Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell 10. Februar 2016 | Beginn der Fastenzeit
Am Aschermittwoch wird das Aschenkreuz an die Stirn gemacht. (c) Fotolia

40 Tage Vorbereitung auf das Osterfest

„Fasten alleine reicht nicht“

Am Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern. Frater Theodore Bongmoyong SCJ erklärt, welche Bedeutung die Fastenzeit hat und wie man sie gut nutzen kann.

„Der Aschermittwoch ist einer der wichtigsten heiligen Tage im Liturgischen Kalender. Dieser Tag eröffnet die Fastenzeit. Er ist wie ein Tor, durch das man hindurch in die 40 Tage der Vorbereitung auf Ostern eintritt. Er hat seine Wurzel in einer alten jüdischen Tradition. An diesem Tag wird in der Heiligen Messe Asche in Form eines Kreuzes auf unser Haupt aufgelegt. Die Asche symbolisiert den Staub, aus dem Gott uns erschaffen hat. Der Priester sagt dabei entweder: 'Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst', oder: 'Kehre um und glaube an das Evangelium'. Diese Asche symbolisiert für mich auch tiefe Trauer darüber, dass wir gesündigt haben und diese Sünde uns von Gott getrennt hat“, erzählt der junge Ordensmann aus dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg. Gebürtig stammt er aus Kamerun und studiert in Freiburg im zweiten Semester katholische Theologie. Für viele Katholiken ist die Fastenzeit ein Anlass zur Beichte, um das Sakrament der Versöhnung zu empfangen und sich die Vergebung der Schuld zusprechen zu lassen. So wird diese Zeit zu einer Chance auf einen echten Neubeginn.

Verzicht ist vielseitig

„Die Fastenzeit soll die Menschen zum Nachdenken anregen. Es ist eine Zeit der Buße und der Umkehr. Man soll in dieser Zeit neu lernen, auf etwas zu verzichten. Dies kann ein Verzicht auf Fleisch sein, aber auch beispielsweise auf die ein oder andere schlechte Angewohnheit“, erklärt Frater Theodore Bongmoyong SCJ. Bei der Wahl seines Vorsatzes kann man dabei durchaus kreativ sein. „Man kann versuchen, hin und wieder aufs Autofahren zu verzichten, sich vornehmen, weniger Schokolade zu essen, während dieser vierzig Tage keinen Alkohol zu trinken oder nicht zu rauchen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einen Vorsatz für die Fastenzeit zu nehmen, der eine echte Einschränkung darstellt“, sagt der Ordensmann. „Ich persönlich habe natürlich auch schon einen Vorsatz für die Fastenzeit, aber jeder muss ganz persönlich überlegen, worauf er verzichten möchte“, rät er. „Wer aber gesundheitlich angeschlagen ist, der sollte sich nicht unbedingt beim Essen einschränken. “Fasten und Gebet gehören zusammen. Die Fastenzeit sollte jedoch nicht mit einer 40-tägigen Diät verwechselt werden. „Fasten alleine reicht nicht“, ist der junge Ordensmann überzeugt. „Fasten und Gebet gehören zusammen. Eine gute Hilfe ist es, die biblischen Texte, die über die Passion Christi sprechen, zu meditieren. Auf diese Weise kann man der Liebe Gottes auf diesem Weg zu Ostern hin ganz tief begegnen. Diese Texte rufen uns in Erinnerung, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, aus Liebe, damit wir durch ihn leben können“, erklärt Frater Bongmoyong. „Vor seinem öffentlichen Wirken hat Jesus vierzig Tage mit Gebet und Fasten in der Wüste verbracht. Nach seiner Taufe durch Johannes, hat er sich in die Einsamkeit zurückgezogen. Wenn man diese 40 Tage durch Fasten und Gebet intensiv nutzt, wenn man in der Stille versucht, Gott zu begegnen, dann wird man auch eine Erfahrung mit ihm machen können“, weiß der Theologie-Student.


Die Fastenzeit im Kloster

„Die Fastenzeit betrifft die gesamte Kommunität. Wir versuchen wenigstens jeden Freitag gemeinsam den Kreuzweg Jesu zu betrachten. Worauf natürlich der einzelne Herz-Jesu-Priester verzichtet, hängt auch von der Gesundheit des Einzelnen ab. Es gibt ältere Mitbrüder, die gut essen müssen, um ihre Medikamente auch nehmen zu können. Aber das Gebet während der Vorbereitungszeit auf die Kar- und Ostertage ist für uns alle zentral“, berichtet Frater Bongmoyong.

 

Gottesdienste

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