Montag, der 27. März 2017
SCJ zu Weihnachten 2013 | Der Brief des Generaloberen zu Weihnachten

Christus wird in jeder unserer Wirklichkeit geboren.

Der Weihnachtsbrief des Generaloberen an die Provinziale, Regionaloberen und Distriktoberen am 12. Dezember 2013.

Das Logo des Weihnachtsbriefes der Herz-Jesu-Priester 2013 (foto: dehon.it)
Das Logo des Weihnachtsbriefes der Herz-Jesu-Priester 2013 (foto: dehon.it)

Liebe Mitbrüder,

Weihnachten kommt wieder. Weihnachten kommt mit seinem Licht, es kommt, indem es von zahlreichen kleinen Zeichen angekündigt wird, die unsere Provinzen, Regionen und Teilgebiete bereichern wollen. Weihnachten kommt wieder, um Sinn zu geben, Staunen zu entfachen und Hoffnung zu eröffnen. Jesus Christus wird geboren und bringt uns dadurch die Freude, dass er wichtige Wege mit der universalen Kirche teilt. Papst Benedikt XVI. hat seine verantwortungsvolle Aufgabe aufgegeben und uns ein Zeichen tiefer Demut gewährt. Sein Weg wurde wieder aufgenommen von Papst Franziskus. Die beiden Päpste haben uns auf verschiedene Weise gesagt, dass ohne die beharrliche Beziehung zu Gott unsere Sendung nur irgendein Beruf wäre. Das Wagnis des Aktivismus und das zu große Vertrauen in die Strukturen ist immer eine Falle. Je mehr die Sendung uns dazu aufruft, zu den daseinsmäßigen Randgebieten zu gehen, umso mehr muss das Herz mit jenem Herzen Jesu Christi verbunden sein, voll Erbarmen und Liebe. Hier wird Jesus Christus geboren.

Der Generalobere Pater José Ornelas Carvalho SCJ (foto: scj.de)
Der Generalobere Pater José Ornelas Carvalho SCJ (foto: scj.de)

Er wird geboren in unseren Begegnungen des Miteinanderteilens, die in diesem Jahr, das wird zurücklassen, zahlreich und voll der Geschichte waren. Vom 10. bis 15. Januar 2013 haben sich 19 dehonianische Bischöfe mit der Generalleitung der Ordensgemeinschaft getroffen, um darüber nachzudenken, wie im Bischofsamt das dehonianische Charisma und die Zusammenarbeit zwischen der Ordensgemeinschaft und der Ortskirche gelebt werden kann. Am 8. April, dem Hochfest der Verkündigung des Herrn, fand das Treffen der Rektoren der dehonianischen Scholastikate statt, das in Rom bei der Generalkurie bis zum 13. April dauerte. Vielfältig waren die Ziele: das Studium der neuen allgemeinen Ausbildungsordnung und der Entwurf allgemeiner operativer Linien für die verschiedenen Seiten der Erstausbildung: Spiritualität, Charisma, Internationalität, Ausbildung in Wirtschaftsfragen und im sozialen Einsatz, Aufbau eines Geistes der Familiarität und eines Meinungsaustauschs unter den Ausbildern im Hinblick auf eine internationale Zusammenarbeit unserer Scholastikate. Vom 17. bis 20. Juni trafen sich die Sekretäre der verschiedenen Teilgebiete. Als Generalleitung haben wir die Tatsache unterstrichen, dass sie ein wichtiger Kanal im Dienst der Sendung und der Gemeinsamkeit für die Ordensgemeinschaft sind. Die Arbeiten entwickelten sich um die Wichtigkeit der Rolle der Sekretäre bei der Vorbereitung der Ratssitzungen, der Versammlungen und der Kapitel und zwar nicht nur als technischer Dienst, sondern als Ausdruck der Spiritualität und des Sendungsauftrags, der sich im „Sint Unum“, das unserem Ordensgründer so kostbar war, entfaltet. Das „Handbuch für die Sekretäre“, das in den Tagen der Begegnung vorgestellt wurde, ist ein kostbares Werkzeug für den Dienst der Sekretäre. In Rio de Janeiro vereinigten sich im Juli zum Welttag der Jugend viele Jugendliche, und in den Tagen, die der Begegnung selbst vorausgingen, verstärkten zahlreiche Jugendliche aus unseren Teilgebieten die Teilnahme am dehonianischen Geist. Vom September an begann der „Kurs der Ausbilder der Herz-Jesu-Priester“. Vierzehn Mitbrüder aus elf Teilgebieten sind es, die sich durch eine Vertiefung unserer Spiritualität auf die Aufgabe vorbereiten, den Jugendlichen zu helfen, in ihrem Leben den Ruf Gottes zu entdecken und zu erkennen.Vom 3. bis 9. November versammelten sich die Höheren Ordensobere in Rom. Sie erarbeiteten Hinweise zur Vorbereitung des 23. Generalkapitels, das vom 16. Mai bis 6. Juni 2015 stattfinden wird. Zur Einleitung der Arbeiten wurde von unserer Seite daran erinnert, dass die Deutung der Wirklichkeit Kreativität verlangt; dazu sind Propheten erforderlich, um das Wort zu erkennen, Dichter, um es zu besingen, konkrete Arbeiter, um daraus eine neue Wirklichkeit aufzubauen. In den ersten Tagen des Monats Dezember, vom 6. bis 8., trat hier in Rom die Vorbereitungskommission für das 23. Generalkapitel zusammen. Während dieses Treffens wurde der Weg festgelegt, der der Ordensgemeinschaft vorgestellt wird, um das Kapitel vorzubereiten, das offiziell bis zum Ende des Jahres einberufen werden muss.

Der Weihnachtsbrief des Generaloberen aus Rom (foto: scj.de)
Der Weihnachtsbrief des Generaloberen aus Rom (foto: scj.de)

Christus wird dort geboren...

Christus wird dort geboren, wo auf kontinentaler Ebene die Herausforderungen angegangen werden. In diesem Jahr hat Afrika seine Kontinentalkonferenz durchgeführt. Bestärkt wurde der Sinn der Zusammengehörigkeit, der Wille, durch Versammlungen der dehonianischen Anwesenheit neuen Auftrieb zu geben, um Befähigungen auf der Ebene der Teilgebiete auszutauschen und vor allem der Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung eine konkrete und lebendige Dimension zu geben. Wege wurden aufgezeigt und können begehbar gemacht werden.

Der Sprung nach Nordamerika ist nicht klein, und die Wirklichkeit ist in gleicher Weise wichtig. Im Einzelnen wurde über den Lebensstil beraten, besonders wie das Gelübde der Armut im nordamerikanischen Umfeld gelebt wird. Es wurde überlegt, wie in dieser Umgebung das Ordensleben als wertvoll empfunden wird. Man versuchte, das Gemeinschaftsleben zu erneuern, und zu bedenken, wie auch Mitbrüdern aus anderen Teilgebieten die Möglichkeit zur Teilnahme und zum Handlungsspielraum gegeben werden kann.

Die Lateinamerikanische Kontinentalkonferenz hat dazu beigetragen, gewisse Planungen zu erkennen und anzugehen, um fortwährend neue Wege zu gehen. Die Überlegungen bleiben offen, um zu verstehen, welche Herausforderungen auf der sozialen Ebene wie auch auf der der Ordensgemeinschaft angegangen werden sollen. Außerdem haben wir uns gefragt, welche Planungen begonnen werden sollten, um die Zusammenarbeit unter den Dehonianern auf der Ebene der Strukturen, der Ausbildung und der Sendung zu fördern.

Jesus Christus wird dort geboren, wo es die Fähigkeit zum Danken gibt, und wo man sich an die Jahre des Dienstes und des Einsatzes erinnert, damit sein Reich komme. Die Erinnerung an den, der ein Stück dieser Geschichte gelebt hat, ist nicht ohne Bedeutung und erfüllt Verstand und Herz mit Aufmerksamkeit und Eifer. Die Kamerunische Provinz (CMR) feierte ihr hundertjähriges Jubiläum der dehonianischen Präsenz. Der Österreichisch-Kroatische Distrikt (ACR) gedachte der hundert Jahre der Anwesenheit in Wien. In Südamerika wurde der 120 Jahre der dehonianischen Anwesenheit gedacht, der 50 Jahre der nordbrasilianischen Provinz in Recife (BRE) und der 30 Jahre der Errichtung der Argentinischen Provinz (ARG) zusammen mit dem Distrikt Uruguay (URU). Die Liste der Dankbarkeit verlängert sich in Erinnerung an das, was als neu erscheint. Am 12. August 2013 wurde die vietnamesische Gründung zum Distrikt erhoben (VIE). Am 21. September 2013 entstand die Form des Distrikts für Ekuador (ECU) in Abhängigkeit von der spanischen Provinz – junge Teilgebiete und voll frischen Saftes für den Weg der Ordensgemeinschaft.

