Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ zu Allerheiligen, den 01. November 2013 | Pater Mario Kaufmann SCJ über die Bedeutung von Allerheiligen.

Ein Tag der Freude und des Gedenkens 

Das katholische Fest Allerheiligen lenkt unseren Blick in den Himmel. Wir denken an alle verstorbenen Schwestern und Brüder, die schon zur Vollendung bei Gott gelangt sind und machen uns bewusst, dass auch unser letztes Ziel die Gemeinschaft mit Gott ist. Die Zahl der Namenlosen Heiligen ist um ein vielfaches größer, als die Reihe der Heiligen, die durch die Kirche im Verfahren einer Heiligsprechung bestätigt wurden.
Pater Mario Kaufmann SCJ über das katholische Fest am 01. November.

An Allerheiligen besuchen die Familien ihre Angehörigen auf den Friedhöfen (foto:scj.de)
An Allerheiligen besuchen die Familien ihre Angehörigen auf den Friedhöfen (foto:scj.de)

Heilige sind keine toten Säulensteher

"Meine lieben Heiligen!" Mit diesen Worten grüßt der Apostel Paulus in seinem Brief die Christen in Rom. Hin und wieder begegne ich Zeitgenossen, die sagen "ich will doch kein Heiliger werden " oder wir bezeichnen jemanden, der sich all zu sehr engagiert von seiner guten Seite zeigt, als "komischen Heiligen". Heilig sein, heilig werden zu wollen - da können wir ganz beruhigt sein - hat nichts damit zu tun, als moralisch sauberes Vorbild auf einer hohen Säule zu stehen, so wie auf einem Siegertreppchen, wo unsere hervorragenden Leistungen über alle anderen erhoben sind. Heilige sind zuerst Menschen, die zu einer besonderen Offenheit für Gottes Wirken in ihrem Leben gefunden haben, die bereit dafür sind, dass Gott ihr Herz ergreift, sie durch sein Wort verändert und ihr Leben mitunter auch auf den Kopf stellt. In den Lebensgeschichten vieler Heiliger fällt auf, dass sie oft große Sünder waren und von Gott und der Nächstenliebe weit entfernt. An einem bestimmten Punkt ihres Lebens sind sie umgekehrt und wurden zu brennenden Glaubenszeugen für Christus. Darum geht es: Sich ganz Christus anzuschließen. Die Heiligen sind Mitbürger und Freunde Gottes. In diese Gemeinschaft sind auch wir schon jetzt hineingerufen.

Zeit des Gedenkens

Der Monat November ist mit Allerseelen, dem Volkstrauertag und dem evangelischen Totensonntag besonders durch das Gedenken der Verstorbenen geprägt. Viele Familien kommen an diesen Tagen zusammen und besuchen gemeinsam den Friedhof und die Gräber ihrer Angehörigen. Auch wir Herz-Jesu-Priester besuchen die Gräber unserer Mitbrüder in Berlin, Düsseldorf, Handrup, Maria Martental, Neustadt und Freiburg. Nicht selten erzählen wir uns nach dem Gebet auf dem Friedhof die ein oder andere Episode aus dem Leben eines verstorbenen Mitbruders, an die sich einer von uns erinnert.

Pater Mario Kaufmann SCJ über die Bedeutung von Allerheiligen (foto:scj.de)
Pater Mario Kaufmann SCJ über die Bedeutung von Allerheiligen (foto:scj.de)

Glaube konkret

In diesem Gedenken wird für Christen das eigene Glaubensbekenntnis konkret. "Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen... die Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Für viele Menschen sind diese Sätze des Glaubensbekenntnisses im vergangenen Jahr zu einer schmerzhaften Herausforderung geworden: Eltern haben ihre Kinder zu Grabe getragen, Geschwister einen Bruder oder eine Schwester verloren, viele sind von Schmerz und Trauer erfüllt über den Tod eines nahen Menschen. Allein der Glaube, die Nähe Gottes und lieber Menschen können uns in dieser Trauer trösten. Unsere christliche Botschaft wird aber nicht müde zu verkünden, dass wir uns angesichts des Todes nicht als Verlierer, sondern als Beschenkte sehen dürfen. Tod bedeutet zunächst Verlust und Trennung. Dennoch dürfen wir immer dankbar sein, für den Weg, den wir gemeinsam mit einem Menschen gehen durften. Darüber hinaus schenkt uns der Glaube die Hoffnung auf die Vollendung im Reich Gottes: Vereint sein mit allen, die uns schon vorausgegangen sind. Allerheiligen lädt uns ein, unsere Freundschaft zu Gott zu vertiefen und mit den Verstorbenen für das Leben dankbar zu sein.  

Pater Mario Kaufmann SCJ


Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer