Farbe gebildeten Strukturen. Beide Materialien sind an der Ästhetik der Gestaltung gemeinsam beteiligt.
Dieser innovative Aspekt ist überrschend und führt zu einem unverwechselbaren Ausdruckselement.

Die einzelnen Stationen des Kreuzweges wird scj.de am Karfreitag online stellen.

Brigitta Hüttermann/Matthias Biallowons


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