Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 9. Februar 2014 | Pater Olav Hamelijnck SCJ zum Valentinstag
Kerzen in Herzform – Romantik pur ist Zeichen des Valentinstags

Liebe! Auf Fürsprache des Heiligen Valentin

Am 14. Februar ist Valentinstag, der Tag der Verliebten. Ein Gespräch mit Pater Olav Hamelijnck SCJ über Gottesdienste für Liebende, Rendezvous mit Gott und wie er mit der Nase aufs Herz gestoßen wird

scj.de: Was antwortet eigentlich ein Mönch, wenn man ihn fragt, was Liebe ist?

Pater Olav Hamelijnck SCJ: Liebe ist Hingabe, Aufmerksamkeit, Eros, Verschwendung, Kreativität, Gutes tun … in welchen Formen und Beziehungen auch immer – das bedeutet „Liebe“ für mich.  Manche sagen ja, man habe die Liebe totgeredet. Ich finde, es wird eher viel zu selten gesagt und vielleicht auch empfunden: „Das ist pure Liebe.“ 

Für mein zölibatäres Leben als Mönch und als Ordensmann erhoffe ich mir etwas von der Liebeskraft, die ich bei Jesus entdecke. Sie hat für mich so was frei Lassendes und in den Lebensfluss Bringendes, was ich bei mir manchmal vermisse, das ich aber oft auch in berührender Weise schenken oder empfangen darf.

Pater Olav Hamelijnck SCJ
P. Olav Hamelijnck SCJ

In vielen Pfarrgemeinden gibt es am Valentinstag Gottesdienste für Liebende. Was würden Sie einem Paar sagen, das Sie fragt: Was, wenn die Liebe irgendwann aufhört

Ich war mal in Erfurt bei einem solchen Gottesdienst dabei. Das hat mich sehr angerührt. Wenn mich ein Paar fragen würde: „Was, wenn die Liebe irgendwann aufhört?“, dann würde ich wahrscheinlich erst mal verstummen und auch nervös werden. Mir wäre klar, Sprüche helfen da nicht weiter. Ich würde dem Paar aber wünschen, dass es sich nicht von der Angst, dass die Liebe aufhören könnte, bestimmen lässt. 

Etwas anderes ist es, Menschen zu begegnen, die sagen: „Da ist keine Liebe mehr.“ Ich hoffe, dass ich dann genug Liebe aufbringe, Ihnen helfen zu können zu entdecken, wie es für sie gut im Leben weiter gehen kann.  

Gibt es für einen Mönch ein Rendezvous mit Gott?

Der Segnungsgottesdienst für Verliebte in Erfurt hätte für mich ja eigentlich auch zu einem Rendezvous mit Gott werden können. Wieso bin ich damals eigentlich nicht nach vorne gegangen und habe mich, beziehungsweise uns segnen lassen? 

Ob es nun ein Gebet ist, ein Spaziergang, eine heitere Tafelrunde, ein Krankenbesuch: Wenn ich – oft auch erst im Nachhinein - spüre, da ist Liebe im Spiel, halte ich das für ein Rendezvous mit Gott. Ich begegne ihm ja nicht direkt, aber immer wieder seinen Spuren. Seiner Liebe eben. Das ist mein Glaube: „Gott ist die Liebe“.

Wie funktioniert das im Kloster?

Na ja, da versuchen wir halt, möglichst gute Bedingungen für solche Rendezvous zu schaffen: Gottesdienst feiern, feiern überhaupt, seelsorglich tätig sein. Dem Mitbruder auf die Bude rücken, weil es mir eben nicht egal ist, dass wir Zoff haben. Tja, leider muss ich manchmal erst wieder ans Lieben erinnert werden. Für mich sind da die stillen Zeiten der Meditation kostbar, denn da spüre ich oft erst, wo da heute Nachmittag Liebe im Spiel war oder wo ich sie noch etwas großherziger fließen lassen könnte. Gott sei Dank werde ich als Herz-Jesu-Priester ja immer wieder mit der Nase auf das „Herz“ gestoßen.

Verliebt zu sein, ist ein wunderbares Gefühl. Warum reflektiert die Kirche eigentlich so oft auf die Moral und nicht darauf, dieses von Gott geschenkte Gefühl auszukosten?

Wo Moral die Liebe fördert, kann die Kirche gerne noch viel mehr darauf reflektieren. Wo Unmoral Liebe tötet, sich gerne noch angreifbarer machen und Partei ergreifen. Das darf sie auch von mir erwarten. Ich kenne aber auch die Angst vor dem Unbändigen der Liebe. Vielleicht lässt uns das in der Kirche manchmal recht lieblos mit der Liebe, dem Verliebtsein, dem Auskosten dieses von Gott geschenkten Gefühls und dem Ermutigen dazu umgehen. Sehr schade! Aber vielleicht sind ja die Gottesdienste für Verliebte am Valentinstag nicht nur ein Segen für die Paare, sondern auch für die Kirche selbst. Da könnte man doch eigentlich mal den heiligen Valentin um seine Fürsprache anrufen!

Das wäre doch sehr liebenswert und liebeswürdig.

Interview: Peter Hummel

Der Heilige Valentin

Warum aber der heilige Valentin zum Patron glücklicher Zweisamkeit erkoren wurde, lässt sich nicht genau klären. Überhaupt: Um sein Leben ranken sich mehr Fragen und Spekulationen als gesicherte Antworten. Direkte Quellen zu Valentins Leben gibt es nicht und seine Existenz wird nur angenommen.

Wieso der Valentinstag der Tag der Verliebten ist, geht aus den Legenden noch nicht hervor. Eine Erklärung knüpft an die römische Götterwelt an. Im alten Rom gedachte man am 14. Februar der Göttin Juno, die als Schützerin von Ehe und Familie galt. Die Frauen bekamen Blumen geschenkt. Diese Verehrung ging dann auf den Valentinstag über.

Valtentin ist übrigens nicht nur der Patron der Liebenden, sondern auch der Jugend, der Reisenden und der Imker. Zu ihm wird gebetet, wenn man eine gute Heirat erbittet, an Ohnmachtsanfällen oder Gicht leidet. 

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer