Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell 26. Juli 2015 | Polenreise
Neue Farben für das Haus: Der Leiter des Exerzitienhauses, Dr. Christoph Götz, sucht aus.

Umbau im Exerzitien- und Bildungshaus hat begonnen

Neustart in Neustadt

Die Dächer zum Teil marode, Mobiliar und Technik überaltert: Im Exerzitien- und Bildungshaus des Herz-Jesu-Klosters Neustadt haben die Bauarbeiten begonnen. Das Haus soll in den kommenden Monaten modernisiert werden. 

Bett, Schrank, Schreibtisch. Und ein großes Fenster, das einem den Blick über Weinberge und Stadt öffnet. Das Gästezimmer im Exerzitien- und Bildungshaus Kloster Neustadt macht einen gepflegten Eindruck. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die massiven Möbel und der graue Linoleumboden den Charme längst vergangener Zeiten versprühen. „Eine Modernisierung ist dringend nötig“, sagt Christoph Götz. Der 49-Jährige ist promovierter Theologe und leitet seit Anfang 2014 das Exerzitien- und Bildungshaus. Es gehe bei den geplanten Umbaumaßnahmen nicht nur darum, Kosmetik zu betreiben oder dem Haus ein hübscheres „Gesicht“ zu geben. „Es besteht einfach Handlungsbedarf. Die Flachdächer sind zum Teil marode, Mobiliar und Technik überaltert. Und das Gebäude muss dringend an aktuelle Brandschutzbestimmungen angepasst werden.“

Das Kloster Neustadt, das 1920 als Seelsorge- und Exerzitienhaus gegründet wurde, zählt 23 Doppel- und 43 Einzelzimmer. Zusätzlich bietet es Gästen Räume für Tagungen und Seminare. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Immobilie immer wieder baulich erweitert und saniert. Doch die letzten größeren Investitionen liegen nun schon 20 Jahre zurück. Gemeinsam mit Patres aus dem Herz-Jesu-Kloster hat sich Christoph Götz gefragt: Was muss unbedingt erneuert werden? In welchem Zustand sind Decken, Fenster, Böden? Der Architektüberraschte mit einem „relativ umfangreichen Maßnahmenkatalog.“ Der umfasst neben den maroden Flachdächern und Fenstern auch Gästezimmer, Vorplatz und Foyer, die zentrale Toilettenanlage sowie Speisesaal, Tagungsräume und Aula. Geplant ist keine grundsätzliche Sanierung. Die dunkle, zum Teil beschädigte Einrichtung soll ausziehen und Platz machen für ein helles und freundliches Ambiente. Darüber hinaus sollen die Tagungsräume und die EDV- und Telefonanlage technisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

„Wir wollen nicht übertreiben, aber um die Zukunft des Hauses zu sichern, müssen wir unbedingt die Rentabilität unseres Beherbergungs- und Tagungsbetriebs steigern. Der Gast von heute erwartet einfach einen gewissen Standard wie zum Beispiel einen guten Internet-Zugang “, erklärt der Leiter des Bildungshauses. Neben anderen Bildungsstätten, Gästehäusern und Jugendherbergen müsse das Kloster konkurrenzfähig bleiben. „Wir möchten schön gestaltete, moderne Gästezimmer, bleiben aber was wir sind: ein Kloster mit einem Bildungs- und Gästehaus.“

Fotos: scj.de

Sein Rezept für die Zukunft: Komfort bieten, Alleinstellungsmerkmale pflegen. Gäste finden hier eine Atmosphäre von Ruhe, Behaglichkeit und Kontemplation vor, können durch den Pfälzer Wald wandern oder die Veranstaltungen des Klosters besuchen. Auch das Bildungsprogramm möchten die Verantwortlichen optimieren: Künftig wird das Haus stärker auf Inhalte setzen, die aktuell in Gesellschaft und Kirche diskutiert werden. Und es wird für ein ganz spezielles Thema stehen: die Bibeltheologie. „Im Bistum Speyer gibt es noch keine zentrale Anlaufstelle zu dieser Thematik“, sagt Götz. Das Bistum fördere deshalb das neue Konzept. Ein Bibliolog-Wochenende oder ein Seminar zu „Die Bibel in der Pop-Musik“ – all das soll künftig auf dem Programm stehen. Angebote für Fachleute, aber auch für solche, die wenig über die Bibel wissen und einen Zugang für sich entdecken möchten. Verstärkung, um solche Veranstaltungen attraktiv und fundiert zu gestalten, kommt aus Italien: Mit Pater Sergio Rotasperti SCJ zieht im Herbst ein Experte auf dem Gebiet der Bibeltheologie ins Herz-Jesu-Kloster Neustadt. 

Die Arbeiten am Haus haben indes begonnen. Handwerker brechen gerade mit schwerem Gerät die Glaswand zwischen Kirche und Bildungshaus heraus, um dort neue Fenster und einen Notausgang einzubauen. Eine Brandschutzmaßnahme. Die größte Herausforderung werde sein, Umbau und Gästebetrieb zu vereinbaren, erklärt Christoph Götz. Deswegen sollen viele Renovierungsarbeiten bereits in den Hausferien im Sommer abgeschlossen werden.

Die Kosten für die Umbau- und Renovierungsarbeiten, die noch bis in das nächste Jahr andauern werden, finanziert zunächst der Orden. Geschätzte 1,8 Millionen Euro müssen dafür aufgebracht werden – ein Kraftakt für die Gemeinschaft, der nur schwer aus eigenen Mitteln zu stemmen ist.  Zudem soll ein neues Preissystem mit Tagungspauschalen eingeführt werden. Auch wenn in diesem Zuge die Preise angepasst würden, seien die Leistungen insgesamt viel besser, verspricht der Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses. Viele Stammgäste freuten sich, dass das Kloster nun moderner und schöner wird. Mit der Ordensgemeinschaft hofft Christoph Götz, dass dann auch noch mehr Gäste diesen Urlaubs- und Bildungsort für sich entdecken. Und das Kloster, das sich so malerisch an die Hänge des Pfälzer Waldes schmiegt.

Sabrina Becker

 

Sie können  die Baumaßnahmen der Herz-Jesu-Priester in Neustadt mit einer Spende unterstützen. 

Spendenkonto:

Herz-Jesu-Priester, Liga Bank Speyer, Kto.-Nr. 68900, BLZ 750 903 00, IBAN: DE16 7509 0300 0000 0689 00, Verwendungszweck: „Spende Umbau Bildungshaus“

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