Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ Aktuell am 1. März 2015 | Sagen Sie mal ...
Pater Ricardo Diniz SCJ schläft mit dem Rücken zur Wand. Foto: scj.de

Aus halben Sätzen werden ganze

Pater Ricardo Diniz SCJ bereitet sich auf seine Predigten und Vorträge immer sehr gewissenhaft vor. Heute muss (darf) er mal ganz spontan sein.  

Als ich noch Schüler war ...

... habe ich meinen Lehrern hin und wieder erzählt, dass ich die Hausaufgaben gemacht habe, in Wirklichkeit stimmte es aber nicht. Als Kind habe ich meiner Mama im Haushalt sehr geholfen, und es dann manchmal einfach nicht mehr geschafft, die Hausaufgaben zu erledigen. Deshalb verstehe ich es auch, wenn Schüler ihre Arbeiten einmal nicht machen. Ich habe es ja auch nicht immer getan.

Meine Schüler kommen zu mir, wenn ...

... sie mich auf dem Schulhof sehen, dann sprechen wir miteinander, wir lachen gemeinsam oder spielen. Sie fragen sehr oft, wie es in Brasilien ist und dann erzähle ich ihnen von meiner Heimat. Ein Schüler war während der WM sehr enttäuscht, dass Brasilien gegen Deutschland nicht gewinnen konnte, er liebt die Nationalmannschaft Brasiliens sehr. Ich habe versucht, ihn etwas aufzubauen.

Wenn ich nasche ...

... dann kann ich nicht mehr aufhören.

Ich habe die Angewohnheit ...

... immer mit dem Rücken direkt an der Wand zu schlafen. Das liegt vielleicht daran, dass ich als Kind mehr als einmal aus dem Bett gepurzelt bin. Das passiert mir so nicht mehr, dafür kann ich nun aber nicht besonders gut einschlafen, wenn ich die Wand nicht im Rücken spüre.

Ich glaube, ich könnte Jesus zum Lachen bringen, wenn ich ...

... ihm erzähle, was die Leute zu mir gesagt haben, als sie erfuhren, dass ich Priester werden möchte. Ich bin als Ordenspriester sehr glücklich, weil ich mich immer auf meine Mitbrüder verlassen kann. Es ist schön, in einer so guten Gemeinschaft zu sein, in der man sich gegenseitig stärkt und füreinander da ist.

Pater Ricardo Diniz SCJ ist Herz-Jesu-Priester in Handrup. Seine Wurzeln aber, das verrät schon sein Name, liegen in Brasilien. Dort ist er aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat studiert. Zunächst Philosophie, anschließend Theologie. In Brasilien hat er die Herz-Jesu-Priester kennengelernt und seine Berufung zum Ordensleben entdeckt. Er ist in den Orden eingetreten, hat das Postulat und dann das Noviziat gemacht.

In seinem letzten Studienjahr wurde er zum Diakon geweiht. Ein weiteres Jahr später hatte Pater Ricardo Diniz SCJ sein Ziel erreicht: die Priesterweihe. In der Zwischenzeit wurde er gefragt, ob er sich vorstellen könnte, nach seiner Weihe nach Deutschland zu gehen. Der junge Ordensmann erzählt: „Ich habe dem Provinzial geantwortet: 'Ja, ich will es versuchen.' Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde. Die deutsche Sprache ist nicht so leicht zu erlernen, deshalb war ich ein wenig ängstlich. Mir war klar, dass es nicht einfach werden würde. Aber es hat geklappt. Inzwischen bin ich seit fast vier Jahren hier.“ Das erste Jahr hat Pater Ricardo Diniz SCJ im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg verbracht. Dort hat er Deutsch gelernt.

Ein Jahr später ist er in die Ordensniederlassung nach Handrup gezogen, in der er seitdem wohnt. Hier wirkt er als Priester und ist in der Schulseelsorge tätig. Diese Aufgabe liegt ihm sehr am Herzen. „Als Kind wollte ich unbedingt Lehrer werden und jetzt darf ich in Handrup als Schulseelsorger für die Kinder da sein. Ich höre ihnen zu, gebe ihnen einen Rat, wenn sie mich danach fragen und feiere mit ihnen die Schulgottesdienste. Hin und wieder darf ich nach Absprache mit den Lehrern aber auch eine Religionsstunde halten“, freut sich Pater Ricardo Diniz.  

Die Fragen stellte Regina Maria Schwarz. Redaktion: Peter Hummel

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