Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 31. November 2014 | Märtyrer
Pater Dr. Bernd Bothe SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Neustadt. Foto: scj.de

"Für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn"  

Vor genau 50 Jahren, im Jahr 1964 wurden im Kongo Missionare der Herz-Jesu-Priester ermordet. Pater Dr. Bernd Bothe SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Neustadt hat sich mit dem Thema „Märtyrer der Herz-Jesu-Priester“ beschäftigt und ein kleines Heft dazu verfasst, indem er die Geschichte seiner Mitbrüder erzählt, die wegen ihres Glaubens und ihrer Liebe zu Christus gewaltsam umgekommen sind. „Das sind eine ganze Reihe von Mitbrüdern, ich habe ihr Leben in diesem Heft beschrieben, unter ihnen sind auch die im Kongo ermordeten Missionare“, erzählt Pater Dr. Bernd Bothe SCJ. 

„Im Jahre 1960 wurde Belgisch-Kongo, so hieß das Gebiet damals, selbstständig. Im Laufe der kommenden drei Jahre kam es daraufhin zu großen Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Aufständen und Auseinandersetzungen. In diesem Zusammenhang gab es eine linksorientierte Rebellengruppe, die 'Simbas', die damals den Osten des Landes eroberten, auch die Erzdiözese Kisangani und die Diözese Wamba. Als sie von den Truppen aus dem Westen bedrängt wurden, haben sie viele Schwarzafrikaner umgebracht und 249 Europäer. Unter ihnen waren 143 Missionare und Missionsschwestern, darunter 28 Herz-Jesu-Priester“, berichtet Pater Dr. Bernd Bothe SCJ.
Ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Belgisch-Kongo wird der Premieminister Lumumba getötet und die Revolte im Land beginnt. Als im August 1964 die Stadt Wamba von den Simbas erobert wurde, werden 27 Herz-Jesu-Priester gefangen genommen, barfuß zu Gewaltmärschen gezwungen und der Folter ausgesetzt. Unter ihnen auch Bischof Wittebols, der während der Gefangenschaft an deren Folgen stirbt. Die anderen Gefangenen werden im Innenhof des Gefängnisses zunächst gequält und anschließend erschossen.
Ein weiterer Herz-Jesu-Priester, Pater Bernardo Longo SCJ wird am 3. November 1964 in Mambasa ermordet, nachdem er über 25 Jahre im Kongo als Missionar gewirkt hat. Für ihn wurde 1993 der Seligsprechungsprozess in der Diözese Padua eröffnet.Kurz vor seinem Tod, am 29.9.1964, schreibt er in sein Tagebuch: „Welch ein Glück, dass das Heiligste Herz Jesu mir in diesen Zeiten so viel inneren Frieden gewährt und meinem Herzen so viele schöne Stoßgebete eingibt. Das gibt mir Kraft um vorwärts zu schreiten. Vor Abendeinbruch mache ich einen kleinen Spaziergang bis zu den armen Missionsschwestern! Ich versichere ihnen, dass wir von der Mutter Gottes beschützt werden und dass wir uns vollkommen dem wunderbaren Willen des Herrn anvertrauen müssen – auch wenn er uns durch ein Gewehr in den Himmel bringen will!“
Schon tödlich verwundet soll er gesagt haben: „Das ist für einen Missionar das schönste Ende!“

Märtyrer oder Opfer der Politik?

Pater Dr. Bernd Bothe SCJ beantwortet diese Frage so: „Nur niederländische oder flämische Missionare wurden damals getötet, weil sie als Vertreter der verhassten Kolonialmacht galten, deutsche Missionare, wie Pater Heinrich Middendorf und Br. Leo Pizmoht wurden freigelassen. Aber auch wenn sie in erster Linie nicht wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet wurden, gilt für sie wie für jeden Missionar, der seine Heimat verlässt, dass er in fernen Landen aus welchen Ursachen auch immer mit einem gewaltsamen Tod rechnen muss. Sie haben ihre Heimat verlassen, um dem Ruf Christi zu folgen und haben dabei weder Tod noch Gefahr gescheut.“

Das Gebet der Märtyrer

Pater Dr. Bernd Bothe SCJ schreibt im Nachwort zu seiner Arbeit „Märtyrer der Herz-Jesu-Priester“: „Die Herz-Jesu-Priester, deren Herzen als Zeugnis des Glaubens gewaltsam gebrochen wurden, wußten sich eingebunden in den göttlichen Strom der Liebe, die vom Herzen des Vaters in das Herz des Sohnes überfließt und im göttlichen Geist zur Vollendung kommt. Wie oft mögen die Märtyrer jenes Stoßgebet gebetet haben, das sie mit dem göttlichen Herzen verband und auch uns Gläubige, denen Gottes Herz offensteht zu beten angeboten wird: 'Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen!'

 

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

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