Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 16. November 2014 | Christliche Feste im Jahreskreis
Pater Markus Mönch SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Berlin. Foto: scj.de

"Christliche Feste sind eine Gelegenheit, die Schönheit unseres Glaubens zu zeigen"  

Vor wenigen Tagen hat die Kirche den Heiligen Martin gefeiert. Ein vor allem bei Kindern beliebtes Fest. In immer mehr Kindergärten verzichtet man allerdings inzwischen auf den Heiligen und feiert statt dessen ein „Laternenfest“. Pater Markus Mönch SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Berlin erzählt, warum er auf den christlichen Bezug der kirchlichen Feste nicht verzichten will und was er sich für die kommende Adventszeit vorgenommen hat. 


Wer in diesen Tagen durch die Geschäfte geht, wird an jeder Ecke daran erinnert: die Adventszeit naht. Längst haben Spekulatius und Lebkuchen Einzug gehalten und Weihnachtsmänner aus Schokolade bevölkern die Regale der Supermärkte.
Gleichzeitig wird wieder einmal darüber diskutiert, ob die christlichen Bezeichnungen der Feste und Angebote dieser besonderen Zeit nicht besser durch neutrale Begriffe ersetzt werden sollten. So wird aus dem Fest „St. Martin“ mancherorts entweder ein „Laternen-“ oder ein „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“, der Weihnachtsmarkt zum „Wintermarkt“ und mancher begeht lieber eine „Jahresendfeier“ als das Weihnachtsfest. Pater Markus Mönch ist Herz-Jesu-Priester in Berlin. Er findet solche Umbenennungen sehr schade: „Es gibt hier in Berlin viele Kindertagesstätten, die keinen christlichen Hintergrund haben. Dort wird auf den christlichen Bezug häufig verzichtet. Einen einfachen Laternenumzug kann man jedoch auch gut irgendwann im Herbst machen. Ich wehre mich bei christlichen Festen dagegen, die christlichen Namen aufzugeben. Gerade die größeren Festen wie Weihnachten, Ostern, aber auch St. Martin wirken in die Gesellschaft hinein, bei ihnen wird der Bezug zum christlichen Glauben sichtbar. Es wäre schade, wenn das verloren ginge, denn damit verlieren wir diese schönen und markanten Feste, von denen sich viele Menschen noch berühren lassen. Christliche Feste sind eine Gelegenheit, die Schönheit unseres Glaubens zu zeigen. In Berlin beispielsweise sind die größten St. Martinsumzüge die der Kirche. Teilweise nehmen daran bis zu 300 Personen, Kinder wie auch Erwachsene teil, sowohl im Ost-, wie auch im Westteil der Stadt.“

 

Musik und Kerzenlicht


Die Herz-Jesu-Priester in Berlin laden christliche und nicht gläubige Berliner nicht nur zu den großen Festen, sondern auch zu anderen Gelegenheiten ein, die Schönheit des Glaubens neu zu entdecken: „Wir haben hier in Berlin ein tolles Projekt, die sogenannten 'Stillzeiten'. In der wunderschönen Atmosphäre einer nur von Kerzen erleuchteten Klosterkirche und großartiger Filmmusik können Besucher zur Ruhe kommen, dem alltäglichen Stress für einige Momente entfliehen und aufatmen. Während der 'Stillzeit' fallen nicht viele Worte. Einer von uns Herz-Jesu-Priestern ist immer da, falls jemand das Gespräch sucht oder Fragen hat, aber die Personen, die kommen, sollen in erster Linie einfach da sein dürfen“, so Pater Markus Mönch SCJ. Die Termine findet man hier: http://www.scj.de/haeuser/berlin/unser-projekt/stillzeiten/.


Gottesdienste und Begegnung


Im Advent kommen weitere Angebote in der Gemeinde Corpus Christi, die von den Herz-Jesu-Priestern betreut wird, hinzu: „In Rahmen unserer 'Pastoral der Suchenden' laden wir nach den abendlichen Sonntagsgottesdiensten zum gemeinsamen Punschtrinken ein, damit so eine Gelegenheit entsteht, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Sonntag auf diese Weise gemeinsam ausklingen zu lassen. Es sind auch drei Rorate-Gottesdienste um 5 Uhr morgens geplant, anschließend sind die Besucher herzlich eingeladen mit uns zu frühstücken“, erzählt Pater Markus Mönch SCJ.
„Ein besonderes Highlight in der Adventszeit wird dieses Jahr das Konzert „Jazz before Christmas“ sein, das erstmals auch in Berlin stattfinden wird. Am 4. Adventssonntag können sich dort Jazz-Begeisterte mit adventlicher und weihnachtlicher Musik auf Weihnachten einstimmen“, freut sich Pater Markus Mönch.

 

„Ein kleiner Zeitpuffer findet sich jeden Tag“

 

Für viele Menschen ist der Advent die Zeit, in der sie am wenigsten zur Ruhe kommen. Von Besinnung und Stille kann in all dem Trubel der Weihnachtsvorbereitungen oftmals kaum die Rede sein. Deshalb hat Pater Markus Mönch sich schon jetzt Gedanken darüber gemacht, wie er die Adventszeit gestalten möchte: „Ich habe mir fest vorgenommen, wenigstens an einem Tag in der Woche innezuhalten. Ich möchte diese Zeit nutzen, um den Advent bewusst zuzulassen. Am Sonntagabend will mir eine Stunde lang den Adventskranz anzünden und die Stille suchen.“
Dass Stress sich im Advent nicht ganz vermeiden lässt, ist normal. Pater Markus Mönch SCJ rät dazu, sich die stillen Zeiten als Termin im Kalender einzutragen. „Für Arzttermine, die im eigenen Terminplaner stehen, hat man Zeit. So mache ich es mit den besinnlichen Momenten im Advent auch. Ich plane sie mir fest ein, versuche, einen ruhigen Ort zu finden, vielleicht ein Lied zu singen oder ein adventliches Gebet zu sprechen. Ein kleiner Zeitpuffer findet sich jeden Tag, wenn man ihn sich einplant“, ist Pater Markus Mönch überzeugt.

 

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer