Donnerstag, der 23. Februar 2017
SCJ Aktuell am 19. Oktober 2014 | Familiensynode und Seligsprechung Papst Paul VI.
Die Kardinäle rangen in Rom zwei Wochen lang nach Lösungen für die Familienpastoral

Seligsprechung von Papst Paul VI.  

Gleich zwei wichtige Ereignisse feiert die Kirche diesen Sonntag: die Seligsprechung von Papst Paul VI. und den feierlichen Abschluss der Außerordentlichen Bischofssynode zum Thema: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. 

Zwei Wochen lang haben insgesamt 191 Bischöfe aus allen Teilen der Welt gemeinsam mit Papst Franziskus, der diese Synode einberufen hat, über Fragen der Familienpastoral beraten. Papst Franziskus habe die Bischöfe dazu ermutigt, offen über die Fragen und Probleme der heutigen Zeit zu sprechen und mit ebenso großer Offenheit zuzuhören, was laut Kardinal Marx auch gut gelungen sei. Die Hoffnungen und Erwartungen an diese nun zu Ende gehende Synode fallen ganz unterschiedlich aus. Während die einen auf weitreichende Veränderungen hoffen, sind die anderen der Meinung, dass sich nicht viel ändern werde. Pater Olav Hamelijnck SCJ  aus dem Herz-Jesu-Kloster in Oberhausen wünscht sich „dass die Seelsorge bei dieser Synode im Vordergrund steht und man dort, wo es Konflikte gibt, auch über die Lehre der Kirche nachdenkt. Um Türen zu öffnen, ist es notwendig zu fragen, was man vielleicht auch anders sehen kann, als es bisher der Fall war. Mir persönlich gefällt der Gedanke einer Kirche, die überlegt, wie man Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen wieder willkommen heißen kann. Ich wünsche mir, dass die Kirche da gute Antworten findet und mutig auch neue Wege beschreitet. Durch meine Arbeit am Kirchenzentrum in Oberhausen treffe ich viele Menschen, deren Lebenswirklichkeit weit von der Lehre der Kirche über Ehe und Familie weg ist. Mir ist es wichtig, dass für diese Menschen eine Möglichkeit eröffnet wird, sich dennoch in der Kirche angenommen und beheimatet zu fühlen.“

Ein Vorbild im Ringen um Antworten

Höhepunkt und Abschluss der Familiensynode gleichermaßen wird die Heilige Messe mit der Seligsprechung Papst Paul VI. sein. „Damit wird ein Papst selig gesprochen, von dem man weiß, wie sehr er um Antworten was das Zusammenleben von Familien angeht, gerungen hat. Vielleicht kann er in genau diesem Ringen ein großes Vorbild sein. Man hat ihm während seines Pontifikates angemerkt, dass er darunter gelitten hat, auf diese schwierigen Fragen eine Antwort finden zu müssen“, so Pater Olav Hamelijnck. Kritik erntete Papst Paul VI. für seine Enzyklika „Humanae vitae“, die sich mit Fragen der christlichen Ehe, der Weitergabe des Lebens und der Empfängnisregelung auseinander setzt. Papst Paul VI. bemüht sich darin, die Schönheit ehelicher Liebe und den Schöpfungsplan Gottes in den Mittelpunkt zu stellen, doch das Verbot von künstlichen Empfängnisverhütungsmitteln findet weit mehr Beachtung und löst Widerspruch aus. Pater Olav Hamelijnck SCJ: „Was den Punkt der Empfängnisverhütung angeht, gehen auch viele katholische Familien ihren eigenen Weg und tun das sogar auf der Familiensynode kund. Vielleicht ist das eine Chance, dass nun andere wertvolle Dinge, die Papst Paul VI. zum Thema Ehe und Familie geäußert hat, mehr Aufmerksamkeit bekommen können.“

Erinnerungen an Papst Paul VI.

Nach dem Tod von Papst Johannes XXIII., der das Zweite Vatikanische Konzil einberufen hatte, es aber nicht mehr zu Ende führen konnte, wurde 1963  Giovanni Battista Kardinal Montini auf den Stuhl Petri gewählt. Als Papst Paul VI. setzte er das Konzil fort, unternahm mehrere Pastoralreisen, reformierte die Kurie und machte sich für den Frieden stark. „Er ist der Papst meiner Kindheit“, erzählt Pater Olav Hamelijnck SCJ. „Als Kind fand ich es immer sehr bewegend, wenn Papst Paul VI. sich beim ‚Urbi et Orbi‘ weit über den Balkon beugte, um der Welt den Segen zu spenden. Ich habe mich dann immer von jemandem gesegnet gefühlt, von dem man sagte, er sei ganz besonders wichtig und habe darüber hinaus eine besondere Beziehung zu Gott. Das hat mir als Kind gut getan und mich auch ein wenig stolz gemacht.“  

Im August 1978 endete das Pontifikat Papst Paul VI. mit dessen Tod. „Seine Seligsprechung ist auch eine Wertschätzung des Konzils“, ist sich Pater Olav Hamelijnck SCJ sicher, „und rückt das Zweite Vatikanische Konzil vielleicht wieder mehr in den Mittelpunkt. Denn gerade dann, wenn man sich mit der Kirche beschäftigt, lohnt es sich, sich auch mit dem Konzil zu beschäftigen“.

Pater Olav Hamelijnck SCJ. Foto: scj.de

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