Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 23. November 2014 | Kirchenzentrum Oberhausen
Atempause: Bei einem Stück Kuchen mit Kaffee nach der Einkaufstour kommen die Menschen zur Ruhe. Foto: scj.de

"Kommt beiseite und ruht ein wenig aus "  

Der Duft von frisch gebackenem Kuchen und gerade aufgebrühten Kaffee lädt Besucher in das Kirchenzentrum in Oberhausen ein. Unmittelbar neben dem Centro, einer riesigen Einkaufsgalerie mit vielen Geschäften, bietet das Kirchenzentrum die Möglichkeit, von einer langen Shoppingtour auszuruhen oder mit guten Freunden Zeit in einer herzlichen Atmosphäre bei einem leckeren Stück Kuchen und einer Tasse heißem Kaffee zu verbringen. Pater Olav Hamelijnck SCJ aus dem Dehon-Haus in Oberhausen arbeitet nun seit 100 Tagen dort. Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen Pastor Stefan Züchner und vielen ehrenamtlichen Helfern steht er den Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung. 

Pater Olav Hamelijnck SCJ aus dem Dehon-Haus in Oberhausen ist Mitarbeiter des Cafés. Foto: scj.de

„Offen für Leib und Seele“

Das ökumenische Kirchenzentrum wurde 1997 gegründet. Zwischen 150 und 400 Besucher kommen seitdem täglich hierher. „Unser Motto lautet: ‚Offen für Leib und Seele‘. Wir wollen im Kirchenzentrum die Gelegenheit bieten, auf ökumenische Weise mit Kirche in Kontakt zu treten. Sei es durch Gespräche oder kleine Gottesdienste, unseren kleinen Laden oder durch unser Café. Auch verschiedene Veranstaltungen bieten dazu eine Möglichkeit. Heute Nachmittag zum Beispiel ist in Oberhausen ‚Vorlesetag‘ und wir laden im Rahmen dessen zu einer kulinarischen Bibellesung und einer deftigen Barockpredigt ein. Im Advent wird jeden Tag ein Türchen unseres ‚Lebendigen Adventskalenders‘ geöffnet. Dazu gibt es jeweils um 16 Uhr eine kleine Darbietung, die viele ehrenamtlich Engagierte vorbereitet haben. Während des ganzen Jahres haben wir in unseren Räumlichkeiten täglich um 17 Uhr eine sogenannte ‚Atempause‘, eine kleine Andacht und jeweils am Sonntag um diese Uhrzeit einen ökumenischen Gottesdienst“, erzählt Pater Olav Hamelijnck SCJ. Das ganz besondere sei für ihn jedoch die Tatsache, dass man hier während der Öffnungszeiten verlässlich jemanden zum Gespräch antreffen könne. „Für Einzelgespräche haben wir einen kleinen Gesprächsraum, darüber hinaus gibt es einen Gruppenraum. Im Sommer können Besucher aber auch unsere schöne Terrasse nutzen, die wir nächstes Jahr noch erweitern wollen“, ergänzt er. 

 


„Ein bisschen wie bei Mama“

 

Längst nicht alle Besucher haben irgendeinen Bezug zur katholischen oder evangelischen Kirche. Manch einer kommt, weil er hier eine schöne Atmosphäre vorwindet. „Es riecht hier überall nach Kuchen. Der wird im Kirchenzentrum selbst gebacken – es ist ein bisschen ‚wie bei Mama“, es hat etwas Heimatliches. Es kommen nicht nur Christen, sondern auch Besucher anderer Religionsgemeinschaften. Ich habe hier Muslimen zum Beispiel schon erklärt, in welcher Richtung Mekka liegt, damit sie ihre Gebetszeit halten konnten. 

 

Großartige Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer


Immer wieder hört Pater Olav Hamelijnck SCJ ergreifende Geschichten von Menschen, die sich ihm anvertrauen: „Hier besteht unter anderem auch die Möglichkeit, wieder in die Kirche einzutreten. Es ist immer wieder berührend zu hören, was hinter der Entscheidung stand, aus der Kirche auszutreten und wie es dazu kam, dass eine Person nun im Kirchenzentrum mit dem Wunsch steht, wieder einzutreten. Eine andere sehr schöne Begebenheit hat mit dem hiesigen Weihnachtsmarkt, der schon vor einer Woche eröffnet hat, zu tun. Wir haben einen eigenen Stand auf diesem Markt, und da wir mit sehr vielen ehrenamtlichen Helfern dort vertreten sind, war es zunächst eine Herausforderung zu sehen, wie die jeweiligen Personen an die Kasse und den Schlüssel für den Stand kommen. Der Sicherheitsservice hat uns dann angeboten, dass wir beides bei ihnen einlagern dürfen. Als ich gestern dort war, um die Liste derjenigen Personen abzugeben, die nächste Woche Schlüssel und Kasse abholen, habe ich gefragt, wie es so läuft und ob alles in Ordnung ist. Der Mann der Security hat geantwortet: ‚Es ist immer so schön, wenn Sie kommen - es sind so freundliche Leute, die sich bedanken, dass sie die Kasse holen dürfen. Leute, die sich nicht über irgendetwas beklagen. Besser könnte es nicht laufen‘. Dieses ehrenamtliche Engagement so vieler Helfer, die täglich bis zu drei Stunden am Stand stehen, ist für mich eine große Freude. Wann immer ich etwas Zeit habe, gehe ich zu diesen Helfern und unterhalte mich mit ihnen“, erzählt Pater Olav Hamelijnck SCJ.

 

Ein Ort der Ruhe

Das Kirchenzentrum liegt nicht direkt im Centro, sondern sozusagen daneben – es ist ein wunderbarer Ort, auch um dem ganzen Trubel eine Zeitlang zu entfliehen. „Ich muss hier oft an das Wort Jesu denken: ‚Kommt beiseite und ruht ein wenig aus‘“, so Pater Olav Hamelijnck SCJ. Die Arbeit dort genieße er sehr. Die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und ihren Geschichten machen sein Leben reich, genauso wie die schöne und wertvolle Zusammenarbeit mit seinem evangelischen Kollegen und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Für die Adventszeit wünscht er sich: „Dass die Menschen, die zu uns kommen, mit einer großen Zufriedenheit wieder nach Hause gehen und die Vorfreude auf Weihnachten in ihren Herzen tragen“.

 

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

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