Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ am Sonntag, den 15. September 2013 | Die 50. Wanderung im Pfälzerwald - Pater August Hülsmann SCJ will weitere folgen lassen.

Das Leben - eine Wanderung mit Höhen und Tiefen

Am Samstag, den 31. August 2013, fand im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße die 50. Wanderung durch den Pfälzerwald statt. Pater August Hülsmann SCJ lud vor fünf Jahren zum ersten Mal zur Wanderung ein. Seitdem waren es jährlich rund zehn Veranstaltungen. Für den Herz-Jesu-Priester ist die Wanderung aber mehr als nur ein normaler Fußmarsch.

Die "Klinsmann-Runde" findet vor jeder Wanderung statt (foto:scj.de)
Die "Klinsmann-Runde" findet vor jeder Wanderung statt (foto:scj.de)

Gemeinsam stehen sie in einem Kreis, die Arme auf die Schultern des Nebenmannes gelegt schwören sich auf die bevorstehende Herausforderungen ein: Die „Klinsmann-Runde“ ist das obligatorische Ritual, das Pater August Hülsmann SCJ vor dem Start jeder seiner Wanderung vollzieht. Vorbild ist das Ritual des ehemaligen Bundestrainers der deutschen Fußballnationalmannschaft: Jürgen Klinsmann. Vor jedem Spiel kam er mit seinem Team zusammen, und der jüngste und unerfahrenste Spieler sprach motivierende Worte in die Runde. Das hat auch Pater Hülsmann für sein „Wander-Team“ übernommen. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich zum Teil ganz fremde Menschen die Hände auf die Schultern legen, sich gegenseitig ermutigen und offen über bestimmte Probleme sprechen“.
Am 31. August 2013 fand die 50. Wanderung im Kloster Neustadt der Herz-Jesu-Priester statt - Pater Hülsmann hat nur eine ausfallen lassen. „Da hatte ich einen Bänderriss. Das ging wirklich nicht. Aber sonst war ich immer dabei und es wird nicht die letzte Wanderung gewesen sein“. Auch in diesem Jahr wählte der Priester beim Jubiläum wieder eine besondere Route, die den Teilnehmern einen herrlichen Ausblick auf die Ruinen der „Wolfsburg“ bescherte, sie am „Zigeunerfelsen“ vorbeiführte und die Gruppe zum „Nollenkopf“, dem Hausberg des Klosters führte. Zurück ging es vorbei am „Franzosenfelsen“ und dem Sühnekreuz. „Wir hatten einen wunderschönen Ausblick auf Neustadt und die Weinberge. Es war etwas Besonderes“, freute sich Pater Hülsmann.

Am 50. Wandertag nahmen fast 50 Menschen teil - das Wetter spielte auch mit (foto:scj.de)
Am 50. Wandertag nahmen fast 50 Menschen teil - das Wetter spielte auch mit (foto:scj.de)

"Es ist etwas zusammengewachsen"

Entstanden ist die Veranstaltung 2008 nach Wanderexerzitien in den französischen Alpen, die der Herz-Jesu-Priester organisiert hatte. Einige begeisterte Teilnehmer trugen die Bitte an Pater Hülsmann heran, ob man so etwas nicht regelmäßig an einem Tag machen könnte. Der Herz-Jesu-Priester kam dem Wunsch nach und organisierte im Dezember 2008 die erste Wanderung - mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mitarbeiterin Frau Quynh-Tram Trinh-Do, ohne „die das alles organisatorisch gar nicht möglich wäre“, betont Pater Hülsmann. Seitdem stieg die Teilnehmerzahl stetig an. Beim ersten Mal hatten sich zwölf Interessierte angemeldet, jetzt 49 Wanderungen später waren es schon 47 Teilnehmer. Inzwischen sind ungefähr 500 verschiedene Menschen bei den Wanderungen dabei gewesen. „Hier ist etwas zusammengewachsen. Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und es sind einige feste Freundschaften entstanden“, so Pater Hülsmann. Viele sind seit der ersten Wanderung regelmäßig dabei: „Ich war schon sehr oft dabei. Und diese 50. Wanderung ist ein besonderer Grund sich zu bedanken. Die Gemeinschaft mit den Menschen, die viele die gleichen Interessen haben, ist etwas ganz Besonderes“, betont die 75-jährige Ehrbach. Aber auch neue Interessierte kommen ständig hinzu. So auch Norbert Petzel, der schon vor einem Jahr mitlaufen wollte, es aber jetzt erst zum Jubiläum geschafft hatte: „Ich habe Exerzitien im Alltag gemacht und wollte zusammen mit anderen Menschen mal eine solche Art von Exerzitien machen. Ich habe sowohl die Stille, aber auch die Gespräche in den Pausen genossen. Ich bin Jesus wieder ein Stück näher gekommen.“ Aber nicht nur die Anzahl der Teilnehmer hat sich in den Jahren geändert. Auch die Wanderrouten variieren ständig. „Wir versuchen immer Abwechslung hineinzubringen, aber einige Wege sind wir alle schon mehrmals gelaufen. Dennoch hat sich noch nie jemand beschwert, dass es langweilig gewesen wäre“, erzählt der Herz-Jesu-Priester aus Neustadt. 


