Montag, der 27. März 2017
SCJ am Sonntag, den 12. Januar 2014 | Pater Markus Mönch SCJ zum Fest der Taufe des Herrn

"Ich begleite in meiner Arbeit Menschen auf ihrem Weg zu Gott"

Die katholische Kirche feiert am 12. Januar 2014 das Fest der "Taufe des Herrn" und das Ende des Weihnachtsfestkreises. Pater Markus Mönch SCJ aus der Kommunität der Herz-Jesu-Priester in Berlin erklärt den Festtag, die Bedeutung und Wichtigkeit des Taufsakraments und erzählt von seinen Erfahrung mit Menschen, die sich taufen lassen wollen. 

Pater Markus Mönch SCJ aus Berlin erklärt den Feiertag der "Taufe des Herrn" (foto: Daniel Biskup)
Pater Markus Mönch SCJ aus Berlin erklärt den Feiertag der "Taufe des Herrn" (foto: Daniel Biskup)

Taufe des Herrn

Das Fest "Taufe des Herrn" ist eines der wenigen Feste, die schon in der frühen Zeit der Kirche innerhalb des Weihnachtsfestkreises gefeiert wurde. Das Fest leitet sich vom Evangelium der Taufe Jesus durch Johannes im Jordan ab. Auch wenn zwischen der Geburt Jesu und seiner Taufe als Erwachsener eine große Zeitspanne liegt, wählte man es aus als Bestandteil des Weihnachtsfestkreises. 

Mit dem Fest „Taufe des Herrn“ endet in heutigen Tagen der Weihnachtsfestkreis und der Jahreskreis beginnt wieder. In vielen privaten katholischen Traditionen wird jedoch die Weihnachtszeit noch bis zum 02. Februar („Darstellung des Herrn“ oder „Mariä Lichtmess“) nach alter Tradition gefeiert. Er seit der letzten Liturgiereform wurde der Weihnachtsfestkreis auf das heutige Maß reduziert. Vielleicht wollte man durch die Verkürzung von Weihnachten die Bedeutung von Ostern als dem Höchsten aller christlichen Festzeiten noch verstärken.

Hinweis auf das Erlösungsgeschehen 

Theologisch gesehen ist die "Taufe des Herrn" der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die zweite öffentliche Bezeugung der Gottessohnschaft Jesu. Bei der Geburt waren es Engel, die den Menschen die Geburt des Gottessohnes verhießen und bei der Taufe des Herrn war es Gott, in einer Stimme vom Himmel, die diesen Menschen als Gottes geliebten Sohn auszeichnete. Schon die Kirchenväter sahen in der Taufe des Herrn ein Hinweis auf sein Erlösungsgeschehen im Tod und in der Auferstehung. Die Taufe als Reinigungsritual, wie sie Johannes vertrat, ist sehr alt und wird bei den Evangelisten quasi als Initiationsritual verstanden, das Vorbild wurde für die christliche Taufe. Der große Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und unserer christlichen Taufe ist die Wirkung. Johannes taufte Menschen, die umkehren wollten, zurück zu einem Leben mit Gott. Die christliche Taufe beinhaltet diesen Aspekt auch, aber fügt mehr dazu. Das Mehr, das hinzugefügt wird, ist die Teilhabe an der Erlösung Jesu Christi als Glied an seinem Leib oder vereinfacht ausgedrückt als Teil der Kirche. 

Pater Markus Mönch SCJ aus der Kommunität der Herz-Jesu-Priester in Berlin (foto: scj.de)
Pater Markus Mönch SCJ aus der Kommunität der Herz-Jesu-Priester in Berlin (foto: scj.de)

Der Entschluss zu etwas Neuem

Es bleibt die Frage, warum Jesus nun getauft werden musste, da er doch schon Gottes Sohn war und nicht umzukehren brauchte. Eine Antwort könnte sein, dass Jesus sich in diesem Tun solidarisch zeigt mit allen anderen Menschen. Er geht in die Perspektive von den Menschen, zu denen er gekommen war. Er tut dies aber nicht, indem er selber sündigt, sondern indem er den neuen Weg von Anfang an geht. Natürlich ist es nicht damit getan sich einfach nur taufen zu lassen, damit sich mein Leben ändert. Aber der Entschluss etwas Neues zu wagen und dies zu bezeugen durch ein solches Ritual, sind ein guter Ausgangspunkt. Alle weiteren Schritte, die zu gehen sind, werden von Jesus dann in der folgenden Zeit, im Evangelium immer wieder selber gegangen und erläutert.

Heute begegne ich in immer mehr Lebensfeldern Menschen, die nicht als Kind getauft wurden, die auch in nicht religiösen Umfeldern groß geworden sind. Ich spüre, dass solche Menschen zwar Interesse zeigen an mir als Mensch, aber nicht an meiner Religion. Sie deuten Religion eher als einengend für das eigene Leben. Sie leben ihr Leben mit ihren eigenen Wertvorstellungen. Sie suchen und ersehnen Gott auch nicht.

In Berlin begleitet Pater Markus Mönch SCJ Menschen auf ihrem Glaubensweg (foto: Photocase/Anweber)
In Berlin begleitet Pater Markus Mönch SCJ Menschen auf ihrem Glaubensweg (foto: Photocase/Anweber)

Wegbegleiter

Das wäre deprimierend, wenn ich nicht auch immer wieder Menschen erleben könnte, die aus den unterschiedlichsten Gründen sich für den Glauben interessieren um zu schauen, ob und was er ihnen für ihr Leben bringen kann. Solche Menschen auf ihrem Weg zur Taufe zu begleiten, hilft mir immer wieder positiv in die Zukunft schauen zu können. Es sind keine Scharen von Bewerbern, aber es sind immer wieder Menschen, die mich und die Gemeinde in ihrem Fragen und Suchen verändern.

Das Fest "Taufe des Herrn" ist für mich somit nicht nur ein Fest, sich an die Taufe zu erinnern, sondern vielmehr ein Fest mich daran zu erinnern, dass mit der Taufe ja erst die Suche nach Gott und dem Leben beginnt und dass Suchen und Fragen für unseren Glauben existenziell bleiben hier auf der Erde.
Als Herz-Jesu-Priester bin ich von meinem Gründer P. Leon Dehon SCJ aufgerufen worden zu den Menschen zu gehen, um sie zu begleiten auf einem Weg in ein Leben des Reiches Gottes hier auf Erden.
Ich begleite in meiner Arbeit Menschen auf ihrem Weg zu Gott und erfahre, dass auch ich verändert werde und wachse. Als Herz-Jesu-Priester verwirklicht sich für mich hier meine Berufung, wenn ich immer mehr Menschen und ihre Lebenssituationen kennenlerne und sie begleite auf einem Weg in eine neue Zukunft mit Gott.

Pater Markus Mönch SCJ


Gottesdienste

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