Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell 28. Juni 2015 | Veränderungen in der Deutschen Provinz
Foto: scj.de

Pater Heinz Lau SCJ leitet vorübergehend die Deutsche Provinz

„Das Begonnene weiterverfolgen“

Eine lange Übergangsphase gab es nicht: „Praktisch über Nacht“ hat Pater Heinz Lau SCJ die Leitung der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester übernommen. Nachdem der deutsche Provinzial, Pater Heiner Wilmer SCJ, an Pfingsten zum Generaloberen der Kongregation gewählt wurde, übernimmt der Ordensmann aus dem Herz-Jesu-Kloster Freiburg dessen Platz. Als dessen Stellvertreter hat er bereits über sieben Jahre die Geschicke des Ordens mitgestaltet. Was sich nun ändert und wann ein neue Leitung gewählt wird, darüber spricht Heinz Lau im Interview.

Pater Lau, gut ein Monat ist vergangen, seitdem Pater Heiner Wilmer SCJ zum Generaloberen der Kongregation gewählt wurde. Wie waren die Reaktionen darauf in der Deutschen Ordensprovinz?

Die allererste Reaktion war: Das haben wir längst geahnt! Er galt ja weltweit als Favorit für das Amt. Eine zweite Reaktion war: Wir haben uns gefreut. Es ist eine Ehre als eher kleine Provinz im internationalen Vergleich, einen Generaloberen zu stellen. Und Pater Wilmer bringt alle Fähigkeiten mit, die es für diese Leitungsaufgabe erfordert. Und die dritte Reaktion war schließlich: Er wird uns fehlen. Wir sind immer weniger Herz-Jesu-Priester in Deutschland, und jetzt geben wir noch einen zweiten fähigen Mann nach Rom ab, neben Pater Stefan Tertünte SCJ, der dort das Centro Studi Dehoniani leitet.

Was bedeutet diese Wahl für Sie ganz persönlich?

Als Stellvertreter von Pater Wilmer werde ich künftig die Deutsche Ordensprovinz leiten. Diese Regelung bleibt allerdings nur für eine Übergangszeit bestehen, da ich nicht automatisch sein Nachfolger bin. Pater Wilmer ist übrigens schon nach Rom gezogen. Wir telefonieren aber regelmäßig, um einige Dinge abzusprechen. Dieses neue Amt kam trotzdem sehr überraschend für mich. Praktisch über Nacht musste ich es übernehmen, obwohl ich auch noch voll im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg tätig bin. Und um ehrlich zu sein, kann ich mir gerade nicht vorstellen, dass ich von hier ganz weggehe. Ich werde in Freiburg gebraucht – in der Seelsorge, aber auch in der Begleitung unserer jungen Studenten. Ich muss jetzt erst einmal einen Kompromiss leben - hier meine Aufgaben erfüllen und einmal pro Woche nach Neustadt fahren, solange bis ein neuer Provinzial gefunden ist.

Wann wird das sein?

Die ersten Wahlzettel sind bereits am Samstag in den Häusern angekommen. Wir haben auf der letzten Provinzratssitzung alles in die Wege geleitet. Es sind ja mehrere Wahldurchgänge, die anstehen: Einmal werden die Mitbrüder gebeten, Vorschläge zu machen, wer als nächster Provinzial in Frage kommt. Dann werden die genannten Kandidaten befragt, ob sie sich zur Wahl stellen möchten. Eine Liste mit ihren Namen geht dann nach Rom ins Generalat, und schließlich wird ein neuer Provinzial gewählt. Das ganze Prozedere dauert ungefähr drei Monate. Ähnlich verläuft die Wahl der neuen Provinzräte, so dass wir davon ausgehen, dass es insgesamt ein halbes Jahr dauern wird, bis eine neue Leitung gefunden und gewählt ist.

Bis Weihnachten werden Sie demnach auf jeden Fall die Leitung innehaben. Haben Sie schon Pläne, wie Sie Ihre Aufgabe inhaltlich gestalten möchten?

Ich habe vor, das weiterzuführen, was wir im Provinzrat schon beschlossen haben. Pater Wilmer hat siebeneinhalb Jahre die Deutsche Ordensprovinz gut geleitet und den Weg bereitet. Das Begonnene möchte ich weiterverfolgen und umsetzen. Es gibt einige Baustellen, um die ich mich deshalb jetzt kümmern werde: Ein Ökonom in Handrup muss bestellt werden; einige junge Mitbrüder sollen ihre Dienststellen antreten; das Pilgerheim in Martental wird zu einer Inklusionsgaststätte umgebaut. Außerdem suchen wir für unser Exerzitien- und Bildungshaus in Neustadt eine Referentin oder einen Referenten für Bibelwissenschaft. Und Pater Sergio Rotasperti SCJ aus der Norditalienischen Provinz wird nach Neustadt ziehen, um dort als Bibelexeget zu wirken.

In einer Zeit, in der die Ordensgemeinschaft in Deutschland schrumpft: Welche Eigenschaften sollte der neue Provinzial aus Ihrer Sicht mitbringen?

Er sollte sich viel Zeit nehmen, den einzelnen Mitbrüdern gut zuhören. Zweitens sollte er eine Vision entwickeln, wie es mit unserer Provinz weitergehen kann. Die Zahl der Mitbrüder, die wir noch aktiv einsetzen können, nimmt ab. Gleichzeitig verändert sich die Gesellschaft in Deutschland rapide – sie wird immer säkularer. Vor diesem Hintergrund hoffe ich, dass der neue Provinzial Ideen mitbringt, wie sich unser Ordensleben in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren entwickeln kann.

Interview: Sabrina Becker

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