Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell 5. Juli 2015 | Frater Wellyngton Messias Mendes SCJ im Interview
Foto: scj.de

Ein Brasilianer in Deutschland

„Dorthin gehen, wo Menschen Hilfe brauchen“

Frater Wellyngton Messias Mendes SCJ ist 25 Jahre alt und seit Mai in Deutschland. Der gebürtige Brasilianer stammt aus Candeias, einem Dorf in Minas Gerais, und gehört dem Orden der Herz-Jesu-Priester an. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Ordensniederlassung in Freiburg ging es für Frater Wellyngton Messias Mendes SCJ in die deutsche Hauptstadt. Der junge Herz-Jesu-Priester stellt sich im Interview vor und berichtet über seine ersten Erfahrungen in Berlin.

Frater Wellyngton, Sie sind im Mai nach Deutschland in das Herz-Jesu-Kloster in Freiburg gekommen. Wie kam es dazu?

Ich habe einen Artikel von Pater Tarcisio Feldhaus SCJ gelesen, in dem er einen Studenten aus der Provinz BSP gebeten hat, ihn in der Portugiesischen Gemeinde in Berlin zu unterstützen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich überhaupt nicht darüber nachgedacht, Missionar zu werden. Weil ich aber davon überzeugt bin, dass es notwendig ist, dorthin zu gehen, wo Menschen Hilfe brauchen, habe ich mich gemeldet. Im Mai kam ich dann zunächst in das Herz-Jesu-Kloster in Freiburg, weil das unser Bildungshaus ist und alle Studenten, die nach Deutschland kommen, dort empfangen werden. Nach drei Wochen reiste ich weiter nach Berlin, um mein Praktikum zu beginnen. Der Zeitpunkt war nicht zufällig, sondern ganz bewusst gewählt: Im Mai ist es einfacher, sich an das Klima in Deutschland zu gewöhnen.

Wie haben Sie Ihre ersten Wochen in Deutschland erlebt?

Meine erste Woche in Berlin war wunderbar. Die Mitbrüder hier haben mich sehr herzlich empfangen. In den ersten Tagen habe ich mir die Zeit genommen, um unseren Kiez kennenzulernen und die schönsten Plätze in Berlin zu erkunden. Ich habe mir einen Stadtplan gekauft, damit ich mich gut zurechtfinde und mich nicht verlaufe. Ein besonderes Highlight war für mich der erste Gottesdienst in der Portugiesischen Gemeinde, in dem mich Pater Tarcisio Feldhaus SCJ den Gläubigen vorgestellt hat.

Warum sind Sie Herz-Jesu-Priester geworden?

Ich wollte schon als Kind Priester werden, zu einer Zeit, in der ich die Herz-Jesu-Priester noch gar nicht kannte. Eines Tages hat meine Mutter von den Herz-Jesu-Priestern gehört, als sie gerade meinen Vater im Krankenhaus besucht hat. Sie wollte sie unbedingt kennenlernen und hat deshalb das Seminar in Lavras besucht, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wer die Herz-Jesu-Priester sind, und wie sie leben. Später war ich auch einmal in diesem Seminar zu Besuch. Als Jugendlicher war ich begeistert, wie herzlich die Priester ihre Gäste dort empfingen. So blieb ich mit dem Seminar weiter in Briefkontakt, bis ich eine Einladung erhielt, dort zu leben. So bin ich im Januar 2005 in das Seminar eingetreten und sehr dankbar für alles, was ich als Ordensmann bisher erleben durfte.

Haben Sie Hobbys?

Ich spiele Klavier und ich singe gerne. Manchmal nehme ich mir die Zeit, um zu lesen. Wenn mein Terminkalender es zulässt, erkunde ich Berlin mit dem Fahrrad.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zeit in Deutschland?

Ich wünsche mir, die deutsche Sprache sehr gut zu erlernen. Ich möchte in der Gemeinde und Gemeinschaft eine echte Hilfe und Stütze sein, gemeinsam mit meinen Mitbrüdern das Leben in der Gemeinschaft erfahren und allen Menschen mit Respekt begegnen.

Interview: Regina Maria Schwarz; Übersetzung: Pater Demetrius Cavalcanti de Oliveira SCJ; Redaktion: Peter Hummel

Das Herz-Jesu-Kloster in Berlin. Foto: scj.de

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