Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ Aktuell 1. November 2015 | Allerheiligen und Allerseelen
Pater Ricardo Leandro Diniz SCJ. Foto: scj.de

Allerheiligen

"Im Leben der Heiligen sieht man die Liebe Gottes aufleuchten!"

Am Sonntag feiert die Kirche Allerheiligen, einen Tag später Allerseelen. Doch was hat es mit diesen Festen auf sich? Was ist Heiligkeit und ist dies nicht längst überholt? Pater Ricardo Leandro Diniz SCJ, Herz-Jesu-Priester aus Handrup, erzählt im Interview, worum es an Allerheiligen und Allerseelen geht und was Heiligkeit bedeutet. 

 

Worum geht es an Allerheiligen eigentlich?

Das Fest Allerheiligen soll uns daran erinnern, dass es Menschen gegeben hat und gibt, die selbst unter schwierigsten Bedingungen und bedrohlichen Umständen aus dem Geist Jesu heraus gelebt haben und leben. Sie sind es, in deren Leben die Gottes- und die Nächstenliebe lebendig und erfahrbar wird. Allerheiligen ist ein frohes Fest! Ein Fest der Liebe Gottes. Es geht um unsere Heiligung und um unsere Vollendung. Sie ist uns schon geschenkt. 

Was wird an Allerseelen gefeiert?

Am Gedenktag „Allerseelen“ denken wir an unsere Toten, beten wir für sie, und versuchen uns gegenseitig in der Hoffnung auf ein Wiedersehen zu bestärken. 

Der Hl. Augustinus hat uns im Hinblick auf unsere Verstorbenen folgende tröstlichen Worte geschenkt: „Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer." Denen, die uns vorausgegangen sind, wurde bei Gott eine neue Heimat geschenkt. Obwohl sie bei Gott sind, sind sie uns nahe. Dieser Gedanke will uns trösten und Hoffnung schenken. Gottes Liebe ist es, die diese Hoffnung einem jeden Menschen eröffnet. Am Allerseelentag gedenken wir all jenen, die „aus dieser Zeit“ von uns gegangen sind. 

Ist Heiligkeit überhaupt noch zeitgemäß?

Heilig zu sein, das finden heute manche seltsam oder mittelalterlich. Einfach nicht mehr zeitgemäß. Heilige begegnen uns oft als Gipsfiguren mit erstarrtem seligem Blick und auf bunten Bildern. Sie sind im Himmel, von dem wir wenig wissen.

So sind die Heiligen für manche zu einer Karikatur geworden, über die man lächelt. Und doch waren es Menschen, in deren Lebensgeschichte manchmal ganz überraschend etwas aufgeblitzt ist von dem Mehr, das sich hinter den Dingen dieser Welt verbirgt.

Wie wird man heilig?

Die Heiligen haben das Ziel, zu dem wir noch unterwegs sind, schon erreicht. 
In ihrem Leben ist die Liebe Gottes aufgeleuchtet.

Sie haben in ihrem Leben Gott vertraut, sich von ihm geliebt gewusst und waren bereit, aus dieser Freude heraus ihren Mitmenschen Gutes zu tun.

Ich finde, das Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten lieben wie dich selbst“(Lukas 10,26-27), zeigt einen sehr guten Weg, um heilig zu werden.

Wer ist zur Heiligkeit berufen?

Wir alle, die wir getauft und bereit sind, für die Nächsten und auch für die Welt etwas Gutes zu tun.

Sind Heilige heute noch ein Vorbild? 

Ich glaube, dass die Heiligen heute immer noch ein Vorbild sind. Sie zeigen uns durch ihr Leben, dass es nicht entscheidend ist, was mit uns passiert. Auch im Leid, oder wenn unser Leben anders verläuft, als wir uns das gewünscht haben, können wir dennoch Gutes tun und den Willen Gottes annehmen – auch wenn er uns auf einen Weg führt, den wir nicht gewählt haben.

Welchen Lieblingsheiligen haben Sie und was fasziniert Sie an ihm?

Johannes Bosco. Er ist der Gründer der Salesianer. 

Er hat sein Leben ganz den Jugendlichen gewidmet. Egal was die Jugendlichen seiner Zeit gemacht haben. Er war immer für sie da und hat sie einfach akzeptiert, wie sie waren. Er hat die Jugendlichen nie gefragt, ob sie bereit wären, Christus nachzufolgen. Aber wegen seiner Akzeptanz, die er den Jugendlichen geschenkt hat, könnte er ihnen einen guten Weg zeigen. Mehr als das, er hat sich gemeinsam mit ihnen auf diesem Weg gemacht. Bis heute sind die Salesianer für ihre großartige Arbeit mit Jugendlichen bekannt.

Interview: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

 

 

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