Jesus Christus wird da geboren, wo es neue Berufungen gibt. In diesem Jahr gab es 41 Novizen, 52 Professen und 22 Neupriester. Für sie alle danken wir dem Herrn der Geschichte, der nicht aufhört, an das Wohl seines Reiches zu denken. Neue Frische ergaben die neuen Leitungen der Teilgebiete, die ihren Dienst begonnen haben. Wir zählen nur auf, um im Namen der ganzen Ordensgemeinschaft zu danken für den Dienst, den so viele Mitbrüder zum Wohle aller erfüllen. Chile (CHI) und Madagaskar (MAD) haben seit dem 1. Januar 2013 eine neue Leitung, Polen (POL) seit dem 15. Januar, Venezuela (VEN) seit dem 18. Januar, Indonesien (INA) seit dem 15. Juli, die Provinz der Vereinigten Staaten (USA) und die Deutsche Provinz (GER) seit dem 1. August, Vietnam (VIE) und Uruguay (URU) seit dem 12. August, Südafrika (RSA) seit dem 30. August und Argentinien (ARG) seit dem 1. November 2013.

Der Neustart der Herz-Jesu-Priester in Berlin (foto: Photocase/Anweber)
Der Neustart der Herz-Jesu-Priester in Berlin (foto: Photocase/Anweber)

Unerwartete Ereignisse

Jesus Christus wird geboren in unerwarteten Ereignissen. Am 1. Februar 2013 hat die Deutsche Provinz nach fast zwanzig Jahren den Traum der Rückkehr nach Berlin verwirklicht, was vor wenigen Jahren noch nicht einmal vorstellbar war. Die Absicht, die sich hinter dieser Rückkehr verbirgt, besteht darin, in das Herz der entchristlichsten Stadt Deutschlands zurückzukehren. In Toronto in Kanada gab die Anwesenheit von Mitbrüdern, die aus anderen Teilgebieten kommen, der Internationalität und der Zusammenarbeit einen Wert, der fähig ist, neuen Hauch zu geben. Auch werden die ersten Schritte unternommen, in London eine internationale Gemeinschaft aufzubauen.

Am 6. Mai hat der Heilige Stuhl die Ernennung von P. Zolile Peter Mpambani zum Bischof der kleinen Diözese von Kokstad in der Nähe von Durban in Südafrika bekannt gegeben. Es ist ein schönes Zeichen der dehonianischen Anwesenheit in jenem Teil der Welt und eine Aufforderung, mit der universalen Kirche in Gemeinschaft zu stehen.

Unter den unerwarteten Ereignissen zählen wir auch die Solidarität, an der es in unserer Gemeinschaft niemals mangelte. Sie trat im Sinne der Gerechtigkeit und Liebe für die anderen anlässlich von besonderen Geschehnissen außerordentlich hervor. Der Taifun auf den Philippinen hat zu einer Kette der Solidarität geführt, die unseren Teilgebieten zu Ehre gereicht und die benennt, wie schön es ist, dafür zu arbeiten, damit das Reich Gottes komme.

Die Herz-Jesu-Priester solidarisieren sich mit den Opfern und Menschen auf den Philippinen (foto:dehon.it)
Die Herz-Jesu-Priester solidarisieren sich mit den Opfern und Menschen auf den Philippinen (foto:dehon.it)

Jesus Christus begegneten 34 Mitbrüder, die in diesem Jahr verstorben sind. Wir empfehlen sie alle seiner Barmherzigkeit und zählen Stanislaw Kardinal Nagy SCJ hinzu, den Diakon der Kirche Santa Maria della Scala. Im Beileidstelegramm an den Erzbischof von Krakau (Polen), Stanislaw Kardinal Dziwisz erinnert Papst Franziskus „in Dankbarkeit an seine wirkungsvolle Zusammenarbeit, seine herzliche Freundschaft und gegenseitige Achtung in Gemeinschaft mit dem seligen Papst Johannes Paul II. wie auch an seine intensive ökumenische Tätigkeit.”

In dieser wieder entdeckten Zeit, die die Festtage uns bieten, können wir erneut des Herrn gedenken, der in allen unseren Wirklichkeiten geboren wurde, und die deutlich christlichen Kennzeichen der Weihnacht bestätigen. Diese Geschehnisse zu betrachten und ihrer zu gedenken, bedeutet nicht, sich in ein ausschließendes Ghetto einzuschließen, sondern unbekannte Fähigkeiten zu zeigen, um in der Sprache unserer Spiritualität die andauernde „Gute Nachricht“ zu erzählen, die die ganze Menschheit betrifft. Die Geburt Jesu ist die Umarmung zwischen Gerechtigkeit und Wahrheit, ist die fruchtbare Begegnung zwischen Himmel und Erde, ist Hoffnung und Verheißung des Friedens und des vollen Lebens.

Jedem von Euch wünschen wir eine heilige Weihnacht und ein Neues Jahr 2014, das reich sein möge an Segen. Vertrauen wir dem Geist des Herrn besonders die Durchführung der Kapitel der Teilgebiete in Vorbereitung auf das 23. Generalkapitel 2015 an.

Pater José Ornelas Carvalho SCJ Generaloberer und sein Rat


Gottesdienste

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