Mittwoch, der 22. Februar 2017
SCJ Aktuell am 24. August 2014 | Wanderexerzitien mit Pater Tarcisio Feldhaus SCJ
Erst das gemeinsame Frühstück, dann geht es los. Foto: Privat

Messe, Picknick und Schnee auf dem Gipfel 

Vom 17. bis 23. August war Pater Tarcisio Darrós Feldhaus SCJ, Rektor der Internationalen Kommunität der Herz-Jesu-Priester in Berlin, gemeinsam mit dem Kölner Subregens Andreas Süß und sieben Jugendlichen der Initiative „Nightfever“ zu Wanderexerzitien in Le Reposoir („Die Stille“), einem kleinen Ort unterhalb des Col de la Colombiere.

Der Tag in den Bergen beginnt früh für Pater Tarcisio Feldhaus SCJ und die Teilnehmer der Wanderexerzitien. Noch vor dem Frühstück treffen sich die Jugendlichen gemeinsam mit Pater Tarcisio Feldhaus SCJ und dem Subregens und Mitinitiator der Initiative „Nightfever“ Andreas Süß zu einem morgendlichen Impuls. „Die Exerzitien stehen unter dem Motto ‚Jesus nachfolgen‘. Wir nehmen für jeden Tag eine Frage Jesu mit auf unseren Weg“, berichtet Subregens Andreas Süß. „Diese Fragen sind der Bibelstelle entnommen, die wir am Morgen gemeinsam lesen. Zum Beispiel: ‚Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders?‘ (Mt 7,3) oder die Frage: ‚Warum hast du solche Angst, hast du noch keinen Glauben?‘(vgl. Mk 4,40). Dazu gibt es eine kleine Einführung, anschließend frühstücken wir in Stille und dann gehen wir los“, fährt Andreas Süß fort. „Während wir gemeinsam in den Bergen unterwegs sind, meditieren wir über die jeweilige Frage ganz in Stille. Das hilft uns, Jesus zu finden und somit unseren eigenen Weg ihm nachzufolgen“, ergänzt Pater Tarcisio Feldhaus. Auf dem Gipfel angekommen, gebe es ein großes Picknick, zu dem jeder das beisteuere, was er den Berg hinauf getragen habe. Alles werde auf einer Decke ausgebreitet und dann gemeinsam gegessen. „Wir unterhalten uns, genießen den herrlichen Ausblick und erholen uns, bevor wir so gestärkt den Rückweg antreten. Bisher haben wir auf dem Gipfel des Berges zweimal gemeinsam einen Gottesdienst gefeiert. Gestern hatten wir am Ende der Hl. Messe alle etwas Schnee auf dem Kopf – es war neblig und so kalt, dass sich der Nebel als Schnee auf unsere Haare setzte“, berichtet Pater Tarcisio lachend.

Grenzen erleben 

Das Besondere an den Wanderexerzitien ist, dass man seine Grenzen kennenlernt, gleichzeitig aber auch die Erfahrung macht, dass man mehr kann, als man sich selbst vielleicht zugetraut hätte. In unserer heutigen Gesellschaft ist es üblich, dass jeder nur das tut, was ihm angenehm erscheint. Die Wenigsten gehen darüber hinaus. Unseren Weg hier gehen wir schweigend, und immer wieder gibt es Wegstrecken, die nicht einfach sind: manchmal wird es etwas steil, man spürt vielleicht die Müdigkeit unterwegs – aber am Ende eines solchen Tages ist man glücklich, weil man über seine Grenzen hinausgewachsen ist. Jesus hat durch sein Kreuz so viel für uns gelitten, und wir ertragen oft nicht einmal den geringsten Schmerz oder die kleinste unbequeme Situation. Hier lernen wir, nicht nur das zu suchen, was uns bequem erscheint“, so Pater Tarcisio. Im Laufe eines Tages lege die Gruppe dabei oft große Distanzen zurück. Von 1100 Metern gehe es teilweise bis auf 2800 Meter die Berge hinauf. Müde von der körperlichen Anstrengung kommen die Jugendlichen abends zurück, aber genauso glücklich über das, was sie gemeinsam erreicht haben. So wachse auch die Gemeinschaft untereinander.

Dankbarkeit erfahren

Andreas Süß berichtet von seinen Erfahrungen: „Ich darf mit Pater Tarcisio nun schon zum vierten Mal diese Wanderexerzitien machen und ich freue mich sehr über unsere Freundschaft. Für mich ist diese Woche in den französischen Alpen immer sehr, sehr schön. Am Abend bevor wir in die Berge aufbrechen, kommen wir im Herz-Jesu-Kloster in Freiburg zusammen und es ist jedes Mal aufs Neue ein großes Geschenk, dass wir hier so herzlich aufgenommen werden. In den Bergen ist es die wunderschöne Natur, die mich fasziniert. Das Haus, in dem wir untergebracht sind, ist auf 1100 Metern herrlich gelegen. Gleichzeitig ist es wunderbar, jeden Tag so früh aufzubrechen und den ganzen Tag unterwegs zu sein. Mit dem Wetter hatten wir bisher großes Glück – nur gestern hat es sich auf dem Gipfel etwas zugezogen und als wir dort oben die Hl. Messe gefeiert haben, gab es ja dann auch ein wenig Schnee. Trotz der Kälte waren wir nach der Hl. Messe so glücklich und erfüllt, dass wir singend den Berg herunter gestiegen sind – das hat mich sehr beeindruckt. Natürlich sind wir nun auch etwas traurig, dass unsere Woche hier langsam zu Ende geht, und wir am Samstag nach der Hl. Messe zurück nach Freiburg fahren. Wir werden dort noch einmal übernachten, bevor jeder von uns seinen Heimweg antritt.“

Die 21 jährige Lorena hat sich sehr spontan dazu entschlossen, an den Exerzitien teilzunehmen, besonders beeindruckt hat sie „dass man lernt zu vertrauen, auch wenn man den Weg nicht schon im Voraus kennt“. Johannes hat sich einen Tag bevor es losging noch angemeldet, er verrät: „Die tollste Erfahrung für mich war eine Gipfelerfahrung und als Belohnung für die Anstrengung durften wir sogar mit dem Schilift wieder herunter fahren.“ Christian war besonders von der wunderbaren Aussicht auf dem Mont Blanc angetan, aber auch die gute Gemeinschaft untereinander sei sehr beeindruckend gewesen.

Text: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel 

Impressionen

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer