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SCJ am Sonntag, 12. Mai 2013 | Pater Zolile Mpambani SCJ wurde am 06. Mai 2013 zum Bischof von Kokstad in Südafrika ernannt.

Nachfolger gesucht

Pater Zolile Mpambani SCJ wurde am 06. Mai 2013 zum Bischof von Kokstad in Südafrika ernannt. Der Herz-Jesu-Priester hinterlässt eine große Lücke in seiner Provinz.

Pater Zolile Mpambani SCJ (foto:dehon.it)
Pater Zolile Mpambani SCJ (foto:dehon.it)

Geschichte wiederholt sich. Sechszehn Jahre ist es her, dass Pater Zolile Mpambani SCJ seinen Vorgänger, Pater Tomé Makhwéliha SCJ, im Generalat in Rom ersetzen musste, weil dieser zum Bischof ernannt wurde. Jetzt wird er selbst als Bischof eine Diözese leiten und ein anderer Herz-Jesu-Priester wird die Lücke, die er in seiner Provinz hinterlässt, füllen müssen. Wer als Kandidat in das Amt des Provinzials in Südafrika folgen wird, steht noch nicht fest. So gesellt sich bei seinen Mitbrüdern zum Stolz über die Ernennung zum Bischof, auch Traurigkeit hinzu: „Es ist natürlich sehr schade, dass wir einen der wenigen Mitbrüder aus Südafrika verlieren. Derzeit werden viele unserer Mitbrüder aus leitenden Positionen abgezogen“, gibt Pater Stefan Tertünte SCJ aus der deutschen Ordensprovinz zu bedanken. Der Herz-Jesu-Priester wird selber im September seiner Kommunität in Oberhausen den Rücken kehren, um seine neue Stelle im Generalat in Rom anzutreten. Noch in der Kindheit identifizierte Pater Mpambani Kirche immer nur mit den Herz-Jesu-Priestern. „Ich wusste nicht, dass es viele verschiedene Typen von Priestern gab“. Der 56-jährige wuchs in Umliali, in der Diözese Aliwal North in Südafrika, auf und kam durch die deutschen Herz-Jesu-Priestern in Kontakt mit der Kirche. Kein Wunder also, dass er sich für die Herz-Jesu-Priester entschied, als er seine Berufung zum Ordensleben erkannte. „Als mich mein damaliger deutscher Pfarrer fragte, was für ein Priester ich werde möchte, antwortete ich, dass ich so werde möchte wie er“, erzählt Pater Mpambani. 
Er war somit der erste in seiner Familie, der sich für ein klerikales Leben entschied und überhaupt einer der ersten Südafrikaner in der Kongregation.

Pater Zolile Mpambani SCJ bei der Arbeit (foto:dehon.it)
Pater Zolile Mpambani SCJ bei der Arbeit (foto:dehon.it)

Vom Gemeindepfarrer zum stellvertretenden Provinzial

Sein ganzes Wissen über das religiöse Leben und das Priesteramt, hatte er von seinem Gemeindepfarrer mitbekommen. So war auch sein größter Wunsch selber eine Pfarrei zu leiten. Aber wie es oft im Leben so ist, hat es mit den Menschen andere Pläne, als sie sich vorstellen können. 
So auch mit Pater Mpambani. Nachdem er 1982 seine ersten Gelübde abgelegt hatte und 1978 fest in den Orden eingetreten war, absolvierte er sein Theologiestudium an dem theologischem Institut St. Joseph in Cedara, das in der der Nähe von Pietermaritzburg liegt und durfte zu Beginn seines noch jungen Priesterlebens seiner „Traumarbeit“ nachgehen: er leitete seine eigene Heimatgemeinde, in der er selber seinen Ruf zu einem Leben im Dienste Gottes verspürt hatte. Zur selben Zeit veränderte sich auch die Aufteilung der Provinz Südafrikas. Anfangs noch unter der Leitung der U.S. Provinz und der deutschen Kongregation, sollte Südafrika eine eigene Provinz werden. Doch was braucht eine neue Provinz am Dringendsten? Neue Priester. Was braucht man für neue Priester? Menschen, die sie dazu ausbilden. So wurde Pater Mpambani nur wenige Jahre nach seinem Amtsantritt in seiner Gemeinde, an die Schule gerufen, um sich um die Ausbildung der Postulanten zu kümmern. Wenig später war er Novizenmeister. Schließlich wurde er zum stellvertretenden Provinzial von Südafrika ernannt.

Pater Zolile Mpambani SCJ mit Pater Sylvester David OMI, dem Präsidenten des theologischen Instituts  St. Joseph in Cedara (foto:dehon.it)
Pater Zolile Mpambani SCJ mit Pater Sylvester David OMI, dem Präsidenten des theologischen Instituts St. Joseph in Cedara (foto:dehon.it)

"Wer ich? Zolile?"

