Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ am Sonntag, den 06. Oktober 2013 | Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ ist nun Novizenmeister im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg.

„Ich merke eine große Bereitschaft“

Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ ist seit dem 15. September Novizenmeister im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg. Er übernimmt damit die Aufgabe von Pater Heinz Lau SCJ. Im Interview spricht der Brasilianer von seinen Aufgaben, Ziele und den Herausforderungen der internationalen Gemeinschaft in Freiburg.

Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ ist seit dem 15. September Novizenmeister im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg.(foto:scj.de)
Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ ist seit dem 15. September Novizenmeister im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg.(foto:scj.de)

SCJ.de: Pater Levi, Sie sind seit dem 15. September offiziell der neue Novizenmeister in der deutschen Ordensprovinz. Wie kam es dazu, dass Sie als Brasilianer dieses Amt übernommen haben?
Levi dos Anjos Ferreira SCJ:
Ich war zuvor in Handrup in der Schulseelsorge und dann ging ich zum Studium nach Rom. Dort sollte ich Spiritualität mit dem Schwerpunkt der spirituellen Begleitung studieren. Im Ausbildungshaus in Freiburg gibt es eine Möglichkeit das erlernte Wissen auch praktisch umzusetzen. So war bereits vor dem Beginn des Studiums in Rom ausgemacht, dass ich dann nach Freiburg kommen würde, um das Amt des Novizenmeisters zu übernehmen.

Was sind ihre konkreten Aufgaben im Ausbildungshaus?
Ich bin für die Spiritualität der Studenten zuständig. Ich soll sie in allen Bereichen begleiten. Sei es bei Veranstaltungen im Haus, sei es bei der spirituellen Begleitung und aber auch beim Sprachstudium am deutschen Sprachkolleg. Daneben bin ich für die Begleitung des Studiums unserer Studenten zuständig, um sie in das deutsche System zu integrieren. Momentan ist Pater Lau noch in Freiburg und arbeitet mich in meine Aufgabenfelder ein. Zudem werde ich in Kürze einen neuen Postulanten betreuen. Momentan habe ich noch sehr viele organisatorische Aufgaben.

Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ während seines Studiums in Rom (foto:scj.de)
Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ während seines Studiums in Rom (foto:scj.de)

Eine internationale Gemeinschaft

Bedeutet das, dass Sie nur für ausländischen Studenten zuständig sind?
Früher war Freiburg ein Ausbildungshaus für die deutsche Studenten. Heute hat das Haus eine andere Konfiguration und Ausrichtung: Es ist ein internationales Ausbildungshaus für dehonianische Studenten aus der ganzen Welt, die hier Theologie studieren und die deutsche Sprache erlernen möchten. Wir haben derzeit einen deutschen Diakon, vier Kameruner, einen Studenten aus dem Kongo, zwei Brasilianer, einen aus Polen und bald kommen noch zwei Studenten aus Indien. Es dürfen viele bei uns studieren, was aber nicht bedeutet, dass wir alle aufnehmen, die zu uns wollen. Sie werden in enger Absprache mit dem Provinzial, Pater Heiner Wilmer SCJ, ausgesucht.

Welche Vorraussetzungen muss denn ein Student erfüllen, wenn er nach Freiburg will?
Er muss eine Bereitschaft mitbringen eine andere Kultur kennenzulernen, eine neue Sprache - insbesondere die deutsche Sprache - zu lernen und fähig sein, mit anderen Menschen in einer Kommunität zusammenzuleben. Er muss offen sein im Umgang mit anderen Kulturen.

Der Provinzial hat Sie sowohl in Rom als auch diese Woche in Freiburg besucht, um über ihre neue Aufgabe zu sprechen. Welche Ziele sollen Sie als Novizenmeister erfüllen?
Im Prinzip sind es drei Bereiche, die uns wichtig sind: Die Herz-Jesu-Spiritualität, die Rolle des Herz-Jesu-Priesters in der veränderten Welt und der Umgang mit den anvertrauten Gütern. Zum einen wollen wir hier ein gutes Kommunitäts-Leben aufbauen: Der Tagesablauf muss gut strukturiert, die Gebetszeiten richtig abgestimmt, die Gesprächsstunden, Erholungszeiten und die Studienzeiten sinnvoll angesetzt werden. Zudem muss jedes Mitglied im Haus eine bestimmte Aufgabe und Verantwortung übernehmen. Wir brauchen eine große Harmonie im spirituellen als auch im physischen Bereich. Wir wollen die Spiritualität - insbesondere während unserer gemeinsamen Gebetszeiten - immer mehr vertiefen. Außerdem müssen wir uns mit der neuen Situation der modernen Kommunikation auseinandersetzen und schauen, wie wir das in der internationalen Gemeinschaft umsetzen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, welche Rolle der Herz-Jesu-Priester heute in der Gesellschaft hat und wie wir die Studenten dahingehend ausbilden können. Nicht zuletzt müssen die Studenten eine verantwortlichen Umgang mit den wirtschaftlichen Gütern lernen.

Vor welchen Herausforderungen und Problemen stehen Sie bei so einer „bunten“ Gemeinschaft?
Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Studenten aus der ganzen Welt und aus allen Kulturen, wohl fühlen können. Wie können sie mit dieser Internationalität umgehen? Gleichzeitig müssen sie sich auch der deutschen Kultur anpassen. Wie können wir diese kulturellen Unterschiede zusammenbringen, ohne die Menschen zu beleidigen? Es kann zu Schwierigkeiten kommen, aber derzeit merke ich eine große Bereitschaft der ganzen Kommunität für ein gutes Zusammenleben. Außerdem unterstützen mich der Provinzial, Pater Lau und Pater Konrad Flatau SCJ enorm.

Interview Matthias Biallowons


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