Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell 11. Oktober 2015 | Erste Gelübde
Frater Martti Savijoki SCJ legt seine ersten Gelübde ab. (c) scj.de

Die ersten Gelübde

"Ich weihe mich Gott in besonderer Weise"

Lange hat Frater Martti Savijoki SCJ sich auf diesen Tag vorbereitet, hat diesen Schritt gut überlegt und sich selbst intensiv geprüft. Am 29. September hat der aus Finnland stammende junge Mann seine ersten Gelübde abgelegt. 

Ich habe mich sehr auf diesen besonderen Tag gefreut. Um gut darauf vorbereitet zu sein, habe ich vorher fünf Tage lang Exerzitien bei Pater August Hülsmann SCJ in Maria Martental gemacht. Am 29. September war es dann soweit. In der Heiligen Messe, die um 19 Uhr begann, habe ich feierlich meine ersten Gelübde für ein Jahr abgelegt. Neben den üblichen Gelübden, Armut, Keuschheit und Gehorsam, versprechen wir Herz-Jesu-Priester uns Gott in besonderer Weise und in Erwiderung seiner göttlichen Liebe mit ganzem Herzen und mit der Gnade des Heiligen Geistes und der Hilfe der Gottesmutter zu weihen, um zur vollkommenen Liebe zu gelangen“, erzählt Frater Martti Savijoki SCJ. „Schon bei diesen zeitlichen Gelübden entscheiden wir uns, Christus ein Leben lang näher nachzufolgen“, fügt er hinzu. Vor den Gelübden wurde der Heilige Geist im „Veni Creator Spiritus“ angerufen. Nachdem Martti Savijoki vor dem Provinzial, Pater Lau SCJ seine Gelübde abgelegt hatte, wurde er von den anwesenden Herz-Jesu-Priestern brüderlich umarmt. Dies sei für ihn ein besonders schöner und emotionaler Moment gewesen. Aufgeregt sei er vorher nicht gewesen, ein wenig gespannt zwar, aber insgesamt ruhig und gelassen. „Ich war mir sicher, dass es für mich der richtige Weg ist, ich hatte keine Zweifel“, so der junge Ordensmann. Im Anschluss an die Heilige Messe und diesen wichtigen Schritt gab es einen Sektempfang, die Herz-Jesu-Priester haben auf diesen für Frater Martti Savijoki SCJ bedeutenden Tag angestoßen, und sich bei verschiedenen kleinen Snacks gestärkt. Es wurden Fotos gemacht und miteinander gefeiert. „Ich habe auch ein paar Geschenke erhalten“, verrät der Ordensmann, „einen Büchergutschein, ein Herz-Jesu-Kreuz und eine CD von Johann Sebastian Bach“. Martti Savijoki ist ein großer Fan klassischer Musik.

Die nächste Herausforderung: das Erlernen der Alten Sprachen

Mitte Oktober beginnt Martti Savijoki SCJ sein Theologiestudium in Freiburg, er ist innerhalb des Klosters bereits in den zweiten Stock, zu den anderen Studenten, gezogen. Während des Noviziats bleiben die Novizen im Haus. Nun, kurz nach den ersten Gelübden, ist Frater Martti Savijoki in seine Heimat Finnland gereist, um seine Familie zu besuchen, die an dem Tag seiner ersten Gelübde nicht in Freiburg sein konnte. Seine Eltern seien jedoch während seines Noviziats zweimal zu Besuch gewesen, sein Bruder einmal. Wenn er nach seinem Heimaturlaub zurück in Freiburg ist, beginnt für ihn das 1. Semester. Frater Martti SCJ wird sich dann vor allem den Alten Sprachen widmen, die man als Theologiestudent zu lernen hat: Latein, Altgriechisch und Hebräisch. Bisher war er einmal in der Woche in einer Einrichtung für Obdachlose, hat hier mitgeholfen, zugehört und mit den Menschen geredet – ober er weiterhin soviel Zeit dort verbringen kann, wenn das Studium seine Aufmerksamkeit fordert, wird Frater Martti Savijoki auf sich zukommen lassen müssen. Er wolle aber auch in Zukunft nach seinen Möglichkeiten dort anpacken.

„Ich hoffe auch, dass ich das Studium gut mit meinem geistlichen Leben, also mit dem Gebet, verbinden kann. Es ist mir wichtig, Zeiten der Stille zu finden und die Heilige Messe zu besuchen“, sagt Frater Martti Savijoki SCJ. 

Es lohnt sich, mutig zu sein

Seine Berufung beschreibt der Ordensmann als einen Weg, der schon vor einigen Jahren begonnen hat. „Ich habe den Ruf zu einem geweihten Leben schon vor vielen Jahren gespürt“, erzählt er. „Wenn sich aber jemand nicht sicher ist, ob Gott ihn ruft, dann kann ich ihm die Ignatianischen Exerzitien sehr empfehlen. Darüber hinaus lohnt es sich, mutig zu sein, den Schritt ins Kloster zu wagen und einfach eine Zeit lang dort mitzuleben. So lernt man die Realität des Ordenslebens kennen und kann eine gute Entscheidung treffen“, rät Frater Martti Savijoki.

Er selbst sei glücklich, diesen Weg eingeschlagen zu haben. In den kommenden Wochen wolle er sich bemühen, die eigenen Prioritäten richtig zu setzen und im Studium geduldig und barmherzig mit sich selbst zu sein, wenn einmal etwas nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht wünscht.

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

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