Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell 27. September 2015 | Neue Gesichter

Zwei neue Mitbürder im Herz-Jesu-Kloster Freiburg

Teil einer internationalen Gemeinschaft

Seit kurzem gibt es in Freiburg zwei neue Mitbrüder. Beide widmen sich dem Studium der deutschen Sprache. Was sie sonst noch nach Deutschland geführt hat, wie ihre Pläne aussehen und wie sie die erste Zeit hier erlebt haben, erzählen sie für scj.de

Gott schenkt Gnade und Enthusiasmus Tag für Tag neu!

„Ich heiße Ricardo Freire SCJ und komme ursprünglich aus Portugal, aus Porto. Momentan arbeite ich an meiner Promotion in Biblischer Theologie, die ich an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom mache. Da ich für meine Arbeit viele Texte auf deutsch lesen muss, bin ich nun seit zwei Monaten in Freiburg, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Die deutsche Bibelexegese hat eine sehr gute Tradition der Bibelinterpretation, deshalb möchte ich sie in meiner Arbeit berücksichtigen. Ich weiß noch nicht so genau, wie lange ich in Deutschland bleiben werde. Momentan ist ein halbes Jahr geplant. Anschließend werde ich nach Rom zurückkehren und dort meine Promotion weiter vorantreiben. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in den vergangenen zwölf Wochen hier in Freiburg machen durfte. Ich genieße es, Teil dieser internationalen Gemeinschaft zu sein. Meine Mitbrüder sind sehr rücksichtsvoll, sie halten mir den Rücken frei. So habe ich Zeit, mich ganz dem Erlernen der Sprache und meiner Doktorarbeit zu widmen, ohne weitere große Aufgaben im Haus. Manchmal gehe ich mit Pater Levi Ferreira SCJ in die Portugiesische Gemeinde hier vor Ort und feiere dort den Gottesdienst. Ich habe in Portugal an der Universität schon in der Lehre gearbeitet und denke, dass ich nach der Promotion auch nach Portugal zurückkehren werde, um mein Wissen an Studenten weiterzugeben. Natürlich gibt es auch bei mir manchmal Tage, an denen es mich mehr Mühe kostet, mich an meine Arbeit zu setzen. Aber wenn ich dann auf das schaue, was ich schon erreicht habe, bin ich motiviert, meinen Weg weiterzugehen. Ich darf oft die Erfahrung machen, dass Gott die Gnade und den Enthusiasmus Tag für Tag neu schenkt. Wenn ich nicht gerade am Schreibtisch sitze und mich dem Studium widme, lese ich gern, höre klassische Musik und nehme mir Zeit, die Nachrichten zu verfolgen. Ich finde es wichtig, über das, was in der Welt passiert, informiert zu sein. Ich liebe Sport – als Zuschauer. Wenn ich selber Sport machen soll, ist meine Begeisterung nicht ganz so groß.

 

Veli Kolhinen SCJ. (c) scj.de

Ich prüfe meine Berufung


„Ich heiße Veli Kolhinen SCJ, bin 43 Jahre alt und komme aus Finnland. Ich bin jetzt seit etwa einer Woche in Freiburg. Ich habe mich früher schon manchmal gefragt, was meine Berufung ist, ob ich vielleicht in einen Orden eintreten soll. Ich war bei den Dominikanern und habe eine Zeitlang auch bei den Jesuiten mitgelebt. Aber irgendwie fand ich das Ordensleben damals einfach zu langweilig und habe mir gedacht, ich lass das besser bleiben und gehe in die Wissenschaft. Ich habe Physik studiert, anschließend promoviert und später als Atomphysiker fünf Jahre lang an der Ludwig-Maximilians-Universität gearbeitet und geforscht und dadurch in München gelebt. In dieser Zeit habe ich die deutsche Sprache gelernt – es ist unmöglich, so lange in Deutschland zu wohnen, ohne die Sprache zu lernen. Die Herz-Jesu-Priester kenne ich schon aus meiner Heimat in Finnland. Da mich der Gedanke daran, ein Ordensleben zu führen, nie ganz losgelassen hat, habe ich mich entschieden, zu den Herz-Jesu-Priestern nach Freiburg zu gehen. Hier prüfe ich nun meine Berufung, vertiefe meine Sprachkenntnisse und bereite mich auf eine wichtige Sprachprüfung vor. So habe ich momentan jeden Vormittag drei Stunden Deutschunterricht, dann esse ich mit meinen Mitbrüdern zu Mittag und helfe am Nachmittag in der Ordensgemeinschaft mit, wo meine Hilfe benötigt wird. Jetzt im Herbst zum Beispiel, das Laub zusammen zu rechen. Um 18:15 Uhr gehe ich in die Kapelle zur eucharistischen Anbetung und nehme dann um 19 Uhr an der Heiligen Messe teil. 
Die ersten Tage in Deutschland waren für mich nicht ganz einfach. Aber nun sehe ich, dass sich Finnen und Deutsche in mancherlei Hinsicht doch sehr ähnlich sind: Wir schätzen Pünktlichkeit, harte Arbeit, essen gerne Wurst und trinken Bier. 
Ich genieße hier vor allem die Gemeinschaft, das gemeinsame Gebet, vor allem die Laudes am Morgen, die internationale Kommunität und freue mich über viele jüngere Mitbrüder, die in Freiburg studieren und leben.“

Redaktion: Regina Maria Schwarz, Peter Hummel

 

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer