Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell am 19. Juli 2014 | Neuer Leiter des Exerzitienhauses

Ein Ruheplatz für Körper, Geist und Seele

Seit ein paar Monaten hat das Exerzitien- und Bildungshaus der Herz-Jesu-Priester in Neustadt einen neuen Leiter: Dr. Christoph Götz. In unserem Interview stellt er sich nicht nur vor, sondern verrät auch, wie ihm seine neue Aufgabe bisher gefällt und welche Akzente er in Zukunft setzen möchte.

Herr Dr. Götz, Sie sind seit Januar Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses in Neustadt. Wie sah Ihr Weg bis hierher aus?

Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Nach dem Abitur habe ich in Mainz und Innsbruck Theologie studiert, ursprünglich um Priester zu werden. Da ich aber gegen Ende des Studiums die Sicherheit, die es für diese Entscheidung braucht, nicht hatte, entschloss ich mich, zunächst ein betriebswirtschaftliches Trainee-Programm zu absolvieren und war anschließend in der Wirtschaft als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Knapp 4 Jahre später bin ich an die Universität in Mainz zurückgekehrt, habe dort am Lehrstuhl für Moraltheologie gearbeitet und mich mit medizin- und bioethischen Fragen beschäftigt. Nach der Geburt unserer ersten Tochter war ich ein Jahr in Elternzeit. Anschließend habe ich am Gymnasium in Gernsheim Religion und Ethik unterrichtet und bin nun seit Januar für das Exerzitien- und Bildungshaus in Neustadt verantwortlich.

Wie kam es dazu?

Ich habe die Stellenanzeige auf der Homepage des Bistums Speyer gesehen und mich daraufhin dort beworben. Ich fand das Anforderungsprofil sehr interessant und glaubte, dass da vieles sehr gut zusammenpassen könnte von dem, was ich an Erfahrungen mitbringe und dem, was hier im Haus erwartet wird.

Wie waren die ersten Monate für Sie?

Die ersten Monate waren sehr, sehr abwechslungsreich und ich erfahre hier fast täglich etwas Neues. Meine Tätigkeit ist sehr vielfältig. Mein Aufgabenbereich umfasst die inhaltliche Arbeit, also alles, was das Programm des Hauses betrifft, aber ich habe daneben auch die Verantwortung für das Personal und die wirtschaftlichen Belange des Hauses. In vieles muss ich mich natürlich auch erst noch hineinfinden.

Was wird sich unter Ihrer Leitung verändern?

Es gibt sehr vieles im Haus, was sehr gut gemacht wird und einiges davon hat inzwischen auch schon eine lange Tradition. Wir haben zum Beispiel ausgezeichnete Referenten – all das wird natürlich weiter gepflegt und ausgebaut werden. Dazu möchte ich einige neue Akzente setzen. Mein Wunsch für dieses Haus wäre, dass es sich als Ruhe- und Rastplatz für Körper, Geist und Seele in einer guten Weise weiter entwickelt. Ein geistliches Zentrum, in dem man sich so richtig wohlfühlen kann und die Möglichkeit hat, neue Kraft zu tanken.

Dr. Christoph Götz. Foto: privat

Und was bedeutet das für das Veranstaltungsprogramm?

Was ich im Programm gerne profilieren würde, ist das stärkere Aufgreifen aktueller Themen, die in Politik, Gesellschaft und Theologie eine Rolle spielen. Aber auch bioethische Fragen, die uns – glaube ich – zunehmend beschäftigen werden. Fragen, die mit dem zunehmenden Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft an Dringlichkeit gewinnen. Durch die ausgezeichneten medizinischen Möglichkeiten steigt unsere Lebenserwartung, wie auch unsere Lebensqualität, bis ins hohe Alter hinein. Auf damit zusammenhängende Fragen, die vom Beginn des Lebens bis zum Lebensende reichen, werden Theologie und Politik Antworten finden müssen. Ich denke, wir sollten das stärker in unserem Programm aufgreifen und mir liegt dies auch nahe, weil ich mich an der Universität mit diesen Themen intensiv beschäftigt habe. Daneben gibt es aber auch theologische Fragen, die, wenn sie gerade aktuell sind, stärker berücksichtigt werden könnten. Ein Konklave beispielsweise, aber auch jene Dinge, die vor Kurzem im Bistum Limburg geschehen sind – auf solche Ereignisse sollte ein Bildungshaus eingehen und Raum schaffen für die Sorgen und Fragen der Menschen.

Wendet sich das Angebot Ihres Bildung- und Exerzitienhauses an eine bestimmte Zielgruppe?

Spezielle Zielgruppen haben wir nicht. Es gibt hier im Haus eine Vielzahl kirchlicher Veranstaltungen, aber auch Gruppen aus der Wirtschaft, Firmen und Chöre kommen zu uns und nutzen das Haus als Tagungsort. Daneben haben wir natürlich unser geistliches Angebot: Exerzitien, Wanderexerzitien, und viele andere Veranstaltungen aus dem Bereich der Spiritualität, tägliche Beichtgelegenheit und regelmäßige Gottesdienste. Wir versuchen, uns mit unserem Programm breit aufzustellen und darüber hinaus offen zu sein für jeden, der unser Haus für Tagungen oder Fortbildungsmöglichkeiten oder zur geistlichen Erholung nutzen möchte.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit den Herz-Jesu-Priestern?

Die grundsätzliche Offenheit der Herz-Jesu-Priester, die mir schon bei meinem Vorstellungsgespräch aufgefallen ist – eine Offenheit für Neues. Man kann mit den Herz-Jesu-Priestern über alles reden und findet hier immer einen Ansprechpartner. Zudem zeichnet sich die Zusammenarbeit durch eine große Verlässlichkeit aus, was ich sehr schätze. Der Orden der Herz-Jesu-Priester ist ein apostolischer Orden. Die Herz-Jesu-Priester sind weltzugewandt – sie leben die Herz-Jesu-Spiritualität, ohne dabei die konkreten Fragen und Nöte der Menschen aus den Augen zu verlieren.

Was war für Sie bisher das schönste Erlebnis in Neustadt?

Meine Einführung als neuer Leiter des Hauses war für mich besonders schön. Einmal, weil sehr viele Personen kamen, die eng mit dem Haus verbunden sind, und natürlich, weil auch meine Familie und viele meiner Freunde und Bekannten da waren. Das war insgesamt ein sehr schöner Tag.

Redaktion: Regina Maria Schwarz, Peter Hummel

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