Montag, der 27. März 2017
SCJ aktuell am 4. April 2014 | In der Küche der Herz-Jesu-Klöster

Was kommt in der Fastenzeit im Kloster auf den Teller?

Der Speisesaal im Provinzialat der Herz-Jesu-Priester in Bonn (Foto: Winkler)
Der Speisesaal im Provinzialat der Herz-Jesu-Priester in Bonn (Foto: Winkler)

Eine kleine Umfrage in drei Häusern der Herz-Jesu-Priester, ob und wie sich der Speiseplan in der Fastenzeit verändert. 

Gerda Willi kocht seit 26 Jahren im Herz-Jesu-Kloster Freiburg im Breisgau. „In der Fastenzeit gibt es am Freitag kein Dessert und keinen Kuchen“, sagt sie Ansonsten würden sich die Klosterbewohner ihr Fastenprogramm selber organisieren. Die einen rauchen nicht, die anderen essen keine Süßigkeiten, wieder andere verzichten auf Alkohol. „Früher, als wir noch nicht so viele Wechsel im Haus hatten“, sagt sie, „gab es in der Fastenzeit mehr vegetarische Gerichte und wenn jemand heilfasten wollte, dann hat er von mir eine ganze Woche lang nur Gemüsebrühe bekommen.“ Würde heute jemand danach fragen, wäre das für sie kein Problem. 

In Freiburg werden die künftigen Herz-Jesu-Priester ausgebildet, hier verbringen sie das Noviziat und die Jahre bis zu den Ewigen Gelübden. Entsprechend international ist das Publikum. „Unsere Bewohner aus Madagaskar oder dem Kongo essen jeden Tag Reis“, erzählt Gerda Willi, „sogar zum Frühstück. Reis, Reis, Reis. Irgendwie schmeckt denen unser Brot wohl nicht.“ 

An diesem Tag werden sich die Studenten aus Afrika und anderswo besonders freuen, denn die Köchin hat ganz regulär Reis auf dem Speiseplan. Dazu gibt es geräucherten Lachs in einer leichten, hellen Soße und ein bisschen Blattsalat. „Wenn Sie so wollen, ist das schon so etwas wie ein Fastenessen, weil es kalorienarm und bekömmlich ist.“ Ein bisschen Verzicht müsse schließlich schon sein.

Anja Zeil ist seit zweieinhalb Jahren Köchin im Exerzitien- und Bildungshaus der Herz Jesu Priester in Neustadt. „Nein“, sagt sie, „ein spezielles Fastenessen haben wir nicht, denn die Leute, die in unserem Haus zu Gast sind, bezahlen ja dafür.“ Trotzdem gibt es die Regel, dass am Freitag nur Fisch oder ein vegetarisches Gericht auf den Tisch kommt. An diesem Tag sind es Spaghetti mit frischen Champignons und Bällchen aus Soja. Dazu werden Zwiebel in etwas Butter oder Öl angedünstet, dann kommen die klein geschnittenen Pilze dazu, werden mitgebraten, ehe die Soße mit Milch, Sahne und Schmand abgeschmeckt wird. „Wir verwenden natürlich nur gute Zutaten“, sagt die Köchin, die, wenn es darauf ankommt, bis zu 150 Essen gleichzeitig fertig bekommt. Und die Sojabällchen? „Die schmecken wirklich lecker, fast ein bisschen wie Hackfleischbällchen, nur eben aus rein pflanzlichen Zutaten. Müssen Sie unbedingt mal probieren. Oder einfach mal unser Kloster besuchen.

Anneliese Schliefer (Foto: Winkler)
Anneliese Schliefer (Foto: Winkler)

Anneliese Schliefer kocht seit 1991 im Provinzialat der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn. Hier kommt während der gesamten Fastenzeit kein Dessert auf den Tisch, also nicht nur freitags. „Und wir kochen in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern meistens etwas einfacher“, sagt die Köchin. Zum Beispiel gibt es dann Pellkartoffeln mit eingelegten Häringen und Quark. 

Ihr Lieblings-Fastenessen ist eine geröstete Griessuppe. Dazu wird Gries in Margarine oder Butter so lange bei mittlerer Temperatur geröstet, bis er goldgelb ist. „Er darf auf keinen Fall dunkel werden, sonst schmeckt er nicht mehr“, so Anneliese Schliefer. Danach kommt kleingehacktes Suppengemüse dazu, ehe das Ganze mit Wasser abgelöscht und aufgefüllt wird. Abgeschmeckt wird die Suppe mit Muskat, Salz und Pfeffer. Kurz vor dem Servieren kommt noch etwas kleingeschnittene Petersilie darüber. „Als kleine Abwandlung funktioniert die Suppe statt mit Gries auch mit kleingeschnittenem, trockenem, geröstetem Brot“, weiß die Köchin. „Außerhalb der Fastenzeit oder an den Sonntagen kann man natürlich statt Wasser auch Fleischbrühe als Flüssigkeit nehmen, das schmeckt dann noch mal etwas intensiver und kräftiger.“ 

Redaktion: Peter Hummel, Mitarbeit: Regina-Maria Schwarz

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