Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 14. Juli 2013 |  „Der Garten Europa – Ein Garten Eden?“ im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt.

„Garten Eden“ in Neustadt

Am vergangenen Wochenende stand vom 05.07 – 07.07.2013 das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße ganz im Zeichen von Europa. Beim Veranstaltungswochenende „Der Garten Europa – Ein Garten Eden?“ gingen die Teilnehmer und Referenten der Frage nach der Identität und der Seele der europäischen Gemeinschaft nach. Das Motiv des paradiesischen Gartens begleitete das Wochenende

Das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße (foto:scj.de)
Das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße (foto:scj.de)

Währungskrise, Wirtschaftkrise und Jugendarbeitslosigkeit. Europa durchlebt derzeit seine schwierigste Krise. Oftmals werden die Probleme jedoch nur auf die „Eurokrise“ reduziert. Doch hat Europa nicht noch viel mehr zu bieten, als die Krisensymptome? Gibt es denn nicht eine gemeinsame Seele Europas? Wo liegt die wirtschaftliche Zukunft? Diesen und vielen weiteren Fragen stellten sich im Herz-Jesu-Kloster in Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz unterschiedliche Referenten aus Kunst, Wirtschaft, Politik und Religion. Wie bereits 2012, als das Wochenende mit dem Thema „Die Sieben Todsünden“ im Kloster Neustadt stattfand, organisierte Christiane Wettmann zusammen mit den Herz-Jesu-Priestern auch das Wochenende „Der Garten Europa – Ein Garten Eden?“. Anknüpfungspunkt war das Motiv des Kultursommers 2013 "Eurovisionen", das die Veranstalter mit dem Gartenmotiv aufnahmen. Den insgesamt rund 150 Besuchern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten: Neben Kunstwerken muskalischer und bildender Künstler, einem „magischen“ Kräutergarten, einem europäischen Buffet aus der Klosterküche und einer Eucharistiefeier mit einem protestantischen Prediger, bildete die Podiumsdiskussion am Samstag den Höhepunkt der Veranstaltung. Vier Referenten aus Politik, Kunst, Wirtschaft und Religion beleuchteten die Frage nach der Seele Europas aus ihren Bereichen. Am Freitag hatten Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ und Christiane Wettmann die Besucher begrüßt, Ute Kreidler hatte auf ihrer Harfe und mit ihrem Gesang die Lieder von Hildegard von Bingen zum Besten gegeben und Beate Kuchs hatte ihre Glaskunst im „Magischen Garten“ vorgestellt. 

Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ (foto:scj.de)
Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ (foto:scj.de)

Europa ist mehr als nur ein Krisenherd

Die Leitung der Podiumsdiskussion am Samstag übernahm Dr. Karl J. Eggers. So hatte jeder Referent zehn Minuten Zeit, um seine Sichtweise vorzustellen, ehe sie mit dem Publikum ins Gespräch kamen. Dabei waren unterschiedliche Meinungen sogar erwünscht, damit die Diskussion lebhafter gestaltet werden konnte. Theresa Kiefer, betonte durch ihre Erfahrungen aus ihrem Projekt „Internationaler Garten am Hack-Museum“ in Ludwigshafen, bei dem Bürger aus unterschiedlichen Nationen mitwirkten, dass es wichtig sei, dass in Zukunft „Ressourcen über vielfältige und innovative zivilgesellschaftliche Aktivitäten in Stadt und Region einbezogen“ werden. Die Europaabgeordnete Jutta Steinruck von der SPD machte deutlich, dass die Vision von Europa als einem perfekten Garden Eden unrealistisch wäre. Sie verwies auf die Freiheiten und Möglichkeiten, die sowohl junge als auch ältere Menschen in Europa haben. Sie machte aber auch auf die potenziellen Gefahren aufmerksam. Zudem erinnerte die Politikerin an die Solidaritätsgemeinschaft Europas. Ein klares Bekenntnis zum Stabilitäts- und Wachstumspakt und damit zum Euro gab Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, ab. Zudem forderte er Wachstumsinitiativen für Europa zur Stärkung der europäischen Industrie. Die religiöse Sicht stellte Rudolf Ehrmantraut, der Generalsekretär der Kirchen am Rhein, dar. Er berichtete von seinen Erfahrungen aus der Praxis eines protestantischen Pfarrers in deutschen und französischen Gemeinden. Am Sonntag endete das Wochenende mit einer Eucharistiefeier und der Möglichkeit zu vertiefenden Gesprächen mit Beate Kuchs über den „Magischen Garten“ und mit Rose Marie Rapp über die Sokratische Gesprächsform. Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ, der Rektor des Klosters Neustadt, sprach von einer „sehr guten Organisation, kompetenten Referenten und einer gelungenen Veranstaltung“.

Text Matthias Biallowons


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