Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell 6. Dezember 2015 | Vorweihnachtszeit
Christkindlmarkt auf dem Augsburger Rathausplatz. Foto: Peter Hummel

Advent

Zeit der Erwartung

Glühwein, Plätzchen, Punsch, Lebkuchen und Sterne – all das gehört in die Adventszeit. Die Geschäfte und Häuser in den Städten sind festlich geschmückt, unzählige Lichter erhellen die langen Winterabende. Während viele Erwachsene Jahr für Jahr hektisch durch die Stadt laufen auf der Suche nach den passenden Weihnachtsgeschenken, abgehetzt und gestresst von Kaufhaus zu Kaufhaus eilen, können sich Kinder dem besonderen Zauber dieser Tage nicht entziehen und erleben die Adventszeit als die schönste Zeit des ganzen Jahres. Doch worum geht es aus christlicher Sicht eigentlich im Advent? Und wie verhindert man den von vielen so beklagten „Vorweihnachtsstress“?

Ankunft Christi

Das Wort Advent stammt vom lateinischen Wort „adventus“ und heißt Ankunft. Im Advent bereiten sich die Christen auf das Hochfest der Geburt Christi vor, auf die Inkarnation, die Menschwerdung Gottes. An Weihnachten feiert die Kirche, dass Gott als kleines Kind in diese Welt kommt. Er, der das Licht der Welt ist, wird im Dunkel der Nacht geboren um der Welt das Licht und die Erlösung zu bringen. Die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ist jedoch nur ein Aspekt der Adventszeit. Gleichzeitig richten die liturgischen Texte zu Beginn des Kirchenjahres den Blick auf das Kommen Jesu in Herrlichkeit am Ende der Zeit. Wenn die Kirche sich im Advent auf das Geburtsfest Christi vorbereitet, so ist dies gleichzeitig eine Zeit, in der die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi gestärkt werden soll. Die Adventszeit ist eine Zeit der Erwartung und der Sehnsucht.

Sich Zeit nehmen für Gott

Viele Erwachsene stellen am 23. Dezember voller Erstaunen fest, dass Weihnachten „vor der Türe steht“. Häufig sind sie die Adventszeit über so beschäftigt mit den Vorbereitungen auf ein schönes Fest, dass für Stille und Besinnung kaum Raum bleibt. Wer sich aber bewusst solche stillen Zeiten einplant, der hat die Möglichkeit, etwas zur Ruhe zu kommen und die Adventszeit bewusst zu erleben. Pater Markus Mönch SCJ macht das so: „Ich versuche, einen ruhigen Ort zu suchen, vielleicht ein Lied zu singen oder ein adventliches Gebet zu sprechen. Ein kleiner Zeitpuffer findet sich jeden Tag, wenn man ihn sich einplant“. Auch der Adventskranz kann dabei eine große Hilfe sein. Mit jeder Woche, der man Weihnachten entgegen geht und jeder Kerze, die man an den Adventssonntagen entzündet, nimmt das Licht des Adventskranzes zu. Dieses Licht verweist auf Christus, der als das wahre Licht in die Welt kommt. Als sehr wertvoll empfinden viele auch die Teilnahme an Rorate-Gottesdiensten. Sie finden entweder morgens oder manchmal auch abends statt. Die Kirche ist dabei meist nur durch das Licht der Kerzen erhellt, was für eine besonders schöne Atmosphäre sorgt. Gerade in der Adventszeit ist das Angebot an Konzerten, die auf Weihnachten einstimmen, groß. Viele nehmen dies dankbar an, um sich auf Weihnachten vorzubereiten, der Hektik des „Weihnachtsrummels“ für einige Augenblicke zu entfliehen und mithilfe der besinnlichen Musik Raum für die Begegnung mit Christus zu schaffen. „Für die Christen in Kamerun, die etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, ist die Vorbereitung auf Weihnachten sehr wichtig. Dabei steht die Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen an erster Stelle, damit man wirklich bereit ist, Jesus an Weihnachten zu empfangen“, erzählt Frater Theodore Bongmoyong SCJ aus Kamerun. Die Adventszeit kann eine Zeit sein, sich selbst zu hinterfragen, die Beziehung zu Gott zu erneuern, dem Gebet mehr Zeit zu widmen und das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Das eigentliche Geschenk

So wichtig die „äußeren“ Vorbereitungen auf Weihnachten sind, die Menükarte für die Feiertage, das weihnachtlich geschmückte Haus, die Weihnachtspost, die rechtzeitig aufgegeben sein möchte, die Geschenke, mit denen man lieben Menschen eine Freude machen möchte, sie sind nicht das, worum es an Weihnachten eigentlich geht. An Weihnachten feiern wir die Liebe Gottes, die sich in einem kleinen Kind im Stall von Bethlehem gezeigt hat. Er, der allmächtige Gott kommt als armes und bedürftiges Kind, angewiesen auf seine irdische Familie, zur Welt, um uns die Erlösung zu schenken. Diese Liebe dürfen wir einander weiterschenken. Ein schönes Gespräch, eine gemeinsame Erinnerung oder ein Erlebnis, das man mit einem anderen Menschen teilt, ist oft viel wertvoller, als ein materielles Geschenk. Die Adventszeit lädt ein, einander zu begegnen und Zeit miteinander zu verbringen, bei einem winterlichen Spaziergang mit einem guten Freund, einer Einladung zum Kaffee, beim gemeinsamen Backen von Weihnachtsplätzchen, oder einem Besuch auf dem Christkindlesmarkt.

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer