Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell 24. Januar 2016 | Programm der Generalleitung
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Das Programm der Generalleitung 2016-2021

Barmherzigkeitauf Gottes Spuren

Die Generalleitung der Dehonianer hat Anfang Januar ihren Programmatischen Brief veröffentlicht. Er beinhaltet das, was die Herz-Jesu-Priester als internationale Ordensgemeinschaft in den nächsten Jahren umsetzen möchten.

Mit Abraham vor Augen, ihrem Gründer Pater Dehon als Vorbild und in Gemeinschaft mit Papst Franziskus wollen die Herz-Jesu-Priester „Kirche im Aufbruch“ sein.

Abraham ist eine besondere Gestalt des Alten Testaments. Von ihm wird gesagt, sein Glaube „wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“ (Röm 4,3). Abraham lässt sich von Gott rufen, er bricht auf, lässt alles zurück und wagt sich hinaus aus seiner Komfortzone. Er macht sich auf den Weg, vertraut auf die Verheißung Gottes, der ihm zugesagt hat, er solle zum Segen für viele werden. Er ist mutig und kennt doch auch das Zweifeln. In Abraham sehen die Herz-Jesu-Priester jenen Mann des Glaubens, der sie in den nächsten sechs Jahren in besonderer Weise begleiten und auch anspornen soll. Abraham kennt die Nöte unserer Zeit, das Leiden der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, die einen weiten und gefährlichen Weg vor sich haben, ohne zu wissen, wohin dieser Weg sie führt. Mit Abraham vor Augen, ihrem Gründer Pater Dehon als Vorbild und in Gemeinschaft mit Papst Franziskus wollen die Herz-Jesu-Priester „Kirche im Aufbruch“ sein. Auch sie haben sich von Gott rufen lassen, alles aufzugeben um sich ganz in seinen Dienst und in den Dienst an den Menschen zu stellen. Dabei wollen die Herz-Jesu-Priester in den nächsten sechs Jahren drei Schwerpunkte setzen, die ihnen helfen sollen, als Ordensleute auf die Nöte unserer Zeit antworten zu können.

„Eine Herzens- und Geistesbildung, die umfassender ist, als es gemeinhin möglich ist“

Der erste Schwerpunkt soll die Ausbildung sein. Sie soll die Bereiche der Spiritualität, Kultur und Pastoral umfassen und biblisch fundiert sein. Die Herz-Jesu-Priester sehen die Notwendigkeit, sich in einer immer komplexer werdenden Welt in verschiedenen Bereichen weiter zu spezialisieren. Dazu zählt die Anforderung an jeden Herz-Jesu-Priester wenigstens eine Fremdsprache auf B1 Niveau zu beherrschen und kompetent mit den sozialen Kommunikationsmitteln arbeiten zu können. Englisch wird die Kommunikationssprache der Dehonianer und Französisch soll gefördert werden, um die Texte des Ordensgründers Pater Dehon im Original lesen zu können. Die Herz-Jesu-Priester sollen während ihrer Zeit der Ausbildung für mindestens ein Jahr ihr Heimatland verlassen, um in einem anderen Land an einem sozialen Projekt mitzuarbeiten. Besonderer Schwerpunkt soll immer die Begegnung mit den Armen, Gefangenen, Migranten und jenen Menschen sein, die besondere Unterstützung benötigen.  Jeder Herz-Jesu-Priester bringt die Bereitschaft Abrahams mit, sich dorthin senden zu lassen, wo er gebraucht wird.

„Es geht um Barmherzigkeit: um jene Barmherzigkeit, die ich in meinem Leben erfahre und jene, die ich weitergeben kann.“

Dem Wunsch entsprechend, ein Herz zu haben, das dem Herzen Jesu immer ähnlicher wird, möchten die Herz-Jesu-Priester den Armen dieser Welt in besonderer Weise dienen. Dies ist der zweite Schwerpunkt, den sich die Dehonianer für die kommenden Jahre gesetzt haben. Besonders wollen sie die Armut, die durch Globalisierung und Migration entsteht, in den Blick nehmen und den Leidenden konkrete Hilfe bieten. Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit sollen dabei eine Orientierung sein: Hungrigen zu essen geben, Dürstende tränken, Obdachlose aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen, Tote begraben. Dies gilt auch für die geistigen Werke der Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnden raten, Trauernde trösten, Sünder zurecht weisen, Beleidigern gerne verzeihen, Unrecht erdulden und für Lebende und Verstorbene beten. Angespornt werden die Herz-Jesu-Priester von Abraham, der sein Land verlassen und als Fremder gelebt hat. In jeder Kommunität sollen soziale Projekte und Initiativen gefördert werden. Die Dehonianer, die sich durch ihre Ordensgelübde selbst zur Armut verpflichtet haben, wollen in Solidarität mit den Armen die eigene Armut leben. Sie wollen schwächeren, älteren und kranken Mitbrüdern gegenüber Barmherzigkeit üben. Die Herz-Jesu-Priester streben danach, sich für eine gerechte und friedliche Welt einzusetzen. Außerdem sollen die lokalen Ressourcen noch besser genutzt, und die Schöpfung bewahrt und verteidigt werden.

„Wir Dehonianer möchten Segen für die Völker sein“

In der Verkündigung des Evangeliums setzen die Herz-Jesu-Priester ihren dritten Schwerpunkt für die kommenden sechs Jahre. Dabei legen sie großen Wert darauf, mitten in dieser Welt zu leben, informiert zu sein, die Möglichkeiten, die die Medien und Sozialen Netzwerke bieten, auszuschöpfen und so das Evangelium bis an die Grenzen der Erde zu tragen. Die Liebe zur Wahrheit und zum Nächsten soll das Handeln der Dehonianer bestimmen. Zudem wollen die Herz-Jesu-Priester die Zusammenarbeit mit Laien, anderen Ordensgemeinschaften und Diözesen stärken, und den Dialog mit den Religionen suchen. Konkrete Schritte sind dabei unter anderem die Förderung der dehonianischen Jugendmission, die Bereitschaft eines jeden Herz-Jesu-Priesters in die Mission zu gehen, Verantwortliche für Medien und Kommunikation auszubilden und die Beauftragung mindestens eines Ordensmitglieds je Kontinent, Islamwissenschaften zu studieren.

Das Programm ist anspruchsvoll, doch die Herz-Jesu-Priester vertrauen in der Umsetzung auf Gottes Hilfe. 

Ein Video dazu hier

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

Gottesdienste

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