Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 5. Oktober 2014 | Provinzkapitel 2014
Foto: scj

Provinzkapitel der Herz-Jesu-Priester 

Vertreter der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester sind in der vergangenen Woche auf dem 16. Provinzkapitel zusammen gekommen. Das Treffen im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße stand unter dem Thema „Barmherzig in Gemeinschaft mit den Armen“, mit dem sich auch das Generalkapitel im Mai 2015 befassen wird.

Barmherzig leben – was bedeutet das eigentlich für eine Ordensgemeinschaft? Eine Frage, die bereits den Gründer der Herz-Jesu-Priester, Pater Leo Dehon, beschäftigte. Begriffe wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit prägte er dem Charisma des Ordens im 19. Jahrhundert ein. Das Provinzkapitel erinnerte nun thematisch an diese Wurzeln, stellte sich aber auch ganz aktuellen Herausforderungen der Kirche. So diskutierten die Priester unter anderem über die Impulse, die Papst Franziskus gesetzt hat. Seit dem Beginn seines Pontifikats predigt er Barmherzigkeit, die für ihn nicht mit Toleranz oder gar Beliebigkeit verwechselt werden darf. Der Papst lässt keinen Zweifel daran, dass es nicht nur dazu gehört, in schönen Bildern über Nächstenliebe und Barmherzigkeit zu sprechen, sondern auch gute Taten folgen zu lassen.

Gelebte Barmherzigkeit

Wie diese „guten Taten“ in der Nachfolge Jesu aussehen können, darüber berichteten Mathilde Roentgen und Ulrich Kirchhoff von der geistlichen Gemeinschaft La Kroiz. Die Herz-Jesu-Priester hatten die Sozialarbeiterin und den Lehrer aus Freiburg zu einem Gastvortrag eingeladen – als Beispiel für gelebte Barmherzigkeit. Die Gemeinschaft La Kroiz nimmt seit einigen Jahren Menschen bei sich auf, die wohnungslos sind – und die falls sie in keiner Notunterkunft unterkommen, auf der Straße leben würden.

In ihrem Vortrag schilderte Roentgen, wie die ungewöhnliche Wohngemeinschaft entstand. Menschen ohne Obdach lernte sie während ihrer Arbeit in der Freiburger Pflasterstube kennen. Die Pflasterstube, eine Tagesstätte für Wohnungslose, gründete der Stadtcaritasverbandes 1995 auf Betreiben der Freiburger Ordensgemeinschaften, darunter auch die Herz-Jesu-Priester. Über 100 Menschen suchen täglich die Einrichtung auf und erhalten Beratung und medizinische Hilfe. Einen dieser Besucher sprach Mathilde Roentgen irgendwann an, ob er sich nicht vorstellen könne, wieder in einer Wohnung zu leben. Sechseinhalb Jahre hatte er auf der Straße gelebt, mal hier, mal da übernachtet. Am Dreikönigstag 2003 zog er bei der Gemeinschaft ein.

Das Provinzkapitel endete am Freitag. Es diente zur Vorbereitung auf das kommende Generalkapitel, das im Mai 2015 in Rom stattfindet und auf dem auch ein neuer Generaloberer gewählt wird.

Ulrich Kirchhoff und Mathilde Roentgen von der geistlichen Gemeinschaft La Kroiz sprachen auf dem Provinzkapitel über ihr Engagement für Obdachlose.

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