Der gemeinsame Abend im Pfalzkeller im Kloster der Herz-Jesu-Priester in Neustadt beendet die Wanderung (foto:scj.de)
Der gemeinsame Abend im Pfalzkeller im Kloster der Herz-Jesu-Priester in Neustadt beendet die Wanderung (foto:scj.de)

Ein Weg mit Höhen und Tiefen

Aber nicht nur das Zurücklegen der Strecke ist dem Herz-Jesu-Priester wichtig. „Wir steuern keine heiligen Orte an wie bei einer Pilgerwallfahrt. Das Wandern soll als Abbild für das Leben genommen werden“, erklärt Pater Hülsmann. So wie es bei einer Wanderung Höhe und Tiefen, schwerere und leichtere Passagen gibt, so wie man seine Lasten tragen muss, so ist das Leben auch. „Es gibt Probleme und das kostet Mühe. Das sollen die Menschen reflektieren. Sie sollen sich beim Impuls klar machen, wofür man Gott während der Wanderung bitten möchte und wie man mit Widerständen umgeht.“ Gleichzeitig erfahren die Teilnehmer die Schönheit des Pfälzerwaldes, das das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands ist. Daher erwartet Pater Hülsmann auch, dass die Wanderer versuchen „ihre Sinne für die Schönheit der Natur zu öffnen, sie zu sensibilisieren und sich im Kopf frei zu machen“. Der Ablauf des Wandertages ist immer gleich: In der früh um 9.00 Uhr beginnt der Tag mit einem geistlichen Impuls in der Klosterkirche, dann folgt die „Klinsmann-Runde“ und anschließend geht es los. Etappenziele sind bestimmte Hütten, auf denen es dann jeweils eine Stärkung und Möglichkeit zum Austausch und Kennenlernen gibt. Während der Zeit der Wanderung wird geschwiegen. In den Pausen auf den Hütten gibt es dann die Möglichkeit zum Austausch über das, was man während der Zeit des Schweigens erfahren hat. Für Pater August Hülsmann ist es wichtig, dass sich die Gruppe als eine Glaubensgemeinschaft versteht. „Aber vor allem als eine Erzählgemeinschaft. Wir haben verlernt offen über den Glauben zu sprechen. Das müssen wir wieder lernen“!
So wie Ignatius von Loyola sagte, dass man „in allen Dingen Gott erkennen“ kann, möchte auch der Herz-Jesu-Priester, dass „die Teilnehmer ihre Erfahrungen, sei es in Schmerz oder Freude, in der Gruppe austauschen“. Der Tag wird im Pfalzkeller im Kloster Neustadt mit einer Reflexion beschlossen. Viele nehmen noch die Chance wahr, in der Krypta beim Taizégottesdienst teilzunehmen. Wie lange der Herz-Jesu-Priester noch die Wanderungen laufen kann, weiß er nicht. Sicher ist aber, dass „es momentan noch ganz gut geht und solange es geht, werde ich mitlaufen“. Die nächste Wanderung findet bereits am 21. September statt. Der Herz-Jesu-Priester erhofft sich auch bei der 51. Veranstaltung wieder eine rege Beteiligung.

Matthias Biallowons


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