Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 8. Februar 2015 | Interview zum Valentinstag
Pater Jairson Hellmann SCJ
Pater Ryszard Krupa SCJ:"Wir wollen Singles stärken." Foto: scj.de

„Wann treffen wir uns wieder?“

Blumen und rosa Herzchen: Es gibt momentan kein Schaufenster, das nicht an den Valentinstag erinnert und jenen ihre Einsamkeit schmerzhaft vor Augen führt, die keinen Partner haben. Selbst wer im Alltag gelernt hat, sich mit seinem Single-Dasein zu arrangieren, die Vorteile seiner Freiheit durchaus zu schätzen weiß, fühlt sich an diesem Tag einsam und irgendwie unvollständig. Wie aber „überlebt“ man als Single einen Tag, der ganz den glücklichen Paaren gewidmet ist? Die Herz-Jesu-Priester in Berlin laden am Vorabend des 14. Februar zu einem Valentinstag-Gottesdienst für Singles ein. Was die Besucher dort erwartet, erzählt  Pater Ryszard Krupa SCJ.

Pater Krupa, Sie bieten am 13. Februar eine Andacht speziell für Singles an, wie kam es zu dieser Idee?

Die Idee dazu entstand bereits im vergangenen Jahr. Konzerte für die Liebe, Candlelight-Dinner, Wellness für zwei - überall gibt es an diesem Tag Angebote für Paare. Wir dagegen dachten, es wäre doch eine gute Idee, etwas für diejenigen anzubieten, für die dieser Tag eher schwer sein könnte. Damit sie merken, dass sie in ihrer Situation eben nicht alleine sind und dass die Welt nicht nur aus Pärchen besteht, auch wenn der Valentinstag einem dies vormachen will. Deswegen haben wir bereits 2014 einen Valentinstag-Gottesdienst für Singles angeboten.

Was möchten Sie den Singles an diesem Abend mitgeben?

Wir wollen denen, die auf der Suche nach einem Partner sind, Mut machen. Dabei geht es nicht um eine platte Ermutigung, die Alleinstehende wahrscheinlich häufig zu hören bekommen, so nach dem Motto: „Du wirst schon noch einen finden“. Wir wollen Singles stärken, zu sich zu stehen und offen auf andere zuzugehen, denn das sind ideale Voraussetzungen dafür, einen Partner zu finden.

Wie gestalten Sie den Valentinstag-Gottesdienst dieses Jahr?

Um 19:30 Uhr treffen wir uns in unserer schönen, kleinen Klosterkapelle zu einer Andacht, zu der alle eingeladen sind - Gläubige als auch Nicht-Gläubige. Dieser Gottesdienst findet ja im Rahmen der „Suchendenpastoral“ statt und läuft nicht wie ein gewöhnlicher Gottesdienst ab. Wir hören Popmusik, lesen Geschichten, die meist nicht aus der Bibel stammen, sondern aus der moderner Literatur. Es gibt auch keine richtige Predigt, sondern eine kleine Ansprache. Fest gesetzt sind die Fürbitten und der Segen zum Schluss. Dann laden wir zu einem gemütlichen Abend ein. Es gibt etwas zu Knabbern und Wein. Im vergangenen Jahr saßen wir bis ein Uhr morgens beisammen, haben uns unterhalten, ein junger Mann hat auf dem Klavier gespielt. Es war einfach eine super Stimmung! Wir waren über 60 Leute im Alter zwischen 20 und 50. Wie viele Personen dieses Jahr kommen werden? Da lassen wir uns überraschen!

Am Valentinstag gibt es viele Angebote für Verliebte. Was haben die Singles im vergangenen Jahr zu Ihrer doch eher ungewöhnlichen Veranstaltung gesagt?

Die erste Frage einiger war: „Wann treffen wir uns wieder?“ Einige, die vergangenes Jahr unserer Einladung gefolgt sind, waren an diesem Abend zum ersten Mal in einer Kirche. Viele waren sehr dankbar für dieses Angebot. Manche haben erzählt, dass der Valentinstag für sie besonders schlimm sei, da alle über Liebe und Beziehung sprechen und sie ihr Alleinsein an diesem Tag besonders deutlich spüren. Es war ein sehr schöner Abend, der den Teilnehmern geholfen hat, den Tag der Verliebten leichter zu überstehen. Eine besonders schöne Rückmeldung kam erst neulich von einer jungen Frau, die bei uns war. Sie hat danach neuen Mut gefasst, konnte sich wieder mehr öffnen und ist nun verlobt.

Welche Tipps würden Sie einem Single geben, der nicht so recht weiß, wie er den Valentinstag überstehen soll?

Am besten, man lässt das Radio und den Fernseher an diesem Tag ausgeschaltet. So muss man sich nicht einen Lovesong nach dem anderen anhören und sieht sich so auch nicht noch im TV mit dem perfekten Liebesglück anderer konfrontiert. Wenn man die Möglichkeit hat, sich einen Tag Urlaub zu gönnen, würde ich einen Ausflug in die Natur, am besten mit Freunden, empfehlen. Dieses Jahr ist das vielleicht etwas leichter umzusetzen, da der Valentinstag auf einen Samstag fällt. Damit entflieht man einmal dem „Hype“ um diesen Tag und muss sich die für einen Single manchmal doch sehr kitschige Dekoration in Geschäften nicht antun. Darüber hinaus denke ich, es ist wichtig, sich nicht unterkriegen zu lassen und vor allem, die Hoffnung nicht aufzugeben. 

Alle Infos zur Veranstaltung stehen hier

Interview: Regina Maria Schwarz. Redaktion: Peter Hummel

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