Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 21. April 2013 | Das Treffen der Leiter der Ausbildungshäuser der Herz-Jesu-Priester in Rom

Aus der Sakristei in die Welt

Vom 08. bis 13. April trafen sich die Leiter der Ausbildungshäuser in Rom. In diesen Tagen diskutierten die Teilnehmer wichtige Fragen der Ausbildung in den einzelnen Provinzen der Herz-Jesu-Priester. 

Pater José Ornelas Carvalho SCJ (foto:dehon.it)
Pater José Ornelas Carvalho SCJ (foto:dehon.it)

Eine schwierige Aufgabe hatten die Patres Paulus Sugino und Albert Lingwengwe SCJ zusammen mit ihrer Kommission in den letzten drei Jahren. Sie sollten die „Ratio Formationis Generalis“, also eine Art Richtlinie über die Ausbildung bei den Herz-Jesu-Priestern, überarbeiten. Der Grund für die Überarbeitung lag darin, dass die letzte Auflage aus dem Jahr 1994 stammt, und sich seitdem einige Veränderungen in der Spiritualität und dem Verständnis von Mission ergeben haben. Während dieser Tage hatten die Leiter der Scholastikate unter anderem die Aufgabe dieses Dokument zu prüfen und weiter auszuarbeiten, bevor es auf dem nächsten Generalkapitel vorgestellt wird.
Nachdem am ersten Tag der Konferenz über verschiedene Aspekte des religiösen Lebens in der heutigen Zeit gesprochen und diskutiert wurde, widmeten sich die Teilnehmer tags darauf der „Ratio Formationis Generalis".
Zuständig für die Darstellung der Chancen und Herausforderungen des Ordenslebens in der Gegenwart war Santiago Gonzáles Silva aus Kolumbien. Der eingeladene Referent verglich die ersten öffentlichen Auftritte des neuen Papstes Franziskus, mit dem öffentlichen Wirken von Papst Johannes XXIII.. Besonders erinnerte der Referent an den großen Verdienst des Zweiten Vatikanischen Konzils im Bereich des Ordenslebens. Letztlich basiert es auf der Taufe und der Berufung zur Heiligkeit der Kirche. 

Pater Konrad Flatau SCJ, der Leiter des Ausbildungshauses in Freiburg (foto:dehon.it)
Pater Konrad Flatau SCJ, der Leiter des Ausbildungshauses in Freiburg (foto:dehon.it)

In der Ausbildung spielen besonders zwei Aspekte eine zentrale Rolle: Inkulturation und Internationalität. Hintergrund für die Notwendigkeit über diese Aspekte nachzudenken, ist die Erkenntnis, dass Europa nicht mehr das Zentrum der Welt ist. Zwar bleibt Europa weiterhin wichtig auf der wirtschaftlichen und politischen Ebene, jedoch gewinnt der Süden - Afrika, Lateinamerika, Asien - immer mehr an Wichtigkeit für die katholische Kirche. Eine Entwicklung, die besonderes im letzten Jahrzehnt immer deutlicher wurde. Allein wenn man die Zahl der Katholiken betrachtet, ist der Süden auf dem Vormarsch. Gleichzeitig bleibt die Kirche auf diesen Kontinenten weiterhin sehr europäisch geprägt.
Inkulturation bedeutet - der Auffassung des seligen Papstes Johannes Paul II. folgend - auf der einen Seite die Einpflanzung des Evangeliums in eine Kultur, aber gleichzeitig auch den fruchtbaren Beitrag jener Kulturen für die Kirche zu sehen und ihn zu integrieren. Wenn Kultur als alle Aspekte des Lebens, Denkens, Fühlens und Handelns verstanden wird, dann muss der Glaube auch diese Dimensionen berühren. Mehr denn je wird eine „inter-kulturelle“ Ausrichtung in der Ausbildung nötig. Einige Ausbildungshäuser gehen diesen Weg bereits. Grundlegend für den Vollzug einer gelungenen Inkulturation, wird eine internationale Ausrichtung der Ausbildungshäuser sein. Das Kloster Freiburg der deutschen Ordensprovinz zeigt exemplarisch, wie dieser Weg möglich ist. Das Ausbildungshaus genießt international sehr hohes Ansehen und erfreut sich ständig neuer Anfragen aus aller Welt.

Das Logo des Treffens der Leiter der Scholastikate (foto:dehon.it)
Das Logo des Treffens der Leiter der Scholastikate (foto:dehon.it)

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Ausbildung, der auch in „Ratio Formationis Generalis“ enthalten sein wird, betrifft die wirtschaftliche Komponente. In der Ausbildung dürfen Fragen nach dem alltäglichen Auskommen nicht ausgespart werden. Die zukünftigen Herz-Jesu-Priester müssen einen richtigen Weg erlernen, wie sie mit den materiellen Dingen des Lebens umgehen können, um aus dieser Erkenntnis heraus, die soziale Dimension der Herz-Jesu-Spiritualität zu verstehen, und sich vor allem auch dafür einsetzen zu können. Daraus folgen eine Weltoffenheit und die Option für die Armen.
Papst Franziskus bekräftigte diese Dimension zu Beginn seines Pontifikates. Das soziale Engagement betonte der Heilige Vater mit Worten, die der Forderung des Ordensgründers Pater Leo Dehon SCJ sehr nahe kommen: „Eine Kirche, die zu lange in den Sakristeien bleibt, wird krank“.  

Text Matthias Biallowons


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