Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ Aktuell am 21. Juni 2014 | Wir auf dem Katholikentag
Gehörte auch zur internationalen „Mannschaft“: Pater Emmanuel Nnomo forderte Standbesucher auf, etwas Nettes zu sagen. Fotos: scj.de

Mit Leidenschaft und Hingabe

Pater Ricardo Leandro Diniz SCJ und Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ erzählen, was sie auf dem Katholikentag erlebt haben und wer die Fußball-WM in Brasilien gewinnen wird.

Es regnet in Strömen. Tropfen trommeln auf das Zeltdach, und der Kunstrasen im Stand der Herz-Jesu-Priester hat sich bereits vollgesogen. Das Wetter ist ungemütlich am Donnerstag, dem ersten Tag des Katholikentags in Regensburg. Beeindrucken lassen sich die Herz-Jesu-Priester davon trotzdem nicht: Voller Freude singen sie Lobpreislieder. Besucher in Regenjacken bleiben stehen, lassen sich von der Begeisterung anstecken und stimmen in den Lobpreis ein.

Glücklicherweise kommt an den folgenden Tagen zur guten Stimmung der Herz-Jesu-Priester auch noch schönes Wetter hinzu. Auch die Zahl der Katholikentags-Besucher steigt. „Sehr attraktiv ist natürlich der Kicker in unserem Stand – vor allem bei den Kindern kommt er unglaublich gut an“, erzählt Pater Ricardo Leandro Diniz SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Handrup. Die Besucher kommen jedoch nicht nur, um mit den Herz-Jesu-Priestern zu kickern. „Vielen fällt auf, dass wir aus verschiedenen Nationen sind und so ergeben sich immer wieder Gespräche. Wir haben bisher nur gute Erfahrungen hier gemacht. Alle Besucher sind sehr nett und haben großes Interesse an unserem Orden. Viele kennen die Herz-Jesu-Priester nicht – vor allem hier in Bayern sind wir eher unbekannt, was vielleicht auch daran liegt, dass wir keine Niederlassung hier haben“, sagt Pater Levi dos Anjos Ferreira SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg. 

Regen am ersten Tag, doch die Herz-Jesu-Priester waren trotzdem fröhlich. Foto: scj.de

Der Stand der Herz-Jesu-Priester schlägt eine Brücke zwischen dem Katholikentag in Regensburg und der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft. Nicht nur, dass er ganz im Zeichen der WM dekoriert ist, die Herz-Jesu-Priester sind auch mit einem internationalen Team hier. „Auf dem Katholikentag sind 17 von uns dabei. Wir kommen aus Kamerun, dem Kongo, Brasilien, Madagaskar und aus Deutschland,“ erzählt Pater Levi Ferreira, der selbst Brasilianer ist. Wer den Stand besucht, hat die Möglichkeit, dort gegen eine Spende ein kleines Kreuz aus Olivenholz zu erhalten, das in der Mitte eine herzförmige Öffnung hat. Es ist das Symbol der Herz-Jesu-Priester. Für die Kinder gibt es kleine Fußbälle mit dem aufgedruckten dehonianischen Kreuz.

„Zu sehen, dass die Kirche in Deutschland lebendig ist, hat mich bisher am meisten beeindruckt. Wenn man als Brasilianer nach Deutschland kommt, fragt man sich in der Kirche manchmal, wo die Menschen, vor allem die Jugendlichen, sind. Aber wenn man hier die Stände besucht, dann sieht man, dass die Kirche lebt. Das schenkt uns Mut und Kraft, und wir sehen, dass sich unser Einsatz hier lohnt“, so Pater Levi Ferreira SCJ. „Mir geht es da ganz ähnlich. Für mich war es eine große Überraschung, dass so viele Leute hierher zum Katholikentag gekommen sind. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, warum die Anzahl derjenigen, die zum Gottesdienst kommen, viel geringer ist“, fügt Pater Ricardo hinzu.

Pater Ricardo Leandro Diniz SCJ teilt Klatschpappe aus.

Pater Levi verrät, wie die Idee entstand, den Katholikentag mit dem Fußball zu verbinden: „Immer, wenn ich erzähle, dass ich aus Brasilien komme, sind die Reaktionen positiv. Man spürt eine große Sympathie gegenüber der brasilianischen Mentalität, vor allem in Hinblick auf den Fußball. So haben wir uns überlegt, Fußball und den Katholikentag miteinander zu verbinden – obwohl die WM in Brasilien natürlich eine umstrittene Sache ist, da nicht alle diesem Ereignis positiv gegenüber stehen. Aber unsere Begeisterung für den Fußball und unsere Liebe zu Christus ist eine schöne Kombination und hilft, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.“ Pater Ricardo ergänzt: „Wir haben dabei auch an die Jugendlichen gedacht, für die die bevorstehende WM natürlich ein wichtiges Thema ist. Gestern entwickelte sich zum Beispiel dadurch ein längeres Gespräch mit einem jungen Mann, der im Laufe der Unterhaltung angefangen hat zu überlegen, ob nicht auch er ein Herz-Jesu-Priester werden könnte.“ Für Pater Levi ist die Frage nach dem Sieger der WM nicht ganz einfach zu beantworten: „Ich bin schon so lange in Deutschland, dass ich mich über einen Sieg beider Mannschaften, Deutschland und Brasilien, freuen würde. Aber natürlich hoffe ich ein bisschen mehr auf einen Sieg der Brasilianer – die Liebe zur Heimat überwiegt am Ende doch.“

Regina Maria Schwarz

Gottesdienste

Alle Messfeiern in den Häusern der Dehonianer