Montag, der 27. März 2017
SCJ Aktuell am 17. August 2014 | Sommer im Ausbildungshaus Freiburg
Pater Levi Ferreira SCJ, Rektor des Herz-Jesu-Klosters in Freiburg. Foto: scj.de

„Eine Tasse Mate-Tee ist für mich Erholung“ 

Es ist Sommer – für die meisten Herz-Jesu-Priester eine erholsame Zeit. Pater Levi Levi dos Anjos Ferreira SCJ aus dem Herz-Jesu-Kloster in Freiburg jedoch hat alle Hände voll zu tun. Warum das so ist, und wie er trotzdem kleine Augenblicke der Ruhe findet, verrät er in unserem aktuellen Interview.

Pater Levi Ferreira, Sie sind als Novizenmeister in Freiburg tätig. Jetzt im Sommer wird es im Kloster in Freiburg ruhiger sein. Für Sie eine Zeit der Erholung und des Aufatmens? 

Eigentlich nicht. Wäre ich nur Novizenmeister, dann wäre die Zeit, in der die Novizen nicht im Haus sind, natürlich sehr ruhig. Ich bin aber auch Studienleiter und als solcher für die spirituelle Ausbildung der Studenten zuständig. Ich helfe ihnen zudem bei der Organisation des Studiums. Im Sommer kommen unsere Studenten aus dem Ausland nach Freiburg um Deutsch zu lernen, damit sie dann zum Wintersemester hier ihr Theologiestudium aufnehmen können. Ich versuche ihnen bei der Bewerbung für die Uni sowie beim Ausfüllen aller notwendigen Formulare behilflich zu sein, denn diese ganze Bürokratie ist eine Herausforderung, wenn man die ohnehin schwierige deutsche Sprache noch nicht spricht. Während des Sommers besuchen die Studenten in der Vorbereitung auf ihr Studium hier eine Sprachschule, um sich dann im Wintersemester ganz dem Studium widmen zu können. Neben der Begleitung der Studenten habe ich hier in Freiburg auch seelsorgerische Aufgaben. Im Oktober oder November werde ich wohl einige freie Tage haben, aber auch nicht mehr. Große Ferien mache ich alle zwei Jahre, dann fliege ich in meine Heimat Brasilien.

Wie wichtig sind Ihnen persönliche Atempausen?

Natürlich finde ich solche Zeiten wichtig und es gelingt mir, Momente der Erholung auch in meinen Alltag zu integrieren. Wir Herz-Jesu-Priester in Freiburg spielen freitags gemeinsam Volleyball, um nur ein Beispiel zu nennen. Den Freitagabend versuche ich mir daher nach Möglichkeit von Terminen freizuhalten, damit ich auch wirklich die Gelegenheit habe, Sport zu treiben. Ab und zu schaffe ich es auch im Schwimmbad einige Bahnen zu ziehen – ich schwimme sehr gerne und glücklicherweise befinden sich hier in der Umgebung mehrere Schwimmhallen. Für den Sport finde ich eigentlich immer Zeit. So wie das Gebet für mich eine wichtige Priorität ist, ist es auch die sportliche Betätigung.

Was hilft Ihnen in besonders anstrengenden Zeiten, neue Kraft zu tanken? 

Wann immer sich im Laufe eines Tages die Gelegenheit dazu ergibt, gehe ich in unseren prachtvollen Garten. Dort zu sitzen und den tollen Blick auf unser Haus zu genießen, ist für mich eine gute Gelegenheit, dem Alltag für einige Momente zu entfliehen. Eine weitere Kraftquelle ist für mich unsere schöne Hauskappelle. Sie ist ein ruhiger Ort, an dem ich so manchen Trubel für eine Weile hinter mir lassen kann. Aus Brasilien habe ich einen Tee: Shimarrao, das ist ein Matetee, der im Geschmack eine gewisse Ähnlichkeit zur Pfefferminze hat. Dieser Tee ist typisch brasilianisch – ich kenne ihn aus meiner Heimat und ab und zu bringen ihn mir meine brasilianischen Mitbrüder aus Brasilien mit. Von Zeit zu Zeit genieße ich im Garten oder hier in meinem Zimmer eine frischgebrühte Tasse von diesem Tee – das tut mir immer sehr gut.

Wie sieht für Sie der perfekte Urlaubstag aus?

Idealerweise verbringe ich einen Urlaubstag in den Bergen. Die Natur spricht mich sehr an. Ich genieße es, die schöne Landschaft zu betrachten – umso mehr, wenn ein Kreuz, eine kleine Kapelle oder ein Denkmal die Umgebung ziert. Ich liebe es, durch Wälder, die herrliche Natur und besonders in den Bergen zu wandern. Wenn ich in Brasilien bin, bleibe ich vor allem auf dem Land bei meiner Familie. In dieser Gegend gibt es eine kleine Gemeinde, mit der ich sonntags die Heilige Messe feiere und im Laufe der Woche zur Andacht und zum Rosenkranzgebet dort bin. Vor allem aber nutze ich die Ruhe und unsere schöne Natur. Ich genieße es sehr, dort barfuß zu gehen und morgens den Hahn krähen und das Singen der Vögel zu hören.

Ist die Urlaubszeit für Sie auch eine Zeit, den eigenen Glauben zu vertiefen? 

Ja, für mich ist es normal, zuhause gemeinsam den Rosenkranz oder eine Novene zu beten – die Gegend, aus der ich stamme, ist sehr katholisch. 

In Ihrem Haus in Freiburg leben einige junge Menschen – wir haben gehört, dass dort auch manchmal Streiche gespielt werden ...

Ja, das kommt sehr häufig vor. Die Atmosphäre hier im Haus ist sehr gut und jeder fühlt sich wohl, einen Scherz zu machen, dem anderen auch mal einen kleinen Streich zu spielen oder einen Witz zu erzählen. Manche lustige Situation entsteht schon allein daraus, dass wir alle aus verschiedenen Nationen kommen und viele Dinge einfach auf unterschiedliche Art und Weise tun.

Interview: Regina Maria Schwarz; Redaktion: Peter Hummel 

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