Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 23. Juni 2013 | Einweihung der Tagesförderstätte des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim 


„Wir haben eine Anziehung.“

Das Kloster Maria Martental ist als Wallfahrtsort bekannt. Seit Anfang Juni haben die Herz-Jesu-Priester nun mit der Übergabe des ehemaligen Jugendhofes an die Tagesförderstätte von St. Martin Düngenheim ein weiteres Angebot in ihrer Nähe auf den Weg gebracht. Die Zusammenarbeit zwischen der Kommunität der Herz-Jesu-Priester und der Tagesförderstätte soll in Zukunft noch enger werden und über den Wallfahrtsort hinaus reichen.

Der ehemalige Jugendhof der Herz-Jesu-Priester in Maria Martental (foto:scj.de)
Der ehemalige Jugendhof der Herz-Jesu-Priester in Maria Martental (foto:scj.de)

Eine lange und traditionsreiche Geschichte hat der Wallfahrtsort Maria Martental bei Leienkaul. Das in der Eifel gelegene Kloster der Herz-Jesu-Priester blickt auf eine fast 900-jährige Geschichte zurück. 1212 taucht das landwirtschaftliche „Martentaler Gut“ zum ersten Mal in den Schriftstücken auf - gewissermaßen als Vorgänger des späteren Jugendhofs. Bereits 1140 galt Martental als eine Filiale der Augustiner. Im Jahr 1927 übernahmen die Herz-Jesu-Priester den Klosterbesitz. 1988 dann entsteht der Jugendhof Maria Martental. 25 Jahre später wird er wieder geschlossen. „Wenn auch die Schließung des Jugendhofes für uns ein schmerzlicher Schritt gewesen ist, so sind wir sehr dankbar für die Entwicklung, die inzwischen in diesem Teil des Martentaler Gebäudekomplexes eingesetzt hat“, betont Provinzial Pater Heiner Wilmer SCJ. Auf der Suche nach einem Ort für eine Tagesförderstätte für Menschen mit schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, wird das Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim auf das alte Klostergebäude aufmerksam. 
„Wir brauchten eine neue Einrichtung, die wir anmieten konnten und die unserem Leitwort der ,Inklusion‘ gerecht wird. Martental erschien uns dafür geeignet“, erzählt Markus Wagener, der Direktor des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim. 
Die Verbindung zwischen den Herz-Jesu-Priestern und Düngenheim bestand schon viele Jahre zuvor. „Zu den ansässigen Kreuzschwestern hat sich nicht nur ein schönes nachbarschaftliches Verhältnis entwickelt, sondern eine echte Freundschaft. Die Freundschaft zwischen den Kreuzschwestern und den Herz-Jesu-Priestern drückt sich auch in einer gegenseitigen Fürsorge aus: seit vielen Jahren gehen die Patres aus Martental nach Düngenheim, um hier mit den Schwestern oder mit den Behinderten in St. Martin die Heilige Messe zu feiern“, erzählt Pater Wilmer SCJ während der Eröffnung der Tagesförderstätte am 31. Mai. Aber auch die spirituellen Angebote der Mitbrüder - insbesondere die Seelsorge - verband St. Martin Düngenheim und das Kloster.

Der ehemalige Jugendhof der Herz-Jesu-Priester (foto:scj.de)
Der ehemalige Jugendhof der Herz-Jesu-Priester (foto:scj.de)

In der Linie von Pater Leo Dehon SCJ

In der neuen Tagesförderstätte bekommen die Beschäftigten eine Arbeit und können gleichzeitig den Wohnort verlassen. „Das ist in der Arbeit mit solch beeinträchtigten Menschen sehr wichtig und hilfreich“, weiß der Direktor der Einrichtung. Der Hauptaugenmerk der Tagesstätte liegt auf der Floristik. Produkte, wie Gestecke, Kränze oder Kreuze, werden von den Beschäftigten angefertigt und bei Gelegenheit verkauft. Dabei gehe es den Verantwortlichen der Tagesstätte „nicht um den wirtschaftlichen Nutzen und einen monitären Ertrag“, sondern, dass die Menschen die Möglichkeit haben „sich einzubringen und abseits ihres Wohnortes in Ruhe arbeiten zu können“, gibt Wagener zu verstehen. Das Engagement „für Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen“ entspreche ganz der „Linie unseres französischen Ordensgründers P. Leo Dehon“, würdigte der Provinzial der deutschen Ordensprovinz die Arbeit der Tagesförderstätte.

Markus Wagener, der Direktor des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim (foto:scj.de)
Markus Wagener, der Direktor des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim (foto:scj.de)

Gründe für Maria Martental

Für den Standort Martental sprechen drei Gründe:
Zum einen wurde die Kreisstraße zum Kloster ausgebaut und somit eine bessere Verbindung zu den umliegenden Dörfern und Städten ermöglicht. Zudem ist das Kloster in der Umgebung bekannt und erfreut sich Besuchen von zahlreichen Pilgern aus ganz Deutschland. „Wir haben damit auch eine Anziehung auf die Menschen über den Ort Martental hinaus“, ist sich Wagener sicher. Zuletzt ist aber auch die Abgeschiedenheit des Klosters für die Beschäftigten der Tagesförderstätte ein Vorteil. „So haben sie ihre nötige Ruhe, den Bezug zur Natur und genügend Freiraum“, erklärt Wagener. 
Wie die Beziehung zwischen dem Kloster der Herz-Jesu-Priester und der Tagesförderstätte des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim in Zukunft aussehen wird, ist noch nicht geklärt. Dass die Kooperation ausgebaut werden soll, steht für den Direktor Wagener fest. Ein Grundstein ist mit der Eröffnung und der Einweihung der Räumlichkeiten durch Weihbischof Peters und der Generaloberin Soeur Marie France, bereits gelegt. Alles andere „wird sich zeigen“, so Wagener.

Matthias Biallowons


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