Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell am 15. Februar 2015 | Hellau und Alaaf
Pater Jairson Hellmann SCJ
Gute Stimmung im Kloster – übrigens nicht nur zu Karneval. Foto: scj.de

„Schön, wie die Leute gemeinsam gefeiert haben“

Luftschlangen, Konfetti und viele bunte Kostüme – auch Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ, der Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Berlin, feiert Karneval.

Der Sonntag stand für die portugiesische Gemeinde, die Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ betreut, ganz im Zeichen des Karnevals. Nach dem gemeinsam gefeierten Gottesdienst um 11 Uhr fand sich die Gemeinde zu einem afrikanischen, brasilianischen und portugiesischen Mittagessen zusammen. Es gab Kabeljau, Bohnen und Cachupa, ein Fleischgericht mit Bohnen nach angolanischer Art, anschließend Kaffee, Kuchen und beliebte Süßigkeiten aus Portugal. „Um 14 Uhr haben wir unseren Karneval mit Tanz eröffnet“, erzählt Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ. „Dazu hat eine Musikgruppe, die eigens aus Hamburg angereist ist, gespielt. Um 16 Uhr gab es einen ganz besonderen Höhepunkt unserer Feier, einen 'Wettbewerb der Fantasie', an dem 29 Kinder und etwa 21 Erwachsene teilgenommen haben. Eine ausgewählte Jury hatte die schwere Aufgabe, unter all den tollen Kostümen und Masken die schönsten und fantasievollsten zu küren. Vor allem für die Kinder war dies ein ganz besonderer Augenblick. Die Jury und natürlich alle Anwesenden bewunderten ausgiebig die herrlichen Verkleidungen und zwei Stunden später standen jeweils bei den Kindern und den Erwachsenen die Plätze 1, 2 und 3 fest. Die glücklichen Sieger erhielten einen Preis. Bei den Erwachsenen war dies ein besonderer Schinken, eine Spezialität aus Spanien. Der Sieger hat diesen Preis nicht für sich behalten, sondern den Schinken versteigert – letztendlich hat jeder ein Stück davon erhalten. Es war sehr lustig und einfach schön, wie die Leute zusammen gefeiert haben“, freut sich Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ. Damit bei den Kindern so etwas wie Langeweile gar nicht erst entstehen konnte, gab es für sie einen eigenen Platz zum Spielen, und ein paar Mädchen und Mütter verwandelten mit viel Geschick und etwas Schminke die Gesichter der Kinder, die das wollten, in bunte Kunstwerke.

Ein Stückchen Heimat in der anonymen Großstadt

„Die Leute haben viel gelacht, getanzt und sich unterhalten. Es war eine schöne Gelegenheit, die Verbundenheit untereinander und zur Kirche zu stärken. Mir ist es wichtig, dass die Mitglieder dieser Gemeinde in der Kirche einen Ort sehen, in der sie Heimat finden. Viele von ihnen sind wegen der Arbeit nach Deutschland gekommen, haben ihre Heimat Portugal, Brasilien oder Afrika verlassen, und manchmal ist es gar nicht so einfach für sie in Deutschland. Manche von ihnen leben ganz alleine hier, die Familie ist in der Heimat geblieben. Die portugiesische Gemeinde möchte diesen Personen ein Stückchen Heimat schenken und ihnen helfen, sich in dieser großen Stadt Berlin nicht einsam zu fühlen“, berichtet Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ.

Unter Piraten und Prinzessinnen

Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ liebt den Karneval. Er genießt diese Tage, an denen Menschen miteinander sprechen, feiern und tanzen. „Christen dürfen in Freude leben. Durch die Erlösung haben wir auch allen Grund dazu. Christsein bedeutet nicht, ausschließlich zu beten und mit ernster Miene durch die Welt zu gehen. Im Gegenteil, Christen dürfen feiern und das Leben genießen. Der Aschermittwoch kommt, aber zuvor ist es schön, sich zu freuen“, ist er überzeugt.

Für die närrischen Tage hat sich Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ ein ganz besonderes Kostüm überlegt. Er ist verkleidet als Vampir, hat einen Zylinder auf dem Kopf und ist in ein Gewand gehüllt, das die Farben schwarz und lila trägt. Auf die spitzen Zähne hat der Herz-Jesu-Priester verzichtet – er will mehr lustig als gruselig aussehen. „Mein Mitbruder, Pater Demetrius, ist für Karneval in die Rolle des Mannes geschlüpft, der von sich behaupten kann, als kleines Kind in den Zaubertrank gefallen zu sein. Mit seiner weiß-blau gestreiften Hose und den roten Zöpfen sieht er der Komikfigur Obelix wirklich zum Verwechseln ähnlich“, lacht Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ. „Neben uns als Vampir und Obelix standen auch Hexen, Prinzessinnen, Köche, Spiderman, Piraten, Indianer und so manche lustige Gestalt mehr auf der Gästeliste. Insgesamt waren wir etwa zweihundert bis dreihundert Personen“, erzählt er. „Am Abend haben dann alle zusammen aufgeräumt und mitgeholfen, die Räume wieder sauber und ordentlich zu hinterlassen – das war uns eine riesengroße Hilfe“, freut sich Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ.

Text: Regina Maria Schwarz. Redaktion: Peter Hummel

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