Als es 1997 in Südafrika keine Novizen mehr gab, kehrte der Herz-Jesu-Priester zurück in den Dienst als Gemeindepfarrer. 
Zeitgleich erreichte die südafrikanische Provinzleitung eine Anfrage aus dem Generalat in Rom: Es sollte ein Nachfolger aus den afrikanischen Provinzen für den Generalrat Tomé Makhwéliha SCJ, der zum Bischof von Mozambique ernannt wurde, nach Rom kommen. Die Wahl fiel auf Pater Mpambani. „Ich war beim Generalrat dabei und wir hatten diesen Umstand diskutiert und waren uns einig, dass wie jemand brauchten, der entweder lange Zeit Missionar in Afrika war oder ein afrikanischer Herz-Jesu-Priester ist“, erzählt Pater Mpambani und fügt an: „Ich habe aber niemals mich für diese Rolle in Betracht gezogen“.
 Die anderen taten es aber. „Ich sagte ihnen, dass sie nicht ihre Zeit verschwenden sollen, dass ich keine Erfahrung habe, nie ein Oberer gewesen bin und nicht so viele Sprachen spreche“. 
Doch die anderen Mitglieder des Rates ignorierten seine Einwände und schlugen ihn in Rom als Kandidaten vor. An das was, was dann passierte erinnert sich der Dehonianer noch ganz genau: „Der Provinzial sagte mir, dass es einen Anruf aus Rom gebe. Es war der 17. November als mich Pater Tom Cassidy SCJ anrief und mir erzählte, dass ich ins Generalat kommen solle“. 
Pater Mpambani verwies zwar darauf, dass es wichtig sei, dass ein Afrikaner für die Ausbildung der Novizen in Südafrika zuständig ist, jedoch machte Pater Cassidy deutlich, dass er mit seiner Erfahrung in Rom mehr für seine Provinz vollbringen könne, als in Südafrika als Novizenmeister. 
Auch der damalige Pater General Virginio Bressanelli SCJ, der heute Bischof von Neuquén in Argentinien ist, betonte die Notwendigkeit eines afrikanischen Herz-Jesu-Priester im Generalat. „Ich versuchte jede erdenkliche Ausrede, aber er blieb standhaft“, erzählt Pater Mpambani. 
Noch heute muss der 56-jährige lachen, wenn er an seine erste Reaktion auf diese Entscheidung denkt: „Wer ich? Zolile? Ich kann es nicht glauben“.

Pater Zolile Mpambani SCJ zeigt sein Land (foto:dehon.it)
Pater Zolile Mpambani SCJ zeigt sein Land (foto:dehon.it)

Eine neue Sichtweise auf die Kongregation

So machte sich der Herz-Jesu-Priester nach Rom auf, um seine neue Stelle anzutreten. Bevor er jedoch mit seiner neuen Arbeit beginnen konnte, musste er erst einmal die Landessprache lernen. So reiste er nur einen Tag nach seiner Ankunft wieder weiter, um einen Monat an einer Sprachschule Italienisch zu lernen. „Als ich dann zurück nach Rom kam, fühlte ich mich wie ein Fremder in meiner neuen Heimat“, erinnert sich Pater Mpambani. 
Er gehörte einer Gruppe aus Afrika an, die ebenfalls in Rom arbeitete. Und so fühlte sich der Herz-Jesu-Priester wie viele seiner Mitbrüder: Er wollte lieber zurück nach Afrika, als in Rom zu arbeiten. „Letztlich akzeptierten wir, dass wir hier waren, um unseren jeweiligen Kongregationen zu dienen, aber wir dachten auch, dass solange unsere Herzen noch in Afrika sind, werden wir nie effektiv in Rom sein. Aber ab dem Zeitpunkt, als ich akzeptierte, dass ich dort im Dienst meiner Kongregation war, war es leichter für mich“, so Pater Mpambani. Trotz der anfänglichen Skepsis gegenüber der Arbeit im Generalat, konnte der Herz-Jesu-Priester seiner Zeit in Rom doch viel Gutes abgewinnen: „Ich bin dankbar, weil diese Zeit im Generalat meine Augen für die Kongregation geöffnet hat. Ich sehe nun eine Verbindung zu meinen Mitbrüdern, die ich früher nicht gesehen habe. Ich sehe nun, dass Provinzen und Regionen beginnen, ihre Augen füreinander zu öffnen. So wie ich damals. Es gibt so viele Herz-Jesu-Priester, die viele Jahre in Isolation leben. Die Provinzen waren zu erst einmal beschäftigt mit dem, was zu Hause passierte. Jetzt scheint es so,  als dass es eine größere Zusammenarbeit gibt. In Afrika arbeiten die Provinzen nun in der Ausbildung zusammen und reden über andere Möglichkeiten“, ist Pater Mpambani überzeugt. Der Herz-Jesu-Priester vollendete seine  Arbeit in Rom 2003 und kehrte nach einer Auszeit nach Südafrika zurück, um als Leiter des Scholastikates mit der Ausbildung und in der Leitung der Provinz fortzufahren. Im Februar 2013 beerbte er Pater Piotr Surdel SCJ als Provinzial. Somit ist er der erste eigene südafrikanische Provinzial in der Provinz. Doch so wie er einst in Rom den Platz von Pater Tomé Makhwéliha SCJ einnahm, muss sich auch heute die südafrikanische Provinz um einen Nachfolger bemühen, der die Lücke des neuen Bischofs von Kokstad ausfüllt. Die Geschichte wiederholt sich.

Text Matthias Biallowons/dehon.it


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