Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell am 26. Oktober 2014 | Der Beginn des Studiums
Der erste Tag an der Uni: Frater Paulo César Henrique SCJ (l.) mit seinem Studienkollegen Frater Max Candido SCJ. Foto: scj.de

"Das Studium ist für mich ein echter Schatz"  

Frater Paulo César Henrique SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg bereitet sich darauf vor, Priester zu werden. Diese Woche hat er sein Theologiestudium in Freiburg begonnen. Wie die erste Woche für ihn war, erzählt er in unserem aktuellen Beitrag. 

Die Semesterferien sind vorüber. Die Gänge an der Universität, die während der vorlesungsfreien Zeit verwaist wirkten, sind wieder voller Leben. Überall hört man Gespräche und Lachen der Jugendlichen. Studenten drängen sich in die Hörsääle, manche von ihnen mit einem Becher Cappuccino in der Hand. Während für viele mit Beginn des Wintersemesters der Alltag mit Vorlesungen und Seminaren Einzug hält, beginnt für die „Erstsemestler“ eine völlig neue und überaus spannende Zeit. Einer von ihnen ist Frater Paulo César Henrique SCJ. Er kommt ursprünglich aus Brasilien und hat am Montag sein Theologiestudium an der Universität in Freiburg begonnen. Er möchte Priester werden. „Ich war schon etwas nervös“, gesteht er. „Ich konnte den Vorlesungen zwar gut folgen, habe mir aber dennoch Gedanken gemacht, ob ich auch alles richtig verstanden habe. In einer Sprache zu studieren, die nicht die eigene Muttersprache ist, ist schon eine Herausforderung. Trotzdem war meine erste Uni-Woche großartig – wir haben so tolle Professorinnen und Professoren. Das Studium ist für mich ein echter Schatz. Dazu kommt, dass unsere Universität an sich sehr schön ist. Ich bin glücklich und zufrieden. Der erste Schritt auf mein großes Ziel Priester zu werden, ist nun getan.“

 

Alte und neue Sprachen

 

Um die alten Sprachen Latein, Altgriechisch und Hebräisch kommt kein Theologiestudent herum, schließlich sollen die Hl. Schrift und andere wichtige Werke auch in der Orginalsprache gelesen werden können. Latein hat Frater Paulo César Henrique SCJ bereits absolviert, Altgriechisch ist von der ersten Woche an nun fester Bestandteil seines Studenplans. „Altgriechisch ist eine besondere Herausforderung für mich, denn im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen übersetze ich ja nicht in meine Muttersprache, sondern ins Deutsche“ erzählt Frater Paulo SCJ. Er und Frater Max Candido SCJ nutzen manchmal sogar die Zeit in der Straßenbahn, gemeinsam die Vokabeln zu wiederholen. Sein Stundenplan ist vielfältig und führt in verschiedene Fachbereiche der Theologie ein. „Heute hatten wir Liturgie und unser Professor hat in seiner Vorlesung erklärt, dass Jesus der Mittelpunkt der Liturgie ist. Es hat großen Spaß gemacht, ihm zuzuhören.“ Gute Noten sind ihm zwar wichtig, aber sie sind nicht alles: „In erster Linie wünsche ich mir, das Studium zu schaffen. In Brasilien hatte ich ausgezeichnete Noten, ob ich hier in Deutschland ebenso erfolgreich sein werde, weiß ich nicht. Ich werde mein Bestes geben und bin glücklich, wenn ich mein Studium hier so gut, wie es eben geht, absolvieren kann.“

 

Die ersten Tage an der Universität – eine Zeit sich zu orientieren

 

Eine lange Strecke muss Frater Paulo César Henrique SCJ morgens nicht zurücklegen, er hat es nicht weit bis zur Uni. „Mit dem Fahrrad bin ich in nur zehn Minuten da – mit der Straßenbahn geht es noch schneller“, berichtet er. In der ersten Woche ein bisschen mehr Zeit einzuplanen, ist dennoch von Vorteil. Es ist nicht immer ganz leicht, die entsprechenden Räume auf Anhieb zu finden, wenn man sich auf dem Gelände noch nicht so gut auskennt. „Gestern mussten Max und ich in die alte Universität und wir waren nicht sicher, wie wir da am besten hinkommen. Wir waren also ein wenig verwirrt, sind dann auch ein Stückchen in die verkehrte Richtung gelaufen und haben schließlich eine Frau nach dem Weg gefragt. Sie hat uns hilfsbereit den Weg erklärt – aber nicht den, den wir suchten. Dann hat uns aber eine Studentin geholfen und so sind wir tatsächlich noch pünktlich angekommen“, erzählt Frater Paulo César Henrique SCJ. Immer wieder gab es kleine lustige Momente, Frater Paulo SCJ nennt ein Beispiel: „Jemand hat uns erklärt, wie das Studium verläuft, dass es Erasmus-Projekte gibt und man die Möglichkeit hat, eine Zeit im Ausland zu verbringen. Darauf hin habe ich Max vorgeschwärmt: 'Oh, das würde ich auch gerne machen'. Max hat darauf geantwortet: 'Du bist doch schon im Ausland, was möchtest Du mehr?', daraufhin mussten wir beide lachen.“

 

Alte und neue Freundschaften

 

Die Universität ist ein Ort des Lernens aber auch ein Ort, an dem viele eine der schönsten Zeiten ihres Lebens verbringen und deshalb später gerne an ihre Studienjahre zurückdenken. Nicht zuletzt deshalb, weil man viele unterschiedliche Menschen trifft und neue Freundschaften entstehen.

„Max und ich, wir haben denselben Stundenplan und besuchen alle Veranstaltungen gemeinsam. Die anderen Studenten haben ihr Semester teilweise ganz anders geplant, dennoch sieht man sich in der ein oder anderen Veranstaltung und wir versuchen miteinander in Kontakt zu bleiben. Die Gemeinschaft untereinander wächst dadurch“, erzählt Frater Paulo César Henrique SCJ. Er blickt gespannt und voller Freude auf die vor ihm liegende Zeit des Studiums.

Redaktion: Regina Maria Schwarz, Peter Hummel

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