Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ am Sonntag, den 10. Februar 2013 | Przemysław Bukowski SCJ in seinem Blog über das Evangelium des Tages

"Fürchte dich nicht!"

Jeden Freitag schreibt Pater Przemysław Bukowski SCJ in seinem Blog  auf der Internetseite seiner Mitbrüder (www.radekscj.pl ) über das Evangelium des Tages. Für SCJ.de hat sich der Herz-Jesu-Priester Gedanken über das Evangelium nach Lukas 5,1-11 gemacht. 

Die Jünger sollen Menschenfischer werden (foto:scj.de)
Die Jünger sollen Menschenfischer werden (foto:scj.de)

Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen.
Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See!
Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.

"Von jetzt an wirst du Menschen fangen".

Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.  
Im Netz Zwei Juden streiten sich auf dem Marktplatz. Um den Streit zu schlichten, holen sie den Rabbi des Dorfes. Der erste berichtet: „Der Moische hier hat mir eine Kuh für drei Goldstücke verkauft, sie ist aber so mager, dass dies ein absoluter Wucher ist. Diese Kuh ist niemals drei Goldstücke wert, oh Rabbi!“ Der Rabbi schaut sich die Kuh an, nickt weise und spricht: „Du hast recht, Schlomo!“ Da ereifert sich Moische: „Aber Rabbi, wir haben verhandelt und verhandelt und der Schlomo hat gefeilscht und schliesslich eingewilligt, drei Goldstücke zu bezahlen. Er hat sich somit verpflichtet und muss unsere Abmachung einhalten!“ Der Rabbi hört zu, nickt weise und sagt: „Du hast recht, Moische!“ Ein dritter Jude gesellt sich dazu und ruft: „Erhabener Rabbi, es kann doch nicht sein, dass der Schlomo und der Moische beide recht haben...?“ Der Rabbi nickt weise und spricht: „Du hast auch recht!“   Angeblich spricht Gott in den Stimmen dieser Welt zu uns: Das Rauschen der Natur aber auch die menschlichen Sorgen. Es hat mal jemand festgestellt, dass darauf das Paradox der göttlichen Anwesenheit unter uns beruht. Die Stimme, mit der Gott sprich, ist gleichzeitig die Stimme die Ihn übertönt. Dies sind die Regeln Gottes. Sie gefallen euch nicht? Das macht nichts, er hat auch andere. Ich persönlich bemitleide Gott, weil dies alles nicht den Glauben daran erleichtert, dass es Seine Stimme ist. Aber vielleicht sind mein Verstand und mein Herz einfach zu klein. So spreche ich wie die Apostel: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen“.

Pater Przemysław Bukowski SCJ in seinem Blog (foto:scj.de)
Pater Przemysław Bukowski SCJ in seinem Blog (foto:scj.de)

Gott hat keine Angst

Es scheint doch, dass ich alles tue was zu mir gehört. Ich bin mir dessen sogar sicher. Ich versuche so sehr das anzunehmen, was mir unverständlich ist, dass ich viele fassbarere Wirklichkeiten, wie beispielsweise meine eigene Seele vergesse. Doch trotz allem gehe ich das Risiko ein: „Doch wenn Du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ Und schon wieder wankt meine Sicherheit. Denn schließlich ist Sicherheit noch nicht die Wahrheit. „Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ Also fange ich wo ich kann. Aber gleichzeitig bemerke ich, dass sich immer weniger fangen lassen. Das Internet ist ebenfalls mein Netz. Man sagt, dass man Gott dort nicht finden kann, aber Menschen die zu Ihm führen schon. Also gehe ich das Risiko ein… und weiterhin nichts, erfolg- und fast schon aussichtslos.  Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig oder sollte ich mir eingestehen, dass man mit dem Evangelium nur noch so einen mickrigen „Fang“ machen kann. Vielleicht sind es immer weniger Leute im Boot, aber dafür sind es nur die Besten? Nein, nein, so darf man das sicher nicht sehen. Ich denke, dass mein Fehler darauf beruht, dass ich mich trotz der Wunder schon an meine Sehnsüchte gewöhnt habe. Man würde sagen, dass es nicht schlecht ist, sich nach etwas zu sehnen. Dass früher alles so wundervoll war. Aber so wird es nie wieder sein. Schade. Also werde ich wieder probieren mich aufzuraffen um festzustellen, dass die Sehnsucht die Zeit der, auf alle mögliche Art, Verdammten ist. So kann man sich lange im Kreis drehen und die gute alte Zeit beschwören. Wenn es schon nichts neues gibt, dann bleiben höchstens die guten Erinnerungen. Oh Gott, welches Schicksal! Also lasse ich diese Geschichte hinter mir. Was interessiert mich der Fang von vor langen Jahren? Damit sollen sich die Exegeten beschäftigen. Besser als diese Sehnsucht ist die Hoffnung. Die Hoffnung, das ist die Zeit der, auf alle möglichen Art, Erlösten. Die Hoffnung, dass obwohl ich schwach an Gott glaube, so glaubt Er an mich viel stärker als ich an Ihn. „Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.! Gott hat eher keine Angst. Und obwohl er es sicher besser weiß, so bestätigt er mich meistens in dem was ich denke. So bleibt die Frage, ob sich für Gott der Glaube an Fischer lohnt?  

Przemysław Bukowski SCJ


